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[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf


[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Volker Soehnitz (2005-11-01 18:57:58)

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[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.

Name des Laufes: Bottroper Herbstwaldlauf
Datum: 30.10.2005 (Sun)
Ort: Bottrop
Postleitzahl: D4
Homepage (Veranstalter): www.adler-langlauf.de
Ihr Name: Volker Söhnitz
Ihre eMail-Adresse: soehnitz at web de
Streckenlaengen: 5,2km, 10km, 25km, 50km
Beschaffenheit: Befestigter Waldboden
Profil: flach
Wetter: sonnig, trocken
Teilnehmer: ca. 150 (50 km)

Bericht:

Am Sonntag war es also soweit - mein erster "Ultra". Damit sollte zumindest
eines meiner beiden Ziele für 2005 noch erreicht werden. Das erste -
nämlich einen Marathon in Sub4 - hatte ich schon opfern müssen, weil ich in
Köln als Begleiter für den Debütmarathon meiner Freundin mitgelaufen war.
Nun war wenigstens das zweite Ziel, eine Strecke jenseits der
Marathon-Distanz zu finishen, in greifbarer Nähe.

VWKGJ:

Nachdem ich nach dem Köln-Marathon erhebliche Probleme mit dem linken Knie
hatte, konnte ich die Wochen danach nur wenig laufen. Mit durchschnittlich
29 Kilometern/Woche in den letzten sechs Wochen war ich nicht eben toll
vorbereitet.

Ursprünglich wollte ich mit 4:59 ins Ziel, also einen knappen 6er Schnitt
laufen. Nach der mäßigen Vorbereitung hieß das Ziel aber nur noch:
"Halbwegs beschwerdefrei ankommen". ;-)

Der Wettkampf:

Um halb sechs geht der Wecker - dank der Zeitumstellung eigentlich erst um
halb sieben, also unproblematisch. Ich bin eine Stunde vor dem Start auf
dem Zechengelände und kann mich in Ruhe umziehen und meine Klamotten in der
Weißkaue verstauen. Sowas kannte ich bislang ja nur aus dem Fernsehn. ;-)

Um 9:15 geht es los, zusammen mit schätzungsweise ca. 150 Läuferinnen und
Läufern.

Der erste Kilometer ist mit knapp 5:30 zu schnell, also versuche ich
erstmal mein Tempo zu finden. Kilometer 2 läuft dann mit 5:59 schon besser.
Das Teilnehmerfeld zieht sich bereits hier schnell auseinander.

Ein Mädel holt mich ein, lächelt mich an und meint "coole Frisur". Ja,
meine Haarfarbe ist häufig ein Aufhänger für ein Gespräch. ;-) Sie macht
einen ziemlich drahtigen Eindruck, wir unterhalten uns ein wenig und sie
erzählt, dass sie seit 2001 diesen Ultra läuft. Sie fragt mich, ob das mein
erster Ultra ist (wieso scheint sie mir das anzusehen *grübel*), ich
bestätige das und gebe zu bedenken, dass die Distanz ja "nur" acht
Kilometer länger ist als die Marathonstrecke. Sie lacht und meint, ich
solle das mal nicht unterschätzen, dass könnten noch lange acht Kilometer
sein. (An diese Worte werde ich noch zurückdenken - dazu später mehr.) Ich
stelle fest, dass sie mir zu schnell läuft (5:38 für Kilometer drei) und
lasse sie ziehen. Die nächsten Kilometer laufe ich relativ gemütlich in ca.
6:10, bei Kilometer 10 bin ich eine Stunde und 20 Sekunden unterwegs.

Ich genieße das schöne Wetter und versuche mich an eine Gruppe zu halten,
die ebenfalls so ungefähr einen 6er Schnitt läuft. Insgeheim spekuliere ich
doch noch mit einer Zeit sub5. Die erste der beiden 25km-Runden drücke ich
mit 2:30:48 ab. Ich fühle mich noch gut, glaube aber nicht wirklich, dass
die zweite Runde schneller geht. Aber egal, ich setze mich nicht unter
Druck. Kurz vor Kilometer 29 bleibe ich zum ersten Mal bei einer
Verpflegungsstelle stehen.

Bislang habe ich die angebotenen Getränke im Gehen zu mir genommen. Jetzt
muss ich die dort wartende Eigenverpflegung in meinen Flaschengurt
umfüllen. An mir vorbei gehen einige 25er, denen anscheinend schon hier,
knapp 4 Kilometer vor Ihrem Ziel, die Puste ausgeht. Naja, die haben es ja
bald geschafft - vor mir liegen noch über 21 Kilometer. Weiter gehts...

Ich merke langsam, dass es anstrengend wird. Meine Zeiten bewegen sich in
Richtung 6:30, die Pausen an den Verpflegungsständen werden länger und
kosten jetzt fast eine Minute pro Verpflegungsstand. Dafür sind die Leute
dort echt klasse. Jeder Läufer, der sich auf den Stand zuschleppt, wird mit
Applaus und Jubel begrüßt und man bekommt gute Wünsche für die restliche
Strecke mit auf den Weg. Bei Kilometer 35 zeigt die uhr 3:35. Das war bei
meinen bisherigen Marathons immer der Punkt, wo ich anfing, die Kilometer
bis ins Ziel zu zählen. Und spätestens bei km 40 hatte man dann das gute
Gefühl, es bald geschafft zu haben. Diesmal will sich bei km 40 kein gutes
Gefühl einstellen. Im Gegenteil, es scheinen noch heftige 10 Kilometer auf
mich zuzukommen.

Irgendwann taucht ein großes "M" auf dem Boden auf, die Uhr zeigt 4:23,
jetzt bin ich also zum ersten Mal jenseits der Marathondistanz unterwegs.
Wieso eigentlich? Warum mache ich sowas? Wo doch alles weh tut... Meine
Beine fühlen sich an, als wenn eine Planierraupe darüber gefahren wäre. Ich
merke, wie ich langsamer werde, versuche nochmal, das Tempo zu halten.
Kilometer 44 drücke ich mit 6:22 ab. Das fühlt sich aber an wie zwei
Minuten schneller. Noch sechs Kilometer... Die Beine fühlen sich inzwischen
an, als ob der Planierraupenfahrer sich entschlossen hätte, sie als
Übungsgelände für "Wenden in zwei Zügen" zu benutzen. Jetzt nur
weiterlaufen. Ich sammel noch ein paar Fußgänger ein - die sehen noch
fertiger aus als ich. Zwischen Kilometer 46 und 47 der letzte
Verpflegungsstand. Ich versuche meine Beine mit ein paar Bechern Malzbier
und Cola zur weiteren Mitarbeit zu überreden. Klappt auch, jetzt weiß ich,
dass ich die letzten paar Kilometer auch noch schaffe. Den letzten
Kilometer dann nochmal in 5:45 (hier ein Bild von Kilometer 49,7:
<http://www.adler-langlauf.de/j2005/05-10-30%20Herbstwaldlauf/05-50-images/05-45-HW258.jpg>;)
und ICH HAB ES GESCHAFFT!

Die Zeit ist zwar mit 5:16 nicht mal in der Nähe von sub5, aber angesichts
der reduzierten Erwartungen ist mir das auch reichlich egal.

Fazit:

Erstmal ein Kompliment an die Organisatoren! Der Lauf war perfekt
organisiert, die Verpflegung auf der Strecke war super und die Leute total
nett und freundlich! Obwohl die letzten Kilometer ziemlich anstrengend
waren, hat der Lauf großen Spass gemacht. Gestern war ich zwar noch etwas
vom Muskelkater geplagt, aber heute kann ich wieder beschwerdefrei laufen.
;-) Mein Knie hat ohne jeden Mucks durchgehalten, die Schonzeit vorher hat
sich also rentiert, auch wenn ich die fehlenden Vorbereitungskilometer
gegen Ende des Laufs gemerkt habe.

Und die Ziele für nächstes Jahr sind auch schon gesteckt: Der schon
erwähnte Marathon in sub4 und ein Lauf mit mindestens 60 Kilometern. ;-)

ciao
volker

# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
--

Volker Söhnitz, Fax +49241 404070, Mobil +49172 1518060
http://www.physiktips.de oder http://www.volker-online.com
Für Antworten per Mail, ROT13 die Mailadresse, füge ABFCNZ
vor das @, ROT13 das ganze und entferne dann das NOSPAM.

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Uwe Stoeckel (2005-11-01 21:11:49)

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Uwe Stoeckel (2005-11-01 21:11:49)

Lieber Volker,
On Tue, 1 Nov 2005 18:57:58 +0100, Volker Soehnitz
wrote:

> ICH HAB ES GESCHAFFT!

Herzlichen Glückwunsch!
Mögen noch viele lange Distanzen folgen!

Gratulierende Grüße aus Osnabrück,
Uwe
--
http://www.drsl.de/?lid

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Volker Soehnitz (2005-11-03 10:11:06)

Jörg Marek wrote in de.rec.sport.laufen.veranstaltungen:

> herzlichen Glueckwunsch zu dieser super Leistung.

Danke!

> Ich hoffe, der Tag danach hat bei dir nicht allzuviele Qualen
> hervorgerufen. Das bei so einem Lauf sich schon mal die Beine melden ist
> wohl normal. ;-)

Es ging erstaunlich gut. Montag hatte ich ein bisschen Muskelkater, aber
gestern gingen die 90 Minuten Konditionsgymnastik in der Halle wieder
problemlos und morgen vor der Arbeit traue ich mich auch wieder für 10 km
auf die Piste. ;-)

ciao
vol*Nächstes Jahr den Röntgenlauf ins Auge nehmend*ker

--

Volker Söhnitz, Fax +49241 404070, Mobil +49172 1518060
http://www.physiktips.de oder http://www.volker-online.com
Für Antworten per Mail, ROT13 die Mailadresse, füge ABFCNZ
vor das @, ROT13 das ganze und entferne dann das NOSPAM.

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Elisabeth Mueller (2005-11-13 19:18:46)

Volker Soehnitz schrieb:

>Name des Laufes: Bottroper Herbstwaldlauf

Da ist ja noch einer.

>Bericht:
>
>Am Sonntag war es also soweit - mein erster "Ultra".

Cool.

>Damit sollte zumindest
>eines meiner beiden Ziele für 2005 noch erreicht werden. Das erste -
>nämlich einen Marathon in Sub4 - hatte ich schon opfern müssen, weil ich in
>Köln als Begleiter für den Debütmarathon meiner Freundin mitgelaufen war.

Das war aber wirklich lieb von Dir.

>Nach der mäßigen Vorbereitung hieß das Ziel aber nur noch:
>"Halbwegs beschwerdefrei ankommen". ;-)

Normalerweise freu ich mich ueber Ansagen, aber die hier ist schon
recht mikrig.

>Ein Mädel holt mich ein, lächelt mich an und meint "coole Frisur". Ja,
>meine Haarfarbe ist häufig ein Aufhänger für ein Gespräch. ;-)

Gibs zu, das ist auch die Absicht dahinter.

>Ich genieße das schöne Wetter und versuche mich an eine Gruppe zu halten,
>die ebenfalls so ungefähr einen 6er Schnitt läuft.

Gute Taktik.

>Ich merke langsam, dass es anstrengend wird. Meine Zeiten bewegen sich in
>Richtung 6:30, die Pausen an den Verpflegungsständen werden länger und
>kosten jetzt fast eine Minute pro Verpflegungsstand. Dafür sind die Leute
>dort echt klasse. Jeder Läufer, der sich auf den Stand zuschleppt, wird mit
>Applaus und Jubel begrüßt und man bekommt gute Wünsche für die restliche
>Strecke mit auf den Weg.

Ein guter Support ist das halbe Rennen.

>Bei Kilometer 35 zeigt die uhr 3:35. Das war bei
>meinen bisherigen Marathons immer der Punkt, wo ich anfing, die Kilometer
>bis ins Ziel zu zählen. Und spätestens bei km 40 hatte man dann das gute
>Gefühl, es bald geschafft zu haben. Diesmal will sich bei km 40 kein gutes
>Gefühl einstellen. Im Gegenteil, es scheinen noch heftige 10 Kilometer auf
>mich zuzukommen.

Du musstest ja unbedingt einen Ultra laufen.
>
>Irgendwann taucht ein großes "M" auf dem Boden auf, die Uhr zeigt 4:23,

Ist ja schon mal keine schlechte Zeit.

>Meine Beine fühlen sich an, als wenn eine Planierraupe darüber gefahren wäre.

Oje.

>Noch sechs Kilometer... Die Beine fühlen sich inzwischen
>an, als ob der Planierraupenfahrer sich entschlossen hätte, sie als
>Übungsgelände für "Wenden in zwei Zügen" zu benutzen.

Autsch. Ich leide hier mit.

>Jetzt nur
>weiterlaufen. Ich sammel noch ein paar Fußgänger ein - die sehen noch
>fertiger aus als ich. Zwischen Kilometer 46 und 47 der letzte
>Verpflegungsstand. Ich versuche meine Beine mit ein paar Bechern Malzbier
>und Cola zur weiteren Mitarbeit zu überreden. Klappt auch, jetzt weiß ich,
>dass ich die letzten paar Kilometer auch noch schaffe. Den letzten
>Kilometer dann nochmal in 5:45 (hier ein Bild von Kilometer 49,7:
><http://www.adler-langlauf.de/j2005/05-10-30%20Herbstwaldlauf/05-50-images/05-45-HW258.jpg>;)

Coole Frisur. ;-)

>und ICH HAB ES GESCHAFFT!

Jaaaa!
>
>Die Zeit ist zwar mit 5:16 nicht mal in der Nähe von sub5, aber angesichts
>der reduzierten Erwartungen ist mir das auch reichlich egal.

Na bitte fuer einen Ultra.

>Und die Ziele für nächstes Jahr sind auch schon gesteckt: Der schon
>erwähnte Marathon in sub4 und ein Lauf mit mindestens 60 Kilometern. ;-)

So schlimm waren die Schmerzen offenbar doch nicht.

Danke, dass wir Dich auf Deinem ersten Ultra begleiten durften.
Elisabeth

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Volker Soehnitz (2005-11-01 18:57:58)

# Begin Template
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.

Name des Laufes: Bottroper Herbstwaldlauf
Datum: 30.10.2005 (Sun)
Ort: Bottrop
Postleitzahl: D4
Homepage (Veranstalter): www.adler-langlauf.de
Ihr Name: Volker Söhnitz
Ihre eMail-Adresse: soehnitz at web de
Streckenlaengen: 5,2km, 10km, 25km, 50km
Beschaffenheit: Befestigter Waldboden
Profil: flach
Wetter: sonnig, trocken
Teilnehmer: ca. 150 (50 km)

Bericht:

Am Sonntag war es also soweit - mein erster "Ultra". Damit sollte zumindest
eines meiner beiden Ziele für 2005 noch erreicht werden. Das erste -
nämlich einen Marathon in Sub4 - hatte ich schon opfern müssen, weil ich in
Köln als Begleiter für den Debütmarathon meiner Freundin mitgelaufen war.
Nun war wenigstens das zweite Ziel, eine Strecke jenseits der
Marathon-Distanz zu finishen, in greifbarer Nähe.

VWKGJ:

Nachdem ich nach dem Köln-Marathon erhebliche Probleme mit dem linken Knie
hatte, konnte ich die Wochen danach nur wenig laufen. Mit durchschnittlich
29 Kilometern/Woche in den letzten sechs Wochen war ich nicht eben toll
vorbereitet.

Ursprünglich wollte ich mit 4:59 ins Ziel, also einen knappen 6er Schnitt
laufen. Nach der mäßigen Vorbereitung hieß das Ziel aber nur noch:
"Halbwegs beschwerdefrei ankommen". ;-)

Der Wettkampf:

Um halb sechs geht der Wecker - dank der Zeitumstellung eigentlich erst um
halb sieben, also unproblematisch. Ich bin eine Stunde vor dem Start auf
dem Zechengelände und kann mich in Ruhe umziehen und meine Klamotten in der
Weißkaue verstauen. Sowas kannte ich bislang ja nur aus dem Fernsehn. ;-)

Um 9:15 geht es los, zusammen mit schätzungsweise ca. 150 Läuferinnen und
Läufern.

Der erste Kilometer ist mit knapp 5:30 zu schnell, also versuche ich
erstmal mein Tempo zu finden. Kilometer 2 läuft dann mit 5:59 schon besser.
Das Teilnehmerfeld zieht sich bereits hier schnell auseinander.

Ein Mädel holt mich ein, lächelt mich an und meint "coole Frisur". Ja,
meine Haarfarbe ist häufig ein Aufhänger für ein Gespräch. ;-) Sie macht
einen ziemlich drahtigen Eindruck, wir unterhalten uns ein wenig und sie
erzählt, dass sie seit 2001 diesen Ultra läuft. Sie fragt mich, ob das mein
erster Ultra ist (wieso scheint sie mir das anzusehen *grübel*), ich
bestätige das und gebe zu bedenken, dass die Distanz ja "nur" acht
Kilometer länger ist als die Marathonstrecke. Sie lacht und meint, ich
solle das mal nicht unterschätzen, dass könnten noch lange acht Kilometer
sein. (An diese Worte werde ich noch zurückdenken - dazu später mehr.) Ich
stelle fest, dass sie mir zu schnell läuft (5:38 für Kilometer drei) und
lasse sie ziehen. Die nächsten Kilometer laufe ich relativ gemütlich in ca.
6:10, bei Kilometer 10 bin ich eine Stunde und 20 Sekunden unterwegs.

Ich genieße das schöne Wetter und versuche mich an eine Gruppe zu halten,
die ebenfalls so ungefähr einen 6er Schnitt läuft. Insgeheim spekuliere ich
doch noch mit einer Zeit sub5. Die erste der beiden 25km-Runden drücke ich
mit 2:30:48 ab. Ich fühle mich noch gut, glaube aber nicht wirklich, dass
die zweite Runde schneller geht. Aber egal, ich setze mich nicht unter
Druck. Kurz vor Kilometer 29 bleibe ich zum ersten Mal bei einer
Verpflegungsstelle stehen.

Bislang habe ich die angebotenen Getränke im Gehen zu mir genommen. Jetzt
muss ich die dort wartende Eigenverpflegung in meinen Flaschengurt
umfüllen. An mir vorbei gehen einige 25er, denen anscheinend schon hier,
knapp 4 Kilometer vor Ihrem Ziel, die Puste ausgeht. Naja, die haben es ja
bald geschafft - vor mir liegen noch über 21 Kilometer. Weiter gehts...

Ich merke langsam, dass es anstrengend wird. Meine Zeiten bewegen sich in
Richtung 6:30, die Pausen an den Verpflegungsständen werden länger und
kosten jetzt fast eine Minute pro Verpflegungsstand. Dafür sind die Leute
dort echt klasse. Jeder Läufer, der sich auf den Stand zuschleppt, wird mit
Applaus und Jubel begrüßt und man bekommt gute Wünsche für die restliche
Strecke mit auf den Weg. Bei Kilometer 35 zeigt die uhr 3:35. Das war bei
meinen bisherigen Marathons immer der Punkt, wo ich anfing, die Kilometer
bis ins Ziel zu zählen. Und spätestens bei km 40 hatte man dann das gute
Gefühl, es bald geschafft zu haben. Diesmal will sich bei km 40 kein gutes
Gefühl einstellen. Im Gegenteil, es scheinen noch heftige 10 Kilometer auf
mich zuzukommen.

Irgendwann taucht ein großes "M" auf dem Boden auf, die Uhr zeigt 4:23,
jetzt bin ich also zum ersten Mal jenseits der Marathondistanz unterwegs.
Wieso eigentlich? Warum mache ich sowas? Wo doch alles weh tut... Meine
Beine fühlen sich an, als wenn eine Planierraupe darüber gefahren wäre. Ich
merke, wie ich langsamer werde, versuche nochmal, das Tempo zu halten.
Kilometer 44 drücke ich mit 6:22 ab. Das fühlt sich aber an wie zwei
Minuten schneller. Noch sechs Kilometer... Die Beine fühlen sich inzwischen
an, als ob der Planierraupenfahrer sich entschlossen hätte, sie als
Übungsgelände für "Wenden in zwei Zügen" zu benutzen. Jetzt nur
weiterlaufen. Ich sammel noch ein paar Fußgänger ein - die sehen noch
fertiger aus als ich. Zwischen Kilometer 46 und 47 der letzte
Verpflegungsstand. Ich versuche meine Beine mit ein paar Bechern Malzbier
und Cola zur weiteren Mitarbeit zu überreden. Klappt auch, jetzt weiß ich,
dass ich die letzten paar Kilometer auch noch schaffe. Den letzten
Kilometer dann nochmal in 5:45 (hier ein Bild von Kilometer 49,7:
<http://www.adler-langlauf.de/j2005/05-10-30%20Herbstwaldlauf/05-50-images/05-45-HW258.jpg>;)
und ICH HAB ES GESCHAFFT!

Die Zeit ist zwar mit 5:16 nicht mal in der Nähe von sub5, aber angesichts
der reduzierten Erwartungen ist mir das auch reichlich egal.

Fazit:

Erstmal ein Kompliment an die Organisatoren! Der Lauf war perfekt
organisiert, die Verpflegung auf der Strecke war super und die Leute total
nett und freundlich! Obwohl die letzten Kilometer ziemlich anstrengend
waren, hat der Lauf großen Spass gemacht. Gestern war ich zwar noch etwas
vom Muskelkater geplagt, aber heute kann ich wieder beschwerdefrei laufen.
;-) Mein Knie hat ohne jeden Mucks durchgehalten, die Schonzeit vorher hat
sich also rentiert, auch wenn ich die fehlenden Vorbereitungskilometer
gegen Ende des Laufs gemerkt habe.

Und die Ziele für nächstes Jahr sind auch schon gesteckt: Der schon
erwähnte Marathon in sub4 und ein Lauf mit mindestens 60 Kilometern. ;-)

ciao
volker

# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
--

Volker Söhnitz, Fax +49241 404070, Mobil +49172 1518060
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vor das @, ROT13 das ganze und entferne dann das NOSPAM.

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Uwe Stoeckel (2005-11-01 21:11:49)

Lieber Volker,
On Tue, 1 Nov 2005 18:57:58 +0100, Volker Soehnitz
wrote:

> ICH HAB ES GESCHAFFT!

Herzlichen Glückwunsch!
Mögen noch viele lange Distanzen folgen!

Gratulierende Grüße aus Osnabrück,
Uwe
--
http://www.drsl.de/?lid

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Volker Soehnitz (2005-11-03 10:11:06)

Jörg Marek wrote in de.rec.sport.laufen.veranstaltungen:

> herzlichen Glueckwunsch zu dieser super Leistung.

Danke!

> Ich hoffe, der Tag danach hat bei dir nicht allzuviele Qualen
> hervorgerufen. Das bei so einem Lauf sich schon mal die Beine melden ist
> wohl normal. ;-)

Es ging erstaunlich gut. Montag hatte ich ein bisschen Muskelkater, aber
gestern gingen die 90 Minuten Konditionsgymnastik in der Halle wieder
problemlos und morgen vor der Arbeit traue ich mich auch wieder für 10 km
auf die Piste. ;-)

ciao
vol*Nächstes Jahr den Röntgenlauf ins Auge nehmend*ker

--

Volker Söhnitz, Fax +49241 404070, Mobil +49172 1518060
http://www.physiktips.de oder http://www.volker-online.com
Für Antworten per Mail, ROT13 die Mailadresse, füge ABFCNZ
vor das @, ROT13 das ganze und entferne dann das NOSPAM.

[Bericht] 50 km Ultramarathon, Bottroper Herbstwaldlauf
Autor: Elisabeth Mueller (2005-11-13 19:18:46)

Volker Soehnitz schrieb:

>Name des Laufes: Bottroper Herbstwaldlauf

Da ist ja noch einer.

>Bericht:
>
>Am Sonntag war es also soweit - mein erster "Ultra".

Cool.

>Damit sollte zumindest
>eines meiner beiden Ziele für 2005 noch erreicht werden. Das erste -
>nämlich einen Marathon in Sub4 - hatte ich schon opfern müssen, weil ich in
>Köln als Begleiter für den Debütmarathon meiner Freundin mitgelaufen war.

Das war aber wirklich lieb von Dir.

>Nach der mäßigen Vorbereitung hieß das Ziel aber nur noch:
>"Halbwegs beschwerdefrei ankommen". ;-)

Normalerweise freu ich mich ueber Ansagen, aber die hier ist schon
recht mikrig.

>Ein Mädel holt mich ein, lächelt mich an und meint "coole Frisur". Ja,
>meine Haarfarbe ist häufig ein Aufhänger für ein Gespräch. ;-)

Gibs zu, das ist auch die Absicht dahinter.

>Ich genieße das schöne Wetter und versuche mich an eine Gruppe zu halten,
>die ebenfalls so ungefähr einen 6er Schnitt läuft.

Gute Taktik.

>Ich merke langsam, dass es anstrengend wird. Meine Zeiten bewegen sich in
>Richtung 6:30, die Pausen an den Verpflegungsständen werden länger und
>kosten jetzt fast eine Minute pro Verpflegungsstand. Dafür sind die Leute
>dort echt klasse. Jeder Läufer, der sich auf den Stand zuschleppt, wird mit
>Applaus und Jubel begrüßt und man bekommt gute Wünsche für die restliche
>Strecke mit auf den Weg.

Ein guter Support ist das halbe Rennen.

>Bei Kilometer 35 zeigt die uhr 3:35. Das war bei
>meinen bisherigen Marathons immer der Punkt, wo ich anfing, die Kilometer
>bis ins Ziel zu zählen. Und spätestens bei km 40 hatte man dann das gute
>Gefühl, es bald geschafft zu haben. Diesmal will sich bei km 40 kein gutes
>Gefühl einstellen. Im Gegenteil, es scheinen noch heftige 10 Kilometer auf
>mich zuzukommen.

Du musstest ja unbedingt einen Ultra laufen.
>
>Irgendwann taucht ein großes "M" auf dem Boden auf, die Uhr zeigt 4:23,

Ist ja schon mal keine schlechte Zeit.

>Meine Beine fühlen sich an, als wenn eine Planierraupe darüber gefahren wäre.

Oje.

>Noch sechs Kilometer... Die Beine fühlen sich inzwischen
>an, als ob der Planierraupenfahrer sich entschlossen hätte, sie als
>Übungsgelände für "Wenden in zwei Zügen" zu benutzen.

Autsch. Ich leide hier mit.

>Jetzt nur
>weiterlaufen. Ich sammel noch ein paar Fußgänger ein - die sehen noch
>fertiger aus als ich. Zwischen Kilometer 46 und 47 der letzte
>Verpflegungsstand. Ich versuche meine Beine mit ein paar Bechern Malzbier
>und Cola zur weiteren Mitarbeit zu überreden. Klappt auch, jetzt weiß ich,
>dass ich die letzten paar Kilometer auch noch schaffe. Den letzten
>Kilometer dann nochmal in 5:45 (hier ein Bild von Kilometer 49,7:
><http://www.adler-langlauf.de/j2005/05-10-30%20Herbstwaldlauf/05-50-images/05-45-HW258.jpg>;)

Coole Frisur. ;-)

>und ICH HAB ES GESCHAFFT!

Jaaaa!
>
>Die Zeit ist zwar mit 5:16 nicht mal in der Nähe von sub5, aber angesichts
>der reduzierten Erwartungen ist mir das auch reichlich egal.

Na bitte fuer einen Ultra.

>Und die Ziele für nächstes Jahr sind auch schon gesteckt: Der schon
>erwähnte Marathon in sub4 und ein Lauf mit mindestens 60 Kilometern. ;-)

So schlimm waren die Schmerzen offenbar doch nicht.

Danke, dass wir Dich auf Deinem ersten Ultra begleiten durften.
Elisabeth