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[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)


[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: Dieter Tjaden (2004-10-18 10:04:25)

So, den zweiten Versuch hat mein Rechner nicht verweigert.

# Begin Template
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.

Name des Laufes: 3. Alstermarathon
Datum: 17.10.2004 (Sun)
Ort: Hamburg
Postleitzahl: D2
Homepage (Veranstalter): http://www.alstermarathon.de
Ihr Name: Dieter Tjaden
Ihre eMail-Adresse: drsl at dieter-t de
Streckenlaenge: MA
Beschaffenheit: 90% Park- und Waldwege
Profil: Hügelig
Wetter: 5-10°C trocken, teilweise Sonnenschein
Teilnehmer: ca. 500 Einzelläufer + über 100 Staffeln
Bericht:
Bericht Alstermarathon

123 Stufen ... 145 Höhenmeter ... 42195 Meter ... durch die grüne Hölle
des Nordens ...
So heisst es auf der HP des Alstermarathon.

Warum ich überhaupt diesen Marathon laufe?
Vor der Deutschlandstaffel hatte ich die Idee gehapt das Laufjahr mit
zwei kurzen Wettkämpfen über 800m und 1000m zu beenden. Nacg der
Deutschlandstaffel war ich aber doch recht Kaputt und zusätzlich war
ich auch beruflich stark Beansprucht. Ich kam auch kaum noch zum
trainieren und so habe ich die Idee wieder fallen gelassen. Ein
Vereinskamerad meinte dann ich lönnte dann ja auch gleich die Saison
abschliessen und in die Winterpause gehen.
Hm, nur hatte ich ja wegen des verkorksten ersten Halbjahres ja gar
keine Saison gehabt. Und Winterpause? Wovon sollte ich mich denn
erholen? Von dem wenigen Training das ich gerade machte?
Mir kam dann die Idee mir noch einen schönen Landschaftslauf zu suchen,
am besten so über die HM-Distanz. Der von unserem Verein ausgerichtete
Geestlauf kam leider nicht in Frage, da ich dort als Obmann Ziel/Zeit
im Einsatz sein werde. Der Country-Lauf Syke-Weyhe-Syke ist leider erst
am 19.12. also auch nicht das was ich suche. Im Internet ´stolpere´ ich
dann über den Alstermarathon. Die Internetseite verspricht einen
schönen Landschaftslauf mitten in Hamburg. Also nicht lange überlegt
und angemeldet. Erst am nächsten Tag kommt mir in den Sinn das ich für
einen Marathon ja nun wirklich nicht trainiert habe.
Und damit bin ich auch schon beim ...

VWKGJ
Nun bin ich also zu einem Marathon angemeldet. Dabei habe ich gerade
mal einen Wochenschnitt von 30km lange Läufe habe ich auch keine. Nach
der Staffel hatte ich Wochenumfänge von 26km, 54km, 18km, 48km (inkl.
1x 28km) und 50km (inkl. 1x30km). Die letzte Woche vorm Marathon
immerhin noch mal 76km inkl. 1x 28km. Eine Marathonvorbereitung sieht
anders aus. Und die Strecke ich ja nun auch nicht gerade die
einfachste.
Na, da hatte der Dieter ja eine tolle Idee.
Das Ziel kann also nur sein durch langsames Laufen und Gehpausen bei
den Verpflegungsstellen und an den Steigungen die Strecke zu schaffen.
So will ich denn auch die drei langen Läufe schön langsam laufen. Den
ersten über 28km laufe ich dann aber doch in einem 4:45er Schnitt. Den
zweiten über 30km mit drei Hügeln in einem 4:48er. Also den letzten
wenigstens schön langsam angehen. Klappt nicht, schönes Wetter und
unglaublich lockere Beine sorgen dafür das ich am Anfang zwar noch mit
einem 4:46er Schnitt loslaufe aber ich die letzten 9,3km dann im einem
4:15er Schnitt renne. Na ganz Toll.
Ob ich es schaffe werde beim Marathon langsam zu laufen bleibt also
mehr als Fraglich, zumal ich das im letzten Jahr beim
Norderney-Marathon ja auch schon vergeblich versucht hatte. Bleibt wohl
nur das Ziel am Ende des WK zumindest mit Würde zu ´sterben´.
Und damit komme ich zum ...

Bericht
Am Vorabend packe ich schon mal meine Tasche. Als Carboloading gibt es
Spaghetti mit Pesto, dazu noch ein wenig Putenbrust mit Paprika,
Gemüsezwiebel, Champignons, Pfifferlinge und Peperoni aus dem Wok.
Später dann noch zwei Weizen.
Um 4:45 Uhr klingelt der Wecker. Zum Frühstück gibt es Toast mit Honig.
Dazu Kaffee und natürlich Wasser. Draussen ist es schön kalt, 1°C. Auf
der Fahrt nach Hamburg trinke ich fleissig weiter Wasser und so wird
die Fahrt noch zweimal zwegs Toilettenbesuch unterbrochen. Gegen 8:00
Uhr komme ich bei der Jahnkampfbahn im Stadtpark an, dort wird später
das Ziel sein. Ich muss mir aber erst mal in der Umgebung einen
Parkplatz suchen. Die Temperatur ist inzwischen erfreulicherweise auf
5°C geklettert. Bis zum Ziel werden es noch 10° C. Bei der
Jahnkampfbahn wird erstmal die Toilette besucht. Dann die Startnummer
abgeholt und umgezogen. Auf Grund der Temperaturen entscheide ich mich
denn doch lieber für die langen Sachen, Handschuhe und die Bandana. Es
wird wohl trocken bleiben, da lasse ich die Kappe in der Tasche. Um
8:45 Uhr geht der ganze Tross zur Ohlsdorfer Straße wo pünktlich um
9:00 Uhr der Start erfolgt.
Der Marathon geht also los. Ich habe das Gefühl mit einem einigermassen
vernünftigen Tempo zu laufen. Der erste Kilometer ist nach sauberen 4:30
erreicht. Klasse, ich bin doch wieder wie bekloppt losgerannt. Also erst
mal Tempo rausnehmen und überholen lassen. Wir erreichen jetzt auch die
Alster. Den zweiten Kilometer laufe ich in 5:07. Na also geht doch. Auf
den dritten Kilometer geht es das erste mal ein wenig bergab, ich lasse
es rollen. Aber wieso bin ich eigentlich schon wieder am Überholen? Die
Zeit für Kilometer 3 ist 4:23, das sagt mal wieder alles. Die Kiloemeter
4 und 5 verlaufen recht vernünftig, wenn man bei meinem Trainingstand
und einem Tempo von 4:54 und 4:51 angesichts der Strecke überhaupt von
Vernunft sprechen kann. Die 5km Marke ist nach 23:35 erreicht.
So langsam wird die Strecke wie angekündigt auch Ansruchtsvoller. Bei
der ersten Verpflegungsstelle bin ich immerhin so vernünftig ein
Stückchen zu gehen. Dies behalte ich bis zum Schluss auch so bei. Beim
neunten Kilometer geht es erneut ein Stück bergab. Dieser wird mit 4:37
der schnellste dieses 5km Abschnitts. Ansonsten freue ich mich über die
schöne Strecke. Kilometer 10 erreiche ich so nach 47:12.
Durch die Staffelläufer wird man immer wieder mal irritiert, weil man
doch immer mal wieder von ihnen mit deutlichem Tempounterschied
überholt wird. Ich muss an die Deutschlandstaffel denken und muss doch
schmunzeln als wir an einer Strasse vorbei laufen und dort doch
tatsächlich ein Wohnmobil an der Strecke steht. Es hat aber leider kein
Leipziger Kennzeichen, ich muss doch weiter laufen. Dies muss irgendwo
bei Kilometer 13 sein, das Schild habe ich übersehen. Die beiden
Kilometer werden mit einem Schnitt von 4:57 die langsamsten auf diesen
5km Abschnitt. Nach 15km sagt meine Uhr eine 1:11:27.
Auf Kilometer 16 hat dann die erste heftige Steigung, sogar in Form von
Stufen zu bieten. Ich gehe brav die Steigung hoch und bin Überrascht
trotzdem eine 4:53 zu laufen. Kilometer 17 wird durch ein schönes
Gefälle mit 4:31 wieder recht schnell. Der Kilometer 18 hat dafür
wieder eine heftige Steigung zu bieten. Mit 5:14 wird es der bisher
langsamste. Das Schild für Kilometer 19 habe ich übersehen, nach 20km
habe ich eine Zeit von 1:35:36.
Jetzt geht es nach einer kleinen Schleife wieder zurück und es kommen
einem auch Läufer entgegen. Mir fällt auch eine kleine Gruppe von zwei
Frauen und einem Mann auf, die ich schon das dritte mal an der Strecke
stehen sehe. Offentsichlich sind sie als Supporter unterwegs. Kilometer
21 wird mit 4:32 wieder flott, Kilometer 22 mit 5:03 wieder langsamer.
Nach dem nächsten Wechselpunkt für die Staffelläufer will mich ein
Staffelläufer überholen und ich rufe ihm nur ein ´immer diese
Staffelsprinter´ zu. Wir kommen ins Gespäch und laufen jetzt zusammen.
Kilometer 24 in flotten 4:37. Die Schilder für die Kilometer 25 und 26
habe ich durch die plauderei übersehen. Dafür sehe ich aber wieder
´meine´ Supporter wieder an der Strecke stehen. Ich rufe ihnen ein
´euch sieht man auch überall´ zu und sie müssen lachen, ich auch. Ich
erkläre dem Staffelläufer was es damit auf sich hat. Nach 27km habe ich
dann eine Zeit von 2:09:17.
Dioe Kilometer 28, 29 und 30 verlaufen recht unspektakulär, wobei ich
das Schild für 29 wieder übersehen habe. Die Zeit die 30km Marke ist
2:23:36.
Der Staffelläufer muss nunj abreissen lassen, er kann das Tempo nicht
halten. Ich überlege kurz warum ich nicht auch einfach langsamer werde
und mit ihm zusammen zu seinem Wechselpunkt zu laufen. Denn so langsam
werden doch die Beine schwerer. Ich weiss aber auch die Antwort. Mir
ist natürlich schon klar geworden das ich auf einem sub 3:30 kurs bin.
Als ich nach der nächsten Verpflegungsstelle auf Kilometer 32 wieder
anlaufe habe ich kurz das Gefühl etwas ´eierig´ zu laufen, es geht aber
bald wieder. Das Schild für Kilometer 33 habe ich wieder übersehen. Eine
Frau die als Streckenposten fungiert ruft nur ´Startnummer 333 auf dem
33. Kilometer´. Ja, das bin ich, der da mit immer schwereren Beinen
durch City-Nord läuft. Die beiden Kilometer 33 und 34 laufe ich
zusammen in 10:14. Ich freue mich darüber wenigstens nicht mehr auf
Wurzeln aufpassen zu müssen und das es jetzt auch wieder flacher ist.
Kilometer 35 hat aber noch mal eine Überraschung parat. Eine schöne
steile Brücke! Da ich so langsam das Gefühl habe kurz vor einem
Oberschenkelkrampf zu stehen beschliesse ich die Brücke nicht hoch zu
gehen sondern zu laufen. Oben angekommen steht da doch glatt wieder
´meine´ Supportergruppe. Eine der Frauen ruft mir ein ´da bist du ja
schon wieder´ zu und ich kann tatsächlich noch Lachen. Läufer die schon
mal den HH-Marathon gelaufen sind kennen diese Brücke. Es ist die Brücke
kurz vor IBM und HP, auf der beim HH-Marathon immer sehr viele Zuschauer
stehen um die Läufer anzufeuern. Heute macht die Brücke aber gar keinen
Spass. Auch runter kann ich es nicht mehr rollen lassen, die
Oberschenkel wollem das jetzt nicht mehr. Den Kilometer 35 laufe ich in
5:05. Die Zeit bis hier ist 2:48:38.
Nun beginnt der intensive Dialog mit dem Hammermann. Ich muss auch
wegen einem Krampf eine Gehpause einlegen und versuche die Oberschenkel
zu lockern. Kilometer 36 vergeht in 5:17. auf den nächsten Kilometern
muss ich immer wieder kurze Gehpausen einelgen um weiter drohende
Krämpfe zu vermeiden. Die Kilometer 37, 38 und 39 schaffe ich noch in
4:56, 5:11 und 5:11. Immer im Zwiegespräch mit dem Hammermann. Bei
Kilometer 40 muss ich doch eine längere Gehpause einlegen, wieder
Krämpfe. Die Zeit für die 40km Marke ist 3:14:59.
Jetzt denke ich wieder an die Deutschlandstaffel, da war ich auch
manchmal reichlich kaputt und habe trotzdem weiter gemacht. Das gibt
mir zumindest Mental neue Kraft! Als mich eine Staffelläuferin überholt
versuche ich dran zu bleiben (ja ich gebe zu das sie Hüsch war) muss
dafür aber erst mal ein höheres Tempo laufen um sie überhaupt einholen
zu können. Und merke überraschender weise das dieses Tempo auch nicht
mehr schmerzt als das langsamere. Ich renne gleich an ihr vorbei und
hole sogar noch den Einzelläufer vor mir ein, werde aber doch noch mal
von einem Krampf gebremst, Kilometer 41 in 5:02. Jetzt ist mir alles
Egal, ich will habe keine Lust mehr und will ins Ziel, und das
möglichst schnell. Den ungläubigen Blick des des Läufers den ich jetzt
doch überhole kommentiere ich nur mit einem ´ich habe keinen Bock
mehr´. Danach stelle ich das Denken völlig ein renne nur noch was die
Beine hergeben. Als ich in die Jahnkampfbahn einlaufe wundere ich mich
fast das ich keinen erneuten Krampf bekomme, die Beine schmerzen zwar
wie blöde, verrichten ihre Arbeit aber trotzdem. Im Ziel bin ich erst
mal völlig Fertig und muss mich ein paar Minuten erholen. Mit einem
Blick auf die Uhr stelle ich mich erstaunen fest das ich die letzten
1,195km in 4:42 gelaufen bin, ein Schnitt von 3:55! Die Endzeit ist
auch mehr als erfreulich: 3:24:43. Ich bin 32. Gesamt und 6. M35
geworden.

NWKGJ
Im Ziel versorge ich mich mit Apfelschorle, Kuchen und heisser Brühe.
Ich traue mich aber nicht mich hinzustetzen aus Furcht wieder einen
Krampf zu bekommen. So gehe ich meine Tasche holen. Dafür muss ich aber
eine Treppe hoch, die Beine wollen das aber eigentlich gar nicht. Und
was noch viel Schlimmer ist, ich muss die Treppe ja auch wieder runter.
Die Beine werden immer unwilliger. Als ich mich in der Umkleidekabine
ausziehen will gestalltet sich das recht schwierig, ich habe ständig
Krämpfe in den Oberschenkeln. Die Duschen sind schön warm, aber die
Krämpfe gehen weiter. Ich halte mich noch ein wenig auf der
Jahnkampfbahn auf und die Beine beruhigen sich langsam wieder. So traue
ich mich doch wieder mit dem Auto zu fahren und fahre Heim.

Fazit
Mehr war mit meiner ´Marathonvorbereitung´ sicher nicht drin, zumal auf
dieser anspruchtsvollen Strecke. Trotzdem beschliesse ich nie wieder auf
solch ein Abenteuer einzulassen und nur noch wirklich gut vorbereitet
einen Marathon zu laufen.

# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team

Gern geschehen. Der Bericht ist recht lang geworden, aber da ich in
diesem Jahr auch noch keinen geschrieben habe gleicht sich das bei der
Rechnung Zeilen/Monat wieder aus. ;-)

Gruss aus Bremen
Dieter

--
Quäl dich du Sau ist schon ganz gut, aber doch eher zu
mild, zu poetisch, mehr was fürs Poesiealbum.
(Ralf Milke in bnjvr2$11gks1$1@ID-210992.news.uni-berlin.de)

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: "Ingo Redeker" (2004-10-18 13:54:04)

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: "Ingo Redeker" (2004-10-18 13:54:04)

"Dieter Tjaden" schrieb


über den Alstermarathon
> 123 Stufen ... 145 Höhenmeter ... 42195 Meter ... durch die grüne Hölle
> des Nordens ...

> VWKGJ

Sehr glaubwürdig!

> Der Marathon geht also los. Ich habe das Gefühl mit einem einigermassen
> vernünftigen Tempo zu laufen. Der erste Kilometer ist nach sauberen 4:30
> erreicht. Klasse, ich bin doch wieder wie bekloppt losgerannt.

(Kilometererlebenisse inkl. unangenehme Zwiegepräche mit dem Hammermann,
nebst Krämpfen)

> Kilometer 41 in 5:02. Jetzt ist mir alles
> Egal, ich will habe keine Lust mehr und will ins Ziel, und das
> möglichst schnell. Den ungläubigen Blick des des Läufers den ich jetzt
> doch überhole kommentiere ich nur mit einem ´ich habe keinen Bock
> mehr´.

Ich galube das ist es was man als "Mitläufer " in diser Situation nicht
braucht. Ein Dieter in Road-Runner Manier :-). Hammerhart.

> Danach stelle ich das Denken völlig ein renne nur noch was die
> Beine hergeben.

Örks.


> Mit einem
> Blick auf die Uhr stelle ich mich erstaunen fest das ich die letzten
> 1,195km in 4:42 gelaufen bin, ein Schnitt von 3:55! Die Endzeit ist
> auch mehr als erfreulich: 3:24:43. Ich bin 32. Gesamt und 6. M35
> geworden.

Wahnsinn, mal eben aus dem "Stand". Ich wünsche dir eine gute Erholung, auf
das deine Beine dich bald wieder lieb haben.

Ciao
In-Zeilen/Monat Rechnung ist ausgeglichen-go

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: "Jens Rossa" (2004-10-18 14:51:44)

Hallo Dieter,

ich kann nur sagen mutig mutig bei dieser Vorbereitung. Ich kanns aber
nachvollziehen - gerade nach einer Verletzungspause wenn alles anderen
Ziele gecrasht sind, verschafft man sich dann eben noch ein
Erfolgserlebnis - bei mir wars im Frühjahr der RSL, bei dir jetze der
Alstermarathon.

> Fazit
> Mehr war mit meiner ´Marathonvorbereitung´ sicher nicht drin, zumal
> auf dieser anspruchtsvollen Strecke. Trotzdem beschliesse ich nie
> wieder auf solch ein Abenteuer einzulassen und nur noch wirklich gut
> vorbereitet einen Marathon zu laufen.

Erstmal Glückwunsch! Das ist eine phantastische Leistung nach der
Vorgeschichte von dir in diesem Jahr und zeigt ja nur, was du für ein
Potential hast. Letztendlich bist du die beiden Hälften ja recht
gleichmässig gelaufen wenn ich richtig gerechnet habe (1:41+1:43) also
kannst du auch nicht viel verkehrt gemacht haben und soooo schlimm find
ich es nicht, wenn mal ein Kilometer mit 4:30 dazwischen rutscht..

> Gern geschehen. Der Bericht ist recht lang geworden, aber da ich in
> diesem Jahr auch noch keinen geschrieben habe gleicht sich das bei
der
> Rechnung Zeilen/Monat wieder aus. ;-)

ich fand den erstens gar nicht so lang und zweitens ist es schön, dass
du auch wieder Berichte schreiben kannst.

Grüße,
Jens

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: "Britt Munzlinger-Grehl" (2004-10-18 15:44:44)

"Dieter Tjaden"


>
> Warum ich überhaupt diesen Marathon laufe?

Ich glaube kaum, dass Du uns das plausibel erklären kannst. ;-)
Bei deinem Wischi-Waschi-Training und dem wochenlangen
Rumgegurke im Staffomobil.

>Ein Vereinskamerad meinte dann ich könnte dann ja auch gleich die Saison
> abschliessen und in die Winterpause gehen.

*g*... Stellste mir deinen Kameraden mal vor... von dem könnt ich ja direkt
noch was lernen.

>Die Internetseite verspricht einen
> schönen Landschaftslauf mitten in Hamburg.
Glaubst Du alles was im Netz steht ?

>Also nicht lange überlegt und angemeldet.
>Erst am nächsten Tag kommt mir in den Sinn das ich für
> einen Marathon ja nun wirklich nicht trainiert habe.
Ich bin NIE für einen Wettkampf trainiert. ;-)
Wird schon...bist ja ein erwachsener Mann, Du weißt was Du tust.
Oder ?


> Na, da hatte der Dieter ja eine tolle Idee.
> Das Ziel kann also nur sein durch langsames Laufen und Gehpausen bei
> den Verpflegungsstellen und an den Steigungen die Strecke zu schaffen.

Das ist deine tolle Idee, ? *oerks* ;-)

[Dieter hat es sich anders überlegt und:]

>Bleibt wohl
> nur das Ziel am Ende des WK zumindest mit Würde zu ´sterben´.
Aha... geht doch. ;-) Losrennen und gucken was passiert.
Weltbeste Taktik. :-)


[...]
>Der erste Kilometer ist nach sauberen 4:30
> erreicht. Klasse, ich bin doch wieder wie bekloppt losgerannt.
:-)

[...]

. Die 5km Marke ist nach 23:35 erreicht.

Oh... Du rennst den M ja tatsächlich im 8k-Hausfrauentempo.

[...ein Bericht wie ich ihn nächstes Jahr auch schreiben werde...jawoll
;-) ]

>Jetzt ist mir alles
> Egal, ich will habe keine Lust mehr und will ins Ziel, und das
> möglichst schnell. Den ungläubigen Blick des des Läufers den ich jetzt
> doch überhole kommentiere ich nur mit einem ´ich habe keinen Bock
> mehr´.
Das solltest Du mal mit mir machen... ich würde noch Kraft finden 120m vor
dem Ziel
zurückzuzicken. ;-)

>Die Endzeit ist auch mehr als erfreulich: 3:24:43.
>Ich bin 32. Gesamt und 6. M35 geworden.

Klasse. :-)

>Dafür muss ich aber
> eine Treppe hoch, die Beine wollen das aber eigentlich gar nicht. Und
> was noch viel Schlimmer ist, ich muss die Treppe ja auch wieder runter.

Das hast Du Dir verdient... genieße es. *g*

>Trotzdem beschliesse ich nie wieder auf
> solch ein Abenteuer einzulassen und nur noch wirklich gut vorbereitet
> einen Marathon zu laufen.

Klar, Dieter...klar...


Danke für den Bericht.

Lieben Gruß
Britt

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: Oliver Olzo Seyfert (2004-10-18 15:59:57)

Britt Munzlinger-Grehl schrieb am 18.10 um 15:44:
> "Dieter Tjaden"
> [Dieter hat es sich anders überlegt und:]
>>Bleibt wohl nur das Ziel am Ende des WK zumindest mit Würde zu ´sterben´.
> Aha... geht doch. ;-) Losrennen und gucken was passiert.
> Weltbeste Taktik. :-)

Ja, genau! *unterschreib* B-)

Glueckwunsch zum Lauf, Dieter, und vor allem zu dieser Entscheidung ;)

> . Die 5km Marke ist nach 23:35 erreicht.
>
> Oh... Du rennst den M ja tatsächlich im 8k-Hausfrauentempo.

Glueckwunsch auch zu deinen Lauf, Britt. Ist ja wie immer alles relativ.
Vielleicht troestet es sich, wenn du mal durchrechnest, dass andere hier
ihren Marathon schneller durchgehen als Dieter z.Zt. 8km laufen kann.
So ist das halt.
Kilometer fressen und gefressen werden.

>>Die Endzeit ist auch mehr als erfreulich: 3:24:43.

Ein kleines Wunder. Nach dem grossen Knie-Wunder schon wieder eins.
Wundervoll!

>>Trotzdem beschliesse ich nie wieder auf
>> solch ein Abenteuer einzulassen und nur noch wirklich gut vorbereitet
>> einen Marathon zu laufen.
>
> Klar, Dieter...klar...

Jaja, Dieter ... JAJAJA ... Natuerlich.
Sehen wir uns in 2 Wochen beim Roentgenlauf (63km)?

Laufende Gruesse
Oli-"man will mich dorthin zwingen, ich werde dort aber nicht starten"-ver

--
http://www.laufen-in-wuppertal.de
http://www.drsl.de
http://www.deutschlandstaffel.de

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: Ralph Wesselmann (2004-10-18 16:24:44)

Hallo Dieter,

Dieter Tjaden wrote:

> Bericht Alstermarathon

> 123 Stufen ... 145 Höhenmeter ... 42195 Meter ... durch die grüne Hölle
> des Nordens ...
> So heisst es auf der HP des Alstermarathon.

Also normale Menschen würden sich fragen, warum Du gerade einen Marathon
laufen willst...

> Warum ich überhaupt diesen Marathon laufe?

Ups... na gut, aber wir wissen ja alle hier, dass die Frage schon
beantwortet ist: Weil es Spaß macht!

> VWKGJ

Gehört dazu und ist doch immer wieder neu ;-)

> Bericht
> Kilometer 10 erreiche ich so nach 47:12.
> nach 20km
> habe ich eine Zeit von 1:35:36.
> Die Zeit die 30km Marke ist
> 2:23:36.
> Die Zeit für die 40km Marke ist 3:14:59.
> Die Endzeit ist
> auch mehr als erfreulich: 3:24:43.

Mit leichen Schwankungen schönes Tempo gehalten. Glückwunsch!

> Fazit
> Trotzdem beschliesse ich nie wieder auf
> solch ein Abenteuer einzulassen und nur noch wirklich gut vorbereitet
> einen Marathon zu laufen.

Genau. Und zu Sylvester nehmen wir uns vor, gesünder zu leben und
endlich mal genug zu schlafen jede Nacht. ;-)

Zur Klarstellung: Für Anfänger ist das hier kein Vorbild! Neulinge auf
langen Laufstrecken müssen sich intensiv und gut vorbereiten - dem
Dieter gönn ich hingegen einfach mal den Spaß, der hat genug Erfahrung
das durchzustehen und im Zweifelsfall auch zu wissen, wann man aufhören
muss!

Gruß,

Ralph

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: "Britt Munzlinger-Grehl" (2004-10-18 16:32:43)

"Ralph Wesselmann" entzauberte mit wenigen Worten einen Helden:



> Zur Klarstellung: [...]der [Dieter T.] hat genug Erfahrung
> das durchzustehen und im Zweifelsfall auch zu wissen, wann man aufhören
> muss!

Ach so ? :-(

*schnief*

Grüße
Br-"vernünftige Männer sind langweilig und müssen zur Rehabilitation
beim Roentgenlauf starten ;-)"-itt

[Bericht] 3. Alstermarathon (lang)
Autor: Dieter Tjaden (2004-10-18 17:20:07)

Ingo Redeker schrieb:
> "Dieter Tjaden" schrieb
>> Kilometer 41 in 5:02. Jetzt ist mir alles
>> Egal, ich will habe keine Lust mehr und will ins Ziel, und das
>> möglichst schnell. Den ungläubigen Blick des des Läufers den ich jetzt
>> doch überhole kommentiere ich nur mit einem ´ich habe keinen Bock
>> mehr´.
>
> Ich galube das ist es was man als "Mitläufer " in diser Situation nicht
> braucht. Ein Dieter in Road-Runner Manier :-). Hammerhart.

Kannst ja mal die Läufer fragen die ich letztes Jahr beim Norderney-M
ueberholt habe. Ich glaube fuer die war es schlimmer, die waren ja an
Pos. 5-7. ;-)

>> Danach stelle ich das Denken völlig ein renne nur noch was die
>> Beine hergeben.
>
> Örks.

Man muss es nur schaffen das Denken einzustellen.

>> Mit einem
>> Blick auf die Uhr stelle ich mich erstaunen fest das ich die letzten
>> 1,195km in 4:42 gelaufen bin, ein Schnitt von 3:55! Die Endzeit ist
>> auch mehr als erfreulich: 3:24:43. Ich bin 32. Gesamt und 6. M35
>> geworden.
>
> Wahnsinn, mal eben aus dem "Stand". Ich wünsche dir eine gute Erholung, auf
> das deine Beine dich bald wieder lieb haben.

Danke. Heute habe ich schon mal nen schoenen Muskelkater. Da sich ein
Muskelkater bei mir i.d.R. erst nach zwei Tagen so richtig bemerkbar
macht habe ich fuer morgen so meine Bedenken. Aber ich hoffe diese Woche
noch mal zu laufen.

> Ciao
> In-Zeilen/Monat Rechnung ist ausgeglichen-go

Gruss aus Bremen
Die-"da bin ich ja beruhigt"-ter

--
Laufen ist schoen.