[Bericht] Run Warsaw
Autor: Karsten Voss (2005-10-10 01:15:49)
Run Warsaw wurde von Nike als Massenlauf organisiert, um möglichst viele
Leute zum Laufen zu bewegen. Es gab unglaublich viel Werbung in der
Stadt, auf Bussen, im Internet. Mit den Anmeldeunterlagen gab es unter
anderem Trainingspläne für Anfänger, die sich innerhalb von 4
Wochen auf
einen 5-km-Lauf vorbereiten möchten. Mehrmals pro Woche gab es an
verschiedenen Orten in der Stadt Treffpunkte mit Trainern zur
Vorbereitung. Entsprechend war keine Zeitmessung, keine Siegerehrung
oder ähnliches geplant. Es sollten einfach nur viele Leute in gelben
Hemdchen laufen und Spaß dabei haben. Das Konzept ging auf. Wo sonst bei
Laufveranstaltungen höchstens dreistellige Teilnehmerzahlen
zusammenkommen (Warszawa Maraton in diesem Jahr Rekordbeteiligung von
2000), waren hier die 10.000 Startplätze eine Woche vor dem Start
ausverkauft. Startgeld war umgerechnet ca 5 EUR. Dafür gab es außer
einer Startnummer ein gelbes Hemd mit Logo des Laufs und natürlich einem
Swoosh, besagte Trainingspläne, einen gelben Beutel mit Startnummer
für
die Garderobe, sowie einen Gutschein, mit dem man in einem bestimmten
Geschäft auf Laufkleidung und -Schuhe einer bestimmten Marke 15% Rabatt
bekommt. Passend dazu gab es in diesem Geschäft ein etwas erweitertes
Laufsortiment mit überhöhten Preisen. Ich habe mir bei der
Gelegenheit
ein Paar Air Pegasus in silber/neongrün zugelegt. Da ich für meine
Verhältnisse schnell sein wollte, habe ich für den Lauf aber ein
letztes
Mal meine langsam zerfallenden Adidas Tenet II angezogen.
Trotz des geplanten Spaßcharakters hatte ich mir ein sportliches Ziel
zurechtgelegt. Nach meinen Trainingszeiten hielt ich es für
anspruchsvoll, aber machbar, unter 23 Minuten zu bleiben. Dazu habe ich
in der Vorbereitung sogar die ersten Intervalle meines Lebens probiert.
[VWGJ]
3 Wochen vor der Veranstaltung bin ich im Wald heftig umgeknickt. Nach
einigen Tagen konnte ich wieder vorsichtig laufen, aber so richtig gut
fühlt sich der Fuß nach größeren Umfängen oder
Intensitäten noch nicht
an, der Knöchel ist noch immer dick. Ansonsten fühlte ich mich aber
gut,
so dass ich das Zeitziel im Auge behielt.
[Strecke]
Die Strecke führte über breite Straßen in der Innenstadt. Start
und Ziel
waren in der Nähe des Königsschlosses auf Krakowskie
Przedmie¶cie.
Trockener Asphalt
[Aufwärmen]
Zum Aufwärmen, für Garderoben, Toiletten uns sogar Umkleideräume
wurde
der Theaterplatz okkupiert. Eine Bühne war aufgebaut, von der aus
Animateure zu Rumsmusik die Teilnehmer anschrieen. Eine halbe Stunde vor
dem Start lief die große Masse zum etwa 500m entfernten Start.
Nachdem ich meine Familie auf netten Sitzplätzen in einem
Straßencafé in
der Nähe von Start/Ziel untergebracht hatte, begab ich mich zum Start.
Dort war ein solches Gedränge, dass ich nur noch ziemlich weit hinten
einen stehen konnte.
[Lauf]
ca 7 Minuten vor dem geplanten Start ertönte ein Knall. Ein paar Leute
in meiner Umgebung hopsten in die Luft und berichteten, dass vorn schon
Leute laufen würden. Nach einigen Minuten passierte auch ich die
Startlinie und drückte auf den Startknopf meiner Uhr. Die Leute vor und
neben mir trabten im besten Fall locker, so dass ich ständig eine
Lücke
zum Überholen suchen musste.
Nach einem km zeigte die Uhr 5:21. Vom angestrebten Ziel war das weit
entfernt. Also weiter Lücken suchen und hoffen, dass sich das Feld etwas
auseinander zieht. Die nächste Markierung sah ich erst bei 2,5km. Hier
zeigte die Uhr etwa 12:45. Jetzt war das Feld schon so locker, dass ich
Slalom laufend in meinem Tempo vorwärts kam, und nur noch selten bremsen
musste. Weitere Streckenmarkierungen sah ich nicht mehr. Ca. 1,5 km vor
dem Ziel zog ich noch einmal das Tempo an. Etwa 500m vor dem Ziel ging
es auf die Zielgerade. Im Kampf gegen die Uhr gab ich hier noch einmal
alles - 22:42. Nach einigen 100m austraben gab es zur Belohnung noch
eine Medaille und eine Flasche Mineralwasser. An der Wasserausgabe
standen noch junge Menschen, die die Schuhmarken der Läufer in Listen
registrierten. So hatte die ganze Veranstaltung auch einen Sinn für den
Veranstalter.
[Fazit]
Eine Mischung aus Loveparade und Sportveranstaltung, die großen
Spaß
gemacht hat.
Gruß
Karsten
--
kavatgmxdotcom
Jabber:qxvxq@chrome.pl, ICQ#:129656852, GG:5393896
Autor: Karsten Voss (2005-10-10 01:15:49)
Autor: Karsten Voss (2005-10-10 01:15:49)
Run Warsaw wurde von Nike als Massenlauf organisiert, um möglichst viele
Leute zum Laufen zu bewegen. Es gab unglaublich viel Werbung in der
Stadt, auf Bussen, im Internet. Mit den Anmeldeunterlagen gab es unter
anderem Trainingspläne für Anfänger, die sich innerhalb von 4
Wochen auf
einen 5-km-Lauf vorbereiten möchten. Mehrmals pro Woche gab es an
verschiedenen Orten in der Stadt Treffpunkte mit Trainern zur
Vorbereitung. Entsprechend war keine Zeitmessung, keine Siegerehrung
oder ähnliches geplant. Es sollten einfach nur viele Leute in gelben
Hemdchen laufen und Spaß dabei haben. Das Konzept ging auf. Wo sonst bei
Laufveranstaltungen höchstens dreistellige Teilnehmerzahlen
zusammenkommen (Warszawa Maraton in diesem Jahr Rekordbeteiligung von
2000), waren hier die 10.000 Startplätze eine Woche vor dem Start
ausverkauft. Startgeld war umgerechnet ca 5 EUR. Dafür gab es außer
einer Startnummer ein gelbes Hemd mit Logo des Laufs und natürlich einem
Swoosh, besagte Trainingspläne, einen gelben Beutel mit Startnummer
für
die Garderobe, sowie einen Gutschein, mit dem man in einem bestimmten
Geschäft auf Laufkleidung und -Schuhe einer bestimmten Marke 15% Rabatt
bekommt. Passend dazu gab es in diesem Geschäft ein etwas erweitertes
Laufsortiment mit überhöhten Preisen. Ich habe mir bei der
Gelegenheit
ein Paar Air Pegasus in silber/neongrün zugelegt. Da ich für meine
Verhältnisse schnell sein wollte, habe ich für den Lauf aber ein
letztes
Mal meine langsam zerfallenden Adidas Tenet II angezogen.
Trotz des geplanten Spaßcharakters hatte ich mir ein sportliches Ziel
zurechtgelegt. Nach meinen Trainingszeiten hielt ich es für
anspruchsvoll, aber machbar, unter 23 Minuten zu bleiben. Dazu habe ich
in der Vorbereitung sogar die ersten Intervalle meines Lebens probiert.
[VWGJ]
3 Wochen vor der Veranstaltung bin ich im Wald heftig umgeknickt. Nach
einigen Tagen konnte ich wieder vorsichtig laufen, aber so richtig gut
fühlt sich der Fuß nach größeren Umfängen oder
Intensitäten noch nicht
an, der Knöchel ist noch immer dick. Ansonsten fühlte ich mich aber
gut,
so dass ich das Zeitziel im Auge behielt.
[Strecke]
Die Strecke führte über breite Straßen in der Innenstadt. Start
und Ziel
waren in der Nähe des Königsschlosses auf Krakowskie
Przedmie¶cie.
Trockener Asphalt
[Aufwärmen]
Zum Aufwärmen, für Garderoben, Toiletten uns sogar Umkleideräume
wurde
der Theaterplatz okkupiert. Eine Bühne war aufgebaut, von der aus
Animateure zu Rumsmusik die Teilnehmer anschrieen. Eine halbe Stunde vor
dem Start lief die große Masse zum etwa 500m entfernten Start.
Nachdem ich meine Familie auf netten Sitzplätzen in einem
Straßencafé in
der Nähe von Start/Ziel untergebracht hatte, begab ich mich zum Start.
Dort war ein solches Gedränge, dass ich nur noch ziemlich weit hinten
einen stehen konnte.
[Lauf]
ca 7 Minuten vor dem geplanten Start ertönte ein Knall. Ein paar Leute
in meiner Umgebung hopsten in die Luft und berichteten, dass vorn schon
Leute laufen würden. Nach einigen Minuten passierte auch ich die
Startlinie und drückte auf den Startknopf meiner Uhr. Die Leute vor und
neben mir trabten im besten Fall locker, so dass ich ständig eine
Lücke
zum Überholen suchen musste.
Nach einem km zeigte die Uhr 5:21. Vom angestrebten Ziel war das weit
entfernt. Also weiter Lücken suchen und hoffen, dass sich das Feld etwas
auseinander zieht. Die nächste Markierung sah ich erst bei 2,5km. Hier
zeigte die Uhr etwa 12:45. Jetzt war das Feld schon so locker, dass ich
Slalom laufend in meinem Tempo vorwärts kam, und nur noch selten bremsen
musste. Weitere Streckenmarkierungen sah ich nicht mehr. Ca. 1,5 km vor
dem Ziel zog ich noch einmal das Tempo an. Etwa 500m vor dem Ziel ging
es auf die Zielgerade. Im Kampf gegen die Uhr gab ich hier noch einmal
alles - 22:42. Nach einigen 100m austraben gab es zur Belohnung noch
eine Medaille und eine Flasche Mineralwasser. An der Wasserausgabe
standen noch junge Menschen, die die Schuhmarken der Läufer in Listen
registrierten. So hatte die ganze Veranstaltung auch einen Sinn für den
Veranstalter.
[Fazit]
Eine Mischung aus Loveparade und Sportveranstaltung, die großen
Spaß
gemacht hat.
Gruß
Karsten
--
kavatgmxdotcom
Jabber:qxvxq@chrome.pl, ICQ#:129656852, GG:5393896
Autor: Karsten Voss (2005-10-10 01:15:49)
Run Warsaw wurde von Nike als Massenlauf organisiert, um möglichst viele
Leute zum Laufen zu bewegen. Es gab unglaublich viel Werbung in der
Stadt, auf Bussen, im Internet. Mit den Anmeldeunterlagen gab es unter
anderem Trainingspläne für Anfänger, die sich innerhalb von 4
Wochen auf
einen 5-km-Lauf vorbereiten möchten. Mehrmals pro Woche gab es an
verschiedenen Orten in der Stadt Treffpunkte mit Trainern zur
Vorbereitung. Entsprechend war keine Zeitmessung, keine Siegerehrung
oder ähnliches geplant. Es sollten einfach nur viele Leute in gelben
Hemdchen laufen und Spaß dabei haben. Das Konzept ging auf. Wo sonst bei
Laufveranstaltungen höchstens dreistellige Teilnehmerzahlen
zusammenkommen (Warszawa Maraton in diesem Jahr Rekordbeteiligung von
2000), waren hier die 10.000 Startplätze eine Woche vor dem Start
ausverkauft. Startgeld war umgerechnet ca 5 EUR. Dafür gab es außer
einer Startnummer ein gelbes Hemd mit Logo des Laufs und natürlich einem
Swoosh, besagte Trainingspläne, einen gelben Beutel mit Startnummer
für
die Garderobe, sowie einen Gutschein, mit dem man in einem bestimmten
Geschäft auf Laufkleidung und -Schuhe einer bestimmten Marke 15% Rabatt
bekommt. Passend dazu gab es in diesem Geschäft ein etwas erweitertes
Laufsortiment mit überhöhten Preisen. Ich habe mir bei der
Gelegenheit
ein Paar Air Pegasus in silber/neongrün zugelegt. Da ich für meine
Verhältnisse schnell sein wollte, habe ich für den Lauf aber ein
letztes
Mal meine langsam zerfallenden Adidas Tenet II angezogen.
Trotz des geplanten Spaßcharakters hatte ich mir ein sportliches Ziel
zurechtgelegt. Nach meinen Trainingszeiten hielt ich es für
anspruchsvoll, aber machbar, unter 23 Minuten zu bleiben. Dazu habe ich
in der Vorbereitung sogar die ersten Intervalle meines Lebens probiert.
[VWGJ]
3 Wochen vor der Veranstaltung bin ich im Wald heftig umgeknickt. Nach
einigen Tagen konnte ich wieder vorsichtig laufen, aber so richtig gut
fühlt sich der Fuß nach größeren Umfängen oder
Intensitäten noch nicht
an, der Knöchel ist noch immer dick. Ansonsten fühlte ich mich aber
gut,
so dass ich das Zeitziel im Auge behielt.
[Strecke]
Die Strecke führte über breite Straßen in der Innenstadt. Start
und Ziel
waren in der Nähe des Königsschlosses auf Krakowskie
Przedmie¶cie.
Trockener Asphalt
[Aufwärmen]
Zum Aufwärmen, für Garderoben, Toiletten uns sogar Umkleideräume
wurde
der Theaterplatz okkupiert. Eine Bühne war aufgebaut, von der aus
Animateure zu Rumsmusik die Teilnehmer anschrieen. Eine halbe Stunde vor
dem Start lief die große Masse zum etwa 500m entfernten Start.
Nachdem ich meine Familie auf netten Sitzplätzen in einem
Straßencafé in
der Nähe von Start/Ziel untergebracht hatte, begab ich mich zum Start.
Dort war ein solches Gedränge, dass ich nur noch ziemlich weit hinten
einen stehen konnte.
[Lauf]
ca 7 Minuten vor dem geplanten Start ertönte ein Knall. Ein paar Leute
in meiner Umgebung hopsten in die Luft und berichteten, dass vorn schon
Leute laufen würden. Nach einigen Minuten passierte auch ich die
Startlinie und drückte auf den Startknopf meiner Uhr. Die Leute vor und
neben mir trabten im besten Fall locker, so dass ich ständig eine
Lücke
zum Überholen suchen musste.
Nach einem km zeigte die Uhr 5:21. Vom angestrebten Ziel war das weit
entfernt. Also weiter Lücken suchen und hoffen, dass sich das Feld etwas
auseinander zieht. Die nächste Markierung sah ich erst bei 2,5km. Hier
zeigte die Uhr etwa 12:45. Jetzt war das Feld schon so locker, dass ich
Slalom laufend in meinem Tempo vorwärts kam, und nur noch selten bremsen
musste. Weitere Streckenmarkierungen sah ich nicht mehr. Ca. 1,5 km vor
dem Ziel zog ich noch einmal das Tempo an. Etwa 500m vor dem Ziel ging
es auf die Zielgerade. Im Kampf gegen die Uhr gab ich hier noch einmal
alles - 22:42. Nach einigen 100m austraben gab es zur Belohnung noch
eine Medaille und eine Flasche Mineralwasser. An der Wasserausgabe
standen noch junge Menschen, die die Schuhmarken der Läufer in Listen
registrierten. So hatte die ganze Veranstaltung auch einen Sinn für den
Veranstalter.
[Fazit]
Eine Mischung aus Loveparade und Sportveranstaltung, die großen
Spaß
gemacht hat.
Gruß
Karsten
--
kavatgmxdotcom
Jabber:qxvxq@chrome.pl, ICQ#:129656852, GG:5393896
