[Jahresstaffelbericht] In Ulm, um Ulm und um Ulm herum II
Autor: Christiane Crizzy Siemer (2005-09-29 17:43:42)
Bericht von der Jahresstaffeletappe Geislingen -> Amstetten am
25.9.2005.
Nicht wundern, der Bericht ist eine Co-Produktion von Elisabeth und
Crizzy
Vormittags: Elisabeth läuft ihren HM
Nachmittags: wir feuern immer noch Marathonläufer auf der Zielgeraden an
16:00: Lauterquelle, wir zeigen Elisabeth, dass der Lautertopf etwas
anderes ist, als eine ganz normale Quelle. Außerdem demonstriere ich den
Anwesenden (Jürgen und Elisabeth) wie tief der Lautertopf ist (und
kalt!). Ups, vorher sah das Wasser so flach aus, jetzt sind meine Beine
ganz kurz, wie soll ich so jemals wieder laufen?
Elisabeth lernt Linse mit Spätzle ond Soitawürstle kennen. Das
ist genau das Passende nach einem Halbmarathon und vor einer
Jahresstaffeletappe. Dazu gibt es wunderbare Apfelschorle.
Elisabeth: Die Frankfurter heißen hier Wienerle, sind aber ganz
schön
groß. Die schwäbische Sprache versetzt mich immer wieder in
Verzückung.
17:30 Kurzbesuch am Blautopf. Schließlich muss Elisabeth ja sehen, warum
die Blau Blau heißt.
Elisabeth: So eine ungewöhnliche Farbe, türkis, und es geht unendlich
tief hinunter.
18:30 wir fahren doch noch Richtung Geislingen, es wird doch wohl nicht
etwa wahr werden?
Elisabeth: So ein Schreck: nachdem wir über eine gemütliche nette
Ebene
gefahren sind, geht es plötzlich tief hinunter. Was, da wollen wir aber
nicht wieder rauf, oder?
Oh doch, ein Stück weit müssen wir da wieder hoch. Hatte ich nicht
vorher erwähnt, dass Geislingen in einem tiefen Tal liegt (Geislingen =
die Stadt der 5 Täler). Mir war schon vorher ganz mau bei dem Gedanken.
Wieso hat Marathonman den Stab nicht etwas weitergebracht?
Gegen 19:00 erreichen wir die Aral-Tankstelle, an der der Staffelstab
hinterlegt ist. Aufgeregt stürmen wir in den Verkaufsraum und ich
stammel einen Satz mit Stab, verrückte Läufer, die ungefähr so
aussehen
wie wir. Da wird uns auch schon der Staffelstab fast entgegen geworfen
mit dem Kommentar, man dachte schon, der würde nie mehr abgeholt. So
lange lag der Güldene da doch gar nicht. Aber gut, das hat ja bis hier
super geklappt. Noch schnell für Königstiger und ein paar Fotos mit
Stab
und Mannschaft schießen solange es noch hell ist.
Habe ich schon erwähnt, dass Elisabeth völlig verzückt vom
Güldenen ist?
Jürgen mahnt uns an, wir sollen doch mal still halten und nicht so
zappeln, aber das geht gar nicht mit dem Stab in der Hand.
Die Kassiererin in der Tanke kann uns leider auch nicht sagen, wie man
zu Fuß nicht an der B10 entlang nach Amstetten kommt. Nun gut, dann
machen wir eben einen Orientierungslauf. Ich bin ja nicht ängstlich und
Elisabeth ist OL-erfahren, was soll uns da passieren?
Elisabeth: Ich vertraue Crizzy, die hat sich super vorbereitet und hat
gleich drei Karten mitgebracht.
Das Doofe an den Karten ist nur, dass alles so klein ist und ich keine
Lupe dabei habe, aber ich habe ja vorher ausgiebig im Netz gestöbert und
Karten studiert. Nach Alternativen, bei denen man nicht senkrecht den
Berg hoch muss, habe ich auch gesucht, es gab keine. Richtung Amstetten
war einfach die flachste Strecke.
Wir biegen gleich in die nächste Straße nach rechts ab. Direkt
hinter
einem Bach lädt uns eine schmale Straße ein, dem Bach zu folgen
(nach
genauerem Kartenstudium hinterher weiß ich jetzt auch, dass wir besser
noch eine Kreuzung weiter gelaufen wären. Nun gut, frohen Mutes liefen
wir entlang des Baches bis wir dann doch fast wieder auf der B10 waren.
Mift. Ah, da geht ja ein Sträßchen ab. Sehr schön... Was ist
das: es
geht bergauf. Jetzt schon? Und so steil? Ich wusste ja, dass Amstetten
wesentlich höher als Geislingen liegt, aber ich dachte erstmal geht es
langsam hoch. Vorbei an ein paar Häusern, links neben uns liegt ein
Friedhof und die Sonne scheint in diesem engen Tal schon lange nicht
mehr. Ein gutes Stück kämpfen wir uns den Berg hoch.
Elisabeth: Crizzy stürmt frohgemut voran, ich keuche hinterher. Die Frau
hat Power! Ich bin wieder mal die letzte Schnecke.
Welch ein Wunder, ich hatte ja auch im Gegensatz zu Elisabeth keinen HM
in den Beinen. Und die letzte Schnecke hatte ich da auch nicht neben
mir. Im Gegensatz zu mir hat sie fast gar nicht geschwitzt.
Ich beschließe, dass wir doch lieber gehen. Elisabeth hat ja schon den
Einstein-Halbmarathon in den Beinen. Oben angekommen findet sich ein
Wanderweg, der uns erstmal gut ins Konzept passt. Es wird wieder eben
und wir verlassen die Stadt. Der Weg führt am Waldrand entlang und
Bundesstraße ist weit weg auf der anderen Seite des Tals. Der Blick nach
vorne zeigt uns auch, dass wir nicht die Höhen rechts oder links neben
dem Tal erklimmen müssen, sondern dass es einen Einschnitt gibt, durch
den wir nach Amstetten aufsteigen werden.
Elisabeth: Der Wanderweg ist richtig romantisch! Er ist breit genug,
dass wir nebeneinander laufen können. Crizzy ist einen Tick zu schnell
unterwegs für mich, aber ich beiße die Zähne zusammen.
Wahrscheinlich bin ich deshalb keine gute Unterhaltung für sie. Aber wir
genießen zusammen die gute Luft und die nette Gegend, die langsam immer
dunkler wird.
Huch, dabei habe ich immer gelauscht. Du hörtest dich gar nicht so an,
als wäre es zu schnell. Unterhaltung brauchen wir auch eigentlich nicht,
die Gegend ist Unterhaltung genug.
Ich bin ja fast der Meinung, es geht auch mal etwas abwärts, aber
vielleicht waren das die ebenen Anteile der Strecke. Dann liegt vor uns
eine Wiese, über die wir abkürzen könnten, stünde da nicht
ein Schild:
"Durchgang bei Strafe verboten". Um die Mission nicht zu
gefährden
laufen wir dann doch außen rum. Wieder umgibt uns die friedliche
Landschaft, links von uns ein Bach und Wiesen. Es wird nur langsam immer
dunkler. Unsere Pulsmesser sehen wir schon lange nicht mehr. Die Karte
zu lesen wäre auch schwierig geworden. Wenn das mal gut geht. Dann
kommen wir an einen Abzweig. Wir rätseln noch, wo wir lang müssen.
Nach
links geht es über eine Brücke und dort steht auch ein Wegweiser.
Hinter
der Brücke steht eine Gestalt, die ich schnell als Jürgen
identifiziere.
Elisabeth: Ich denk mir noch: da laufen aber verdächtige Gestalten im
Wald herum, Crizzy soll bloß vorsichtig sein, sie läuft ja direkt
auf
ihn zu. Und tatsächlich, die dunkle Gestalt zückt ein Instrument und
<psychoschrill> blitzt uns.</psychoschrill>
Da wird man mitten im Wald geblitzdingst. Oder waren wir einfach zu
schnell? Ich habe keine Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen.
Also sind wir erstmal weiter in die Richtung gelaufen. Dort wartete auch
das Auto, ein Schluck Wasser und genug Licht, um nochmal die Karte zu
studieren. Wir waren genau richtig abgezweigt.
Elisabeth: Wie Jürgen uns an diesem Waldweg gefunden hat, ist mir
schleierhaft. Ich hätte den Weg von außen gar nicht wahrgenommen.
Ich hatte ihm vorher den Weg erklärt. Außerdem hatte er eine Karte
dabei, auf dem die Stelle gerade noch drauf war.
Jürgen: ich hatte ne Karte? Crizzy hatte die Schimmelmühle
erwähnt und
ich bin von der B10 nur dem Wegweiser zur Schimmelmühle gefolgt. Es gab
nur einen Weg, auf dem die zwei hierher kommen konnten. Da war dann
alles klar!
Vor uns liegt die Mühle, keine romantische klappernde Holzkonstruktion,
sondern eine industrielle Anlage. Wir laufen weiter, der Weg fängt an,
jetzt ordentlich bergauf zu gehen. Er ist auch nicht mehr so breit,
daher müssen wir nacheinander laufen. Ich lasse Crizzy gern den
Vortritt, und schlapfe hintennach. Hoffentlich sind die Pflanzen seitlich
nicht bissig?
Crizzy: Nachdem Elisabeth am Samstag beim Beineausschütteln von Jans
langen Beinen erzählt hat, erinnert sie mich hier an die Achselhohen
Brennnesseln aus Jans Posting.
Wir kommen an einigen verfallenen Häusern vorbei, es sieht umheimlich
aus. Aber zum Glück ist es bald ganz finster, dann muss ich sowas nicht
mehr sehen. Ein kleines Fröschlein hüpft über den Weg, und wir
müssen
an Dieter denken. (Dieter, hast Du Schluckauf gekriegt?)
Crizzy sieht auch eine Maus über den Weg huschen, aber für mich ist
sie
zu schnell. Dafür genieße ich das Abendkonzert der Grillen oder was
auch
immer das für Insekten sind, die hier Lärm machen.
Der Weg wird steiler, wir gehen schon lange wieder. Oben kommen wir zur
Bundesstraße, der wir ein Stück weit folgen. Crizzy findet dann
wieder
einen Feldweg, das ist gut, im Freien sehen wir zumindest, wo wir
hintreten. Wir laufen zwar einen kleinen Umweg, aber quer über den Acker
sieht einfach zu uneben aus.
Am Eingang von Amstetten finden wir zwei freundliche Fußgänger, die
uns
die richtige Straße zum Bahnhof zeigen, und auch auf die
Unterführung
aufmerksam machen. Jetzt geht es bergab! Wir lassen sausen.
Crizzy: Jetzt bin ich eher mundfaul und Elisabeth erzählt.
Niemand ist mehr auf der Straße, alles ist ausgestorben. Vor uns eine
Anzeige: "Sie fahren..."
Crizzy ist enttäuscht, dass sie nichts anzeigt, aber da springt sie
schon an und zeigt abwechselnd 9 und 8.
Am Bahnhof fragen wir den Fahrdienstleiter, der ist zwar freundlich,
kann aber plausibel erklären, dass der Staffelstab dort nicht gut
aufgehoben ist. Er weist uns aber den Weg zur nächsten Tankstelle, und
los gehts.
Wo ein Bahnhof ist, ist auch eine Bahn. Von hinten nähert sich ein Zug,
und Crizzy legt einen Sprint ein. Fast hätte sie den Zug geschlagen,
leider war es ein ICE, der war dann doch eine kleine Spur zu schnell.
Crizzy: Ne alte Frau ist eben doch kein D-Zug. Habe ich schon mal
erwähnt, dass einer meiner Vornamen Emma ist? Irgendwie muss ich da
immer an Emma die Lokomotive denken. Immerhin schnaufe ich schon so.
Die Tankstelle hat schon zu, es sind aber noch Leute darin. Crizzy
schafft es, den Mann herauszulocken. Der reagiert aber nicht gerade
begeistert über unser Ansinnen, grad dass es nicht aus ihm rausplatzt,
ob wir nichts besseres zu tun haben als so einen Blödsinn, wo doch
fleißige Leute wie er den ganzen Tag arbeiten.
Crizzy: wir sind halt auf der Alb, da sind die Leute halt etwas
reservierter. Die Schwaben sagen: "di Leit sin von der Alb ra".
Trotzdem fragen wir uns, ob andere Staffelläufer ähnliche
Erfahrungen gemacht haben.
Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Nach der frischen Luft ist es drinnen zunächst mal einfach nur stickig
und verraucht. Der Wirt ist aber recht freundlich, lauscht unserem
Ansinnen und ist keineswegs abgeneigt. Er hat zwar eher ungünstige
Öffnungszeiten, wir beprechen das Für und Wider bei Apfelschorle, und
dann lassen wir den Stab in seiner Obhut.
Das Apfelschorle ist zwar nicht frisch gemischt sondern kommt fertig aus
der Flasche, schmeckt aber wider Erwarten doch recht gut. Das findet
sogar Jürgen, es kann also nicht daran liegen, dass wir völlig
ausgedörrt
sind nach dem Lauf.
Etwa 7 km waren es durch die Dämmerung, die Strecke war doch recht nett,
ich (Crizzy) hatte es mir schlimmer vorgestellt. Von der Straße aus, die
ja ich vorher kannte, sieht das Tal nicht sehr romantisch und einladend
aus.
Alles in allem war es eine wunderbare Erfahrung und ein schöner Lauf.
Wir duschen im Hotel und lassen dann den Abend bei Sasiki, Tolmadakia,
Salisanna, Limnos, Weizen und Ouzo in Parascos Schwabenstube in Ulm
ausklingen. Leider ist das Wochenende schon zuende.
Bilder von der Aktion gibt es hier:
http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
Jetzt ist Euer Einsatz gefragt! Auf, auf, hopp, tragt den Stab weiter!
Crizzy und Elisabeth
--
Emotionen jeglicher Art werden beim Laufen über die Beine abgeleitet.
(Winfried Strallhofer in
)
Autor: Uwe Stange (2005-09-29 19:45:58)
Autor: Uwe Stange (2005-09-29 19:45:58)
Hallo,
Christiane und Elisabeth schrieben:
> [toller Bericht von einer Jahresstaffeletappe]
> Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
> Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
> Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Aber hallo, ja!
Der Wirt hat nämlich einen /realen/ Chipsstand! Siehe:
> http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
*lol*
Bye,
Uwe
Autor: Christiane Crizzy Siemer (2005-09-29 19:59:11)
Uwe Stange schrieb:
> Hallo,
>
> Christiane und Elisabeth schrieben:
>> [toller Bericht von einer Jahresstaffeletappe]
Danke!
>> Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
>> Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
>> Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
>
> Aber hallo, ja!
> Der Wirt hat nämlich einen /realen/ Chipsstand! Siehe:
>
>> http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
Okay, das beruhigt mich jetzt! Außerdem war der Wirt sehr nett!
Crizzy
--
Alles, was nach uns kommt ist quasi Immobilie und alles, was vor uns
kommt sind unverantwortliche Raser, die ihre Gesundheit zugrunde
richten ;-))
(Georg "Wabro" Kurek in
)
Autor: Christiane Crizzy Siemer (2005-09-29 17:43:42)
Bericht von der Jahresstaffeletappe Geislingen -> Amstetten am
25.9.2005.
Nicht wundern, der Bericht ist eine Co-Produktion von Elisabeth und
Crizzy
Vormittags: Elisabeth läuft ihren HM
Nachmittags: wir feuern immer noch Marathonläufer auf der Zielgeraden an
16:00: Lauterquelle, wir zeigen Elisabeth, dass der Lautertopf etwas
anderes ist, als eine ganz normale Quelle. Außerdem demonstriere ich den
Anwesenden (Jürgen und Elisabeth) wie tief der Lautertopf ist (und
kalt!). Ups, vorher sah das Wasser so flach aus, jetzt sind meine Beine
ganz kurz, wie soll ich so jemals wieder laufen?
Elisabeth lernt Linse mit Spätzle ond Soitawürstle kennen. Das
ist genau das Passende nach einem Halbmarathon und vor einer
Jahresstaffeletappe. Dazu gibt es wunderbare Apfelschorle.
Elisabeth: Die Frankfurter heißen hier Wienerle, sind aber ganz
schön
groß. Die schwäbische Sprache versetzt mich immer wieder in
Verzückung.
17:30 Kurzbesuch am Blautopf. Schließlich muss Elisabeth ja sehen, warum
die Blau Blau heißt.
Elisabeth: So eine ungewöhnliche Farbe, türkis, und es geht unendlich
tief hinunter.
18:30 wir fahren doch noch Richtung Geislingen, es wird doch wohl nicht
etwa wahr werden?
Elisabeth: So ein Schreck: nachdem wir über eine gemütliche nette
Ebene
gefahren sind, geht es plötzlich tief hinunter. Was, da wollen wir aber
nicht wieder rauf, oder?
Oh doch, ein Stück weit müssen wir da wieder hoch. Hatte ich nicht
vorher erwähnt, dass Geislingen in einem tiefen Tal liegt (Geislingen =
die Stadt der 5 Täler). Mir war schon vorher ganz mau bei dem Gedanken.
Wieso hat Marathonman den Stab nicht etwas weitergebracht?
Gegen 19:00 erreichen wir die Aral-Tankstelle, an der der Staffelstab
hinterlegt ist. Aufgeregt stürmen wir in den Verkaufsraum und ich
stammel einen Satz mit Stab, verrückte Läufer, die ungefähr so
aussehen
wie wir. Da wird uns auch schon der Staffelstab fast entgegen geworfen
mit dem Kommentar, man dachte schon, der würde nie mehr abgeholt. So
lange lag der Güldene da doch gar nicht. Aber gut, das hat ja bis hier
super geklappt. Noch schnell für Königstiger und ein paar Fotos mit
Stab
und Mannschaft schießen solange es noch hell ist.
Habe ich schon erwähnt, dass Elisabeth völlig verzückt vom
Güldenen ist?
Jürgen mahnt uns an, wir sollen doch mal still halten und nicht so
zappeln, aber das geht gar nicht mit dem Stab in der Hand.
Die Kassiererin in der Tanke kann uns leider auch nicht sagen, wie man
zu Fuß nicht an der B10 entlang nach Amstetten kommt. Nun gut, dann
machen wir eben einen Orientierungslauf. Ich bin ja nicht ängstlich und
Elisabeth ist OL-erfahren, was soll uns da passieren?
Elisabeth: Ich vertraue Crizzy, die hat sich super vorbereitet und hat
gleich drei Karten mitgebracht.
Das Doofe an den Karten ist nur, dass alles so klein ist und ich keine
Lupe dabei habe, aber ich habe ja vorher ausgiebig im Netz gestöbert und
Karten studiert. Nach Alternativen, bei denen man nicht senkrecht den
Berg hoch muss, habe ich auch gesucht, es gab keine. Richtung Amstetten
war einfach die flachste Strecke.
Wir biegen gleich in die nächste Straße nach rechts ab. Direkt
hinter
einem Bach lädt uns eine schmale Straße ein, dem Bach zu folgen
(nach
genauerem Kartenstudium hinterher weiß ich jetzt auch, dass wir besser
noch eine Kreuzung weiter gelaufen wären. Nun gut, frohen Mutes liefen
wir entlang des Baches bis wir dann doch fast wieder auf der B10 waren.
Mift. Ah, da geht ja ein Sträßchen ab. Sehr schön... Was ist
das: es
geht bergauf. Jetzt schon? Und so steil? Ich wusste ja, dass Amstetten
wesentlich höher als Geislingen liegt, aber ich dachte erstmal geht es
langsam hoch. Vorbei an ein paar Häusern, links neben uns liegt ein
Friedhof und die Sonne scheint in diesem engen Tal schon lange nicht
mehr. Ein gutes Stück kämpfen wir uns den Berg hoch.
Elisabeth: Crizzy stürmt frohgemut voran, ich keuche hinterher. Die Frau
hat Power! Ich bin wieder mal die letzte Schnecke.
Welch ein Wunder, ich hatte ja auch im Gegensatz zu Elisabeth keinen HM
in den Beinen. Und die letzte Schnecke hatte ich da auch nicht neben
mir. Im Gegensatz zu mir hat sie fast gar nicht geschwitzt.
Ich beschließe, dass wir doch lieber gehen. Elisabeth hat ja schon den
Einstein-Halbmarathon in den Beinen. Oben angekommen findet sich ein
Wanderweg, der uns erstmal gut ins Konzept passt. Es wird wieder eben
und wir verlassen die Stadt. Der Weg führt am Waldrand entlang und
Bundesstraße ist weit weg auf der anderen Seite des Tals. Der Blick nach
vorne zeigt uns auch, dass wir nicht die Höhen rechts oder links neben
dem Tal erklimmen müssen, sondern dass es einen Einschnitt gibt, durch
den wir nach Amstetten aufsteigen werden.
Elisabeth: Der Wanderweg ist richtig romantisch! Er ist breit genug,
dass wir nebeneinander laufen können. Crizzy ist einen Tick zu schnell
unterwegs für mich, aber ich beiße die Zähne zusammen.
Wahrscheinlich bin ich deshalb keine gute Unterhaltung für sie. Aber wir
genießen zusammen die gute Luft und die nette Gegend, die langsam immer
dunkler wird.
Huch, dabei habe ich immer gelauscht. Du hörtest dich gar nicht so an,
als wäre es zu schnell. Unterhaltung brauchen wir auch eigentlich nicht,
die Gegend ist Unterhaltung genug.
Ich bin ja fast der Meinung, es geht auch mal etwas abwärts, aber
vielleicht waren das die ebenen Anteile der Strecke. Dann liegt vor uns
eine Wiese, über die wir abkürzen könnten, stünde da nicht
ein Schild:
"Durchgang bei Strafe verboten". Um die Mission nicht zu
gefährden
laufen wir dann doch außen rum. Wieder umgibt uns die friedliche
Landschaft, links von uns ein Bach und Wiesen. Es wird nur langsam immer
dunkler. Unsere Pulsmesser sehen wir schon lange nicht mehr. Die Karte
zu lesen wäre auch schwierig geworden. Wenn das mal gut geht. Dann
kommen wir an einen Abzweig. Wir rätseln noch, wo wir lang müssen.
Nach
links geht es über eine Brücke und dort steht auch ein Wegweiser.
Hinter
der Brücke steht eine Gestalt, die ich schnell als Jürgen
identifiziere.
Elisabeth: Ich denk mir noch: da laufen aber verdächtige Gestalten im
Wald herum, Crizzy soll bloß vorsichtig sein, sie läuft ja direkt
auf
ihn zu. Und tatsächlich, die dunkle Gestalt zückt ein Instrument und
<psychoschrill> blitzt uns.</psychoschrill>
Da wird man mitten im Wald geblitzdingst. Oder waren wir einfach zu
schnell? Ich habe keine Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen.
Also sind wir erstmal weiter in die Richtung gelaufen. Dort wartete auch
das Auto, ein Schluck Wasser und genug Licht, um nochmal die Karte zu
studieren. Wir waren genau richtig abgezweigt.
Elisabeth: Wie Jürgen uns an diesem Waldweg gefunden hat, ist mir
schleierhaft. Ich hätte den Weg von außen gar nicht wahrgenommen.
Ich hatte ihm vorher den Weg erklärt. Außerdem hatte er eine Karte
dabei, auf dem die Stelle gerade noch drauf war.
Jürgen: ich hatte ne Karte? Crizzy hatte die Schimmelmühle
erwähnt und
ich bin von der B10 nur dem Wegweiser zur Schimmelmühle gefolgt. Es gab
nur einen Weg, auf dem die zwei hierher kommen konnten. Da war dann
alles klar!
Vor uns liegt die Mühle, keine romantische klappernde Holzkonstruktion,
sondern eine industrielle Anlage. Wir laufen weiter, der Weg fängt an,
jetzt ordentlich bergauf zu gehen. Er ist auch nicht mehr so breit,
daher müssen wir nacheinander laufen. Ich lasse Crizzy gern den
Vortritt, und schlapfe hintennach. Hoffentlich sind die Pflanzen seitlich
nicht bissig?
Crizzy: Nachdem Elisabeth am Samstag beim Beineausschütteln von Jans
langen Beinen erzählt hat, erinnert sie mich hier an die Achselhohen
Brennnesseln aus Jans Posting.
Wir kommen an einigen verfallenen Häusern vorbei, es sieht umheimlich
aus. Aber zum Glück ist es bald ganz finster, dann muss ich sowas nicht
mehr sehen. Ein kleines Fröschlein hüpft über den Weg, und wir
müssen
an Dieter denken. (Dieter, hast Du Schluckauf gekriegt?)
Crizzy sieht auch eine Maus über den Weg huschen, aber für mich ist
sie
zu schnell. Dafür genieße ich das Abendkonzert der Grillen oder was
auch
immer das für Insekten sind, die hier Lärm machen.
Der Weg wird steiler, wir gehen schon lange wieder. Oben kommen wir zur
Bundesstraße, der wir ein Stück weit folgen. Crizzy findet dann
wieder
einen Feldweg, das ist gut, im Freien sehen wir zumindest, wo wir
hintreten. Wir laufen zwar einen kleinen Umweg, aber quer über den Acker
sieht einfach zu uneben aus.
Am Eingang von Amstetten finden wir zwei freundliche Fußgänger, die
uns
die richtige Straße zum Bahnhof zeigen, und auch auf die
Unterführung
aufmerksam machen. Jetzt geht es bergab! Wir lassen sausen.
Crizzy: Jetzt bin ich eher mundfaul und Elisabeth erzählt.
Niemand ist mehr auf der Straße, alles ist ausgestorben. Vor uns eine
Anzeige: "Sie fahren..."
Crizzy ist enttäuscht, dass sie nichts anzeigt, aber da springt sie
schon an und zeigt abwechselnd 9 und 8.
Am Bahnhof fragen wir den Fahrdienstleiter, der ist zwar freundlich,
kann aber plausibel erklären, dass der Staffelstab dort nicht gut
aufgehoben ist. Er weist uns aber den Weg zur nächsten Tankstelle, und
los gehts.
Wo ein Bahnhof ist, ist auch eine Bahn. Von hinten nähert sich ein Zug,
und Crizzy legt einen Sprint ein. Fast hätte sie den Zug geschlagen,
leider war es ein ICE, der war dann doch eine kleine Spur zu schnell.
Crizzy: Ne alte Frau ist eben doch kein D-Zug. Habe ich schon mal
erwähnt, dass einer meiner Vornamen Emma ist? Irgendwie muss ich da
immer an Emma die Lokomotive denken. Immerhin schnaufe ich schon so.
Die Tankstelle hat schon zu, es sind aber noch Leute darin. Crizzy
schafft es, den Mann herauszulocken. Der reagiert aber nicht gerade
begeistert über unser Ansinnen, grad dass es nicht aus ihm rausplatzt,
ob wir nichts besseres zu tun haben als so einen Blödsinn, wo doch
fleißige Leute wie er den ganzen Tag arbeiten.
Crizzy: wir sind halt auf der Alb, da sind die Leute halt etwas
reservierter. Die Schwaben sagen: "di Leit sin von der Alb ra".
Trotzdem fragen wir uns, ob andere Staffelläufer ähnliche
Erfahrungen gemacht haben.
Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Nach der frischen Luft ist es drinnen zunächst mal einfach nur stickig
und verraucht. Der Wirt ist aber recht freundlich, lauscht unserem
Ansinnen und ist keineswegs abgeneigt. Er hat zwar eher ungünstige
Öffnungszeiten, wir beprechen das Für und Wider bei Apfelschorle, und
dann lassen wir den Stab in seiner Obhut.
Das Apfelschorle ist zwar nicht frisch gemischt sondern kommt fertig aus
der Flasche, schmeckt aber wider Erwarten doch recht gut. Das findet
sogar Jürgen, es kann also nicht daran liegen, dass wir völlig
ausgedörrt
sind nach dem Lauf.
Etwa 7 km waren es durch die Dämmerung, die Strecke war doch recht nett,
ich (Crizzy) hatte es mir schlimmer vorgestellt. Von der Straße aus, die
ja ich vorher kannte, sieht das Tal nicht sehr romantisch und einladend
aus.
Alles in allem war es eine wunderbare Erfahrung und ein schöner Lauf.
Wir duschen im Hotel und lassen dann den Abend bei Sasiki, Tolmadakia,
Salisanna, Limnos, Weizen und Ouzo in Parascos Schwabenstube in Ulm
ausklingen. Leider ist das Wochenende schon zuende.
Bilder von der Aktion gibt es hier:
http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
Jetzt ist Euer Einsatz gefragt! Auf, auf, hopp, tragt den Stab weiter!
Crizzy und Elisabeth
--
Emotionen jeglicher Art werden beim Laufen über die Beine abgeleitet.
(Winfried Strallhofer in
)
Autor: Uwe Stange (2005-09-29 19:45:58)
Hallo,
Christiane und Elisabeth schrieben:
> [toller Bericht von einer Jahresstaffeletappe]
> Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
> Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
> Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Aber hallo, ja!
Der Wirt hat nämlich einen /realen/ Chipsstand! Siehe:
> http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
*lol*
Bye,
Uwe
Autor: Christiane Crizzy Siemer (2005-09-29 19:59:11)
Uwe Stange schrieb:
> Hallo,
>
> Christiane und Elisabeth schrieben:
>> [toller Bericht von einer Jahresstaffeletappe]
Danke!
>> Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
>> Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
>> Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
>
> Aber hallo, ja!
> Der Wirt hat nämlich einen /realen/ Chipsstand! Siehe:
>
>> http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
Okay, das beruhigt mich jetzt! Außerdem war der Wirt sehr nett!
Crizzy
--
Alles, was nach uns kommt ist quasi Immobilie und alles, was vor uns
kommt sind unverantwortliche Raser, die ihre Gesundheit zugrunde
richten ;-))
(Georg "Wabro" Kurek in
)
Autor: Christiane Crizzy Siemer (2005-09-29 17:43:42)
Bericht von der Jahresstaffeletappe Geislingen -> Amstetten am
25.9.2005.
Nicht wundern, der Bericht ist eine Co-Produktion von Elisabeth und
Crizzy
Vormittags: Elisabeth läuft ihren HM
Nachmittags: wir feuern immer noch Marathonläufer auf der Zielgeraden an
16:00: Lauterquelle, wir zeigen Elisabeth, dass der Lautertopf etwas
anderes ist, als eine ganz normale Quelle. Außerdem demonstriere ich den
Anwesenden (Jürgen und Elisabeth) wie tief der Lautertopf ist (und
kalt!). Ups, vorher sah das Wasser so flach aus, jetzt sind meine Beine
ganz kurz, wie soll ich so jemals wieder laufen?
Elisabeth lernt Linse mit Spätzle ond Soitawürstle kennen. Das
ist genau das Passende nach einem Halbmarathon und vor einer
Jahresstaffeletappe. Dazu gibt es wunderbare Apfelschorle.
Elisabeth: Die Frankfurter heißen hier Wienerle, sind aber ganz
schön
groß. Die schwäbische Sprache versetzt mich immer wieder in
Verzückung.
17:30 Kurzbesuch am Blautopf. Schließlich muss Elisabeth ja sehen, warum
die Blau Blau heißt.
Elisabeth: So eine ungewöhnliche Farbe, türkis, und es geht unendlich
tief hinunter.
18:30 wir fahren doch noch Richtung Geislingen, es wird doch wohl nicht
etwa wahr werden?
Elisabeth: So ein Schreck: nachdem wir über eine gemütliche nette
Ebene
gefahren sind, geht es plötzlich tief hinunter. Was, da wollen wir aber
nicht wieder rauf, oder?
Oh doch, ein Stück weit müssen wir da wieder hoch. Hatte ich nicht
vorher erwähnt, dass Geislingen in einem tiefen Tal liegt (Geislingen =
die Stadt der 5 Täler). Mir war schon vorher ganz mau bei dem Gedanken.
Wieso hat Marathonman den Stab nicht etwas weitergebracht?
Gegen 19:00 erreichen wir die Aral-Tankstelle, an der der Staffelstab
hinterlegt ist. Aufgeregt stürmen wir in den Verkaufsraum und ich
stammel einen Satz mit Stab, verrückte Läufer, die ungefähr so
aussehen
wie wir. Da wird uns auch schon der Staffelstab fast entgegen geworfen
mit dem Kommentar, man dachte schon, der würde nie mehr abgeholt. So
lange lag der Güldene da doch gar nicht. Aber gut, das hat ja bis hier
super geklappt. Noch schnell für Königstiger und ein paar Fotos mit
Stab
und Mannschaft schießen solange es noch hell ist.
Habe ich schon erwähnt, dass Elisabeth völlig verzückt vom
Güldenen ist?
Jürgen mahnt uns an, wir sollen doch mal still halten und nicht so
zappeln, aber das geht gar nicht mit dem Stab in der Hand.
Die Kassiererin in der Tanke kann uns leider auch nicht sagen, wie man
zu Fuß nicht an der B10 entlang nach Amstetten kommt. Nun gut, dann
machen wir eben einen Orientierungslauf. Ich bin ja nicht ängstlich und
Elisabeth ist OL-erfahren, was soll uns da passieren?
Elisabeth: Ich vertraue Crizzy, die hat sich super vorbereitet und hat
gleich drei Karten mitgebracht.
Das Doofe an den Karten ist nur, dass alles so klein ist und ich keine
Lupe dabei habe, aber ich habe ja vorher ausgiebig im Netz gestöbert und
Karten studiert. Nach Alternativen, bei denen man nicht senkrecht den
Berg hoch muss, habe ich auch gesucht, es gab keine. Richtung Amstetten
war einfach die flachste Strecke.
Wir biegen gleich in die nächste Straße nach rechts ab. Direkt
hinter
einem Bach lädt uns eine schmale Straße ein, dem Bach zu folgen
(nach
genauerem Kartenstudium hinterher weiß ich jetzt auch, dass wir besser
noch eine Kreuzung weiter gelaufen wären. Nun gut, frohen Mutes liefen
wir entlang des Baches bis wir dann doch fast wieder auf der B10 waren.
Mift. Ah, da geht ja ein Sträßchen ab. Sehr schön... Was ist
das: es
geht bergauf. Jetzt schon? Und so steil? Ich wusste ja, dass Amstetten
wesentlich höher als Geislingen liegt, aber ich dachte erstmal geht es
langsam hoch. Vorbei an ein paar Häusern, links neben uns liegt ein
Friedhof und die Sonne scheint in diesem engen Tal schon lange nicht
mehr. Ein gutes Stück kämpfen wir uns den Berg hoch.
Elisabeth: Crizzy stürmt frohgemut voran, ich keuche hinterher. Die Frau
hat Power! Ich bin wieder mal die letzte Schnecke.
Welch ein Wunder, ich hatte ja auch im Gegensatz zu Elisabeth keinen HM
in den Beinen. Und die letzte Schnecke hatte ich da auch nicht neben
mir. Im Gegensatz zu mir hat sie fast gar nicht geschwitzt.
Ich beschließe, dass wir doch lieber gehen. Elisabeth hat ja schon den
Einstein-Halbmarathon in den Beinen. Oben angekommen findet sich ein
Wanderweg, der uns erstmal gut ins Konzept passt. Es wird wieder eben
und wir verlassen die Stadt. Der Weg führt am Waldrand entlang und
Bundesstraße ist weit weg auf der anderen Seite des Tals. Der Blick nach
vorne zeigt uns auch, dass wir nicht die Höhen rechts oder links neben
dem Tal erklimmen müssen, sondern dass es einen Einschnitt gibt, durch
den wir nach Amstetten aufsteigen werden.
Elisabeth: Der Wanderweg ist richtig romantisch! Er ist breit genug,
dass wir nebeneinander laufen können. Crizzy ist einen Tick zu schnell
unterwegs für mich, aber ich beiße die Zähne zusammen.
Wahrscheinlich bin ich deshalb keine gute Unterhaltung für sie. Aber wir
genießen zusammen die gute Luft und die nette Gegend, die langsam immer
dunkler wird.
Huch, dabei habe ich immer gelauscht. Du hörtest dich gar nicht so an,
als wäre es zu schnell. Unterhaltung brauchen wir auch eigentlich nicht,
die Gegend ist Unterhaltung genug.
Ich bin ja fast der Meinung, es geht auch mal etwas abwärts, aber
vielleicht waren das die ebenen Anteile der Strecke. Dann liegt vor uns
eine Wiese, über die wir abkürzen könnten, stünde da nicht
ein Schild:
"Durchgang bei Strafe verboten". Um die Mission nicht zu
gefährden
laufen wir dann doch außen rum. Wieder umgibt uns die friedliche
Landschaft, links von uns ein Bach und Wiesen. Es wird nur langsam immer
dunkler. Unsere Pulsmesser sehen wir schon lange nicht mehr. Die Karte
zu lesen wäre auch schwierig geworden. Wenn das mal gut geht. Dann
kommen wir an einen Abzweig. Wir rätseln noch, wo wir lang müssen.
Nach
links geht es über eine Brücke und dort steht auch ein Wegweiser.
Hinter
der Brücke steht eine Gestalt, die ich schnell als Jürgen
identifiziere.
Elisabeth: Ich denk mir noch: da laufen aber verdächtige Gestalten im
Wald herum, Crizzy soll bloß vorsichtig sein, sie läuft ja direkt
auf
ihn zu. Und tatsächlich, die dunkle Gestalt zückt ein Instrument und
<psychoschrill> blitzt uns.</psychoschrill>
Da wird man mitten im Wald geblitzdingst. Oder waren wir einfach zu
schnell? Ich habe keine Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen.
Also sind wir erstmal weiter in die Richtung gelaufen. Dort wartete auch
das Auto, ein Schluck Wasser und genug Licht, um nochmal die Karte zu
studieren. Wir waren genau richtig abgezweigt.
Elisabeth: Wie Jürgen uns an diesem Waldweg gefunden hat, ist mir
schleierhaft. Ich hätte den Weg von außen gar nicht wahrgenommen.
Ich hatte ihm vorher den Weg erklärt. Außerdem hatte er eine Karte
dabei, auf dem die Stelle gerade noch drauf war.
Jürgen: ich hatte ne Karte? Crizzy hatte die Schimmelmühle
erwähnt und
ich bin von der B10 nur dem Wegweiser zur Schimmelmühle gefolgt. Es gab
nur einen Weg, auf dem die zwei hierher kommen konnten. Da war dann
alles klar!
Vor uns liegt die Mühle, keine romantische klappernde Holzkonstruktion,
sondern eine industrielle Anlage. Wir laufen weiter, der Weg fängt an,
jetzt ordentlich bergauf zu gehen. Er ist auch nicht mehr so breit,
daher müssen wir nacheinander laufen. Ich lasse Crizzy gern den
Vortritt, und schlapfe hintennach. Hoffentlich sind die Pflanzen seitlich
nicht bissig?
Crizzy: Nachdem Elisabeth am Samstag beim Beineausschütteln von Jans
langen Beinen erzählt hat, erinnert sie mich hier an die Achselhohen
Brennnesseln aus Jans Posting.
Wir kommen an einigen verfallenen Häusern vorbei, es sieht umheimlich
aus. Aber zum Glück ist es bald ganz finster, dann muss ich sowas nicht
mehr sehen. Ein kleines Fröschlein hüpft über den Weg, und wir
müssen
an Dieter denken. (Dieter, hast Du Schluckauf gekriegt?)
Crizzy sieht auch eine Maus über den Weg huschen, aber für mich ist
sie
zu schnell. Dafür genieße ich das Abendkonzert der Grillen oder was
auch
immer das für Insekten sind, die hier Lärm machen.
Der Weg wird steiler, wir gehen schon lange wieder. Oben kommen wir zur
Bundesstraße, der wir ein Stück weit folgen. Crizzy findet dann
wieder
einen Feldweg, das ist gut, im Freien sehen wir zumindest, wo wir
hintreten. Wir laufen zwar einen kleinen Umweg, aber quer über den Acker
sieht einfach zu uneben aus.
Am Eingang von Amstetten finden wir zwei freundliche Fußgänger, die
uns
die richtige Straße zum Bahnhof zeigen, und auch auf die
Unterführung
aufmerksam machen. Jetzt geht es bergab! Wir lassen sausen.
Crizzy: Jetzt bin ich eher mundfaul und Elisabeth erzählt.
Niemand ist mehr auf der Straße, alles ist ausgestorben. Vor uns eine
Anzeige: "Sie fahren..."
Crizzy ist enttäuscht, dass sie nichts anzeigt, aber da springt sie
schon an und zeigt abwechselnd 9 und 8.
Am Bahnhof fragen wir den Fahrdienstleiter, der ist zwar freundlich,
kann aber plausibel erklären, dass der Staffelstab dort nicht gut
aufgehoben ist. Er weist uns aber den Weg zur nächsten Tankstelle, und
los gehts.
Wo ein Bahnhof ist, ist auch eine Bahn. Von hinten nähert sich ein Zug,
und Crizzy legt einen Sprint ein. Fast hätte sie den Zug geschlagen,
leider war es ein ICE, der war dann doch eine kleine Spur zu schnell.
Crizzy: Ne alte Frau ist eben doch kein D-Zug. Habe ich schon mal
erwähnt, dass einer meiner Vornamen Emma ist? Irgendwie muss ich da
immer an Emma die Lokomotive denken. Immerhin schnaufe ich schon so.
Die Tankstelle hat schon zu, es sind aber noch Leute darin. Crizzy
schafft es, den Mann herauszulocken. Der reagiert aber nicht gerade
begeistert über unser Ansinnen, grad dass es nicht aus ihm rausplatzt,
ob wir nichts besseres zu tun haben als so einen Blödsinn, wo doch
fleißige Leute wie er den ganzen Tag arbeiten.
Crizzy: wir sind halt auf der Alb, da sind die Leute halt etwas
reservierter. Die Schwaben sagen: "di Leit sin von der Alb ra".
Trotzdem fragen wir uns, ob andere Staffelläufer ähnliche
Erfahrungen gemacht haben.
Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Nach der frischen Luft ist es drinnen zunächst mal einfach nur stickig
und verraucht. Der Wirt ist aber recht freundlich, lauscht unserem
Ansinnen und ist keineswegs abgeneigt. Er hat zwar eher ungünstige
Öffnungszeiten, wir beprechen das Für und Wider bei Apfelschorle, und
dann lassen wir den Stab in seiner Obhut.
Das Apfelschorle ist zwar nicht frisch gemischt sondern kommt fertig aus
der Flasche, schmeckt aber wider Erwarten doch recht gut. Das findet
sogar Jürgen, es kann also nicht daran liegen, dass wir völlig
ausgedörrt
sind nach dem Lauf.
Etwa 7 km waren es durch die Dämmerung, die Strecke war doch recht nett,
ich (Crizzy) hatte es mir schlimmer vorgestellt. Von der Straße aus, die
ja ich vorher kannte, sieht das Tal nicht sehr romantisch und einladend
aus.
Alles in allem war es eine wunderbare Erfahrung und ein schöner Lauf.
Wir duschen im Hotel und lassen dann den Abend bei Sasiki, Tolmadakia,
Salisanna, Limnos, Weizen und Ouzo in Parascos Schwabenstube in Ulm
ausklingen. Leider ist das Wochenende schon zuende.
Bilder von der Aktion gibt es hier:
http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
Jetzt ist Euer Einsatz gefragt! Auf, auf, hopp, tragt den Stab weiter!
Crizzy und Elisabeth
--
Emotionen jeglicher Art werden beim Laufen über die Beine abgeleitet.
(Winfried Strallhofer in
)
Autor: Uwe Stange (2005-09-29 19:45:58)
Hallo,
Christiane und Elisabeth schrieben:
> [toller Bericht von einer Jahresstaffeletappe]
> Wir schütteln uns den Staub von unseren Füßen und
überlegen weiter.
> Ein paar Meter zuvor sind wir an einem Wirtshaus vorbeigekommen.
> Ob der Stab da gut aufgehoben ist?
Aber hallo, ja!
Der Wirt hat nämlich einen /realen/ Chipsstand! Siehe:
> http://zeitnot.home.pages.de/stuff/dstaffel/
*lol*
Bye,
Uwe
