[Bericht] Rund um den Lainzer Tiergarten 26.06.2005
Autor: Winfried Strallhofer (2005-06-27 21:30:17)
[X] Ich werde den Bericht auf DRSL.de schon bald archiviert haben.
Name des Laufs: Rund um den Lainzer Tiergarten
Datum: 26.6.2005 (Sun)
Ort: Wien und angrenzende Gemeinden im Wienerwald
Postleitzahl: A
Homepage (Veranstalter): http://www.runnersworld.at/
Ihr Name: Winfried Strallhofer
Ihre eMail-Adresse: strallhofer@gmx.at
Streckenlaenge: 24,1 km
Beschaffenheit: alles außer Sand und Schnee
Profil: hügelig, knapp 700 Hm
Wetter: rund 25°, bewölkt, schwüler aber kräftiger Westwind
Teilnehmer: gut 100
Bericht:
- VWKGJ
Irgendwie vertrage ich dieses schwülwarme Wetter überhaupt nicht,
schon am Samstag war ich ziemlich müde und bin deshalb auch nicht
mehr laufen gegangen. Am Sonntag in der Früh habe ich mir dann zwar
noch die Zwischenzeiten für eine Laufzeit von 1:39 auf das Uhrband
geklebt, aber laufen wollte ich das nicht wirklich.
- Der Lauf
Richtig heiß ist es am Start zwar nicht, aber doch so muffig-schwül
mit ungefähr 25° und kräftigem Gegenwind am Beginn durchs
Wiental.
Immerhin laufen alle nach dem Startkommando recht gemütlich weg, und
nach einem Kilometer sind die ersten acht Läufer noch zusammen. Im
dichteren Wald danach wird Alfred, der hier letztes Jahr eine Minute
vor mir gewonnen hat, schneller, folgen kann ihm aber keiner. Die
Verfolgergruppe mit fünf Läufern bleibt noch eine Zeit lang zusammen,
wobei ich meistens vorn laufe, damit die diversen Wurzeln,
Gatschlöchern und sonstigen Hindernisse für mich nicht allzu
unvermittelt auftauchen.
Dort, wo nach ungefähr einer viertel Stunde die erste richtige
Steigung beginnt, ist nur ein Läufer direkt bei mir, die anderen
haben abreißen lassen, und Alfred ist vorn schon länger nicht mehr
zu
sehen. Mein Begleiter läuft anscheinend die ganze Steigung auf den
Dreihufeisenberg durch und hängt mich damit um einige Meter ab, als
ich aber kurz vor dem höchsten Punkt auch wieder auf Laufen
umschalte, habe ich ihn sofort wieder. Die Zwischenzeit passt sogar
noch zum Plan für 1:39, aber laufen werde ich das sicher nicht, die
Oberschenkel waren schon vor dem Start viel zu schwer und auf den
Bergabpassagen macht sich das wieder deutlich bemerkbar. Mein
Begleiter hat inzwischen einen weiteren Begleiter bekommen, der ist
allerdings mit dem Rad unterwegs, ich frage mich da immer, ob die
sich die Strecke denn nicht allein zutrauen. Da der Radfahrer aber
immerhin so fair ist, auch mir etwas zu trinken anzubieten, spare ich
mir eine Bemerkung. Außerdem geht ihm kurz darauf ein Schuhband auf -
kleine Sünden ... :-)
Mir ist das gar nicht so unangenehm, da kann ich wenigstens wieder
ein wenig langsamer laufen, und nach ungefähr zwei Kilometern hat er
mich wieder eingeholt. Der leicht abfallende Streckenteil geht mir
eher auf die Nerven, weil die Oberschenkel einfach nicht so hoch
wollen, wie es für eine vernünftige Schrittlänge nötig
wäre, also
lasse ich ihn nach weiteren zwei Kilometern nach vorn entschwinden.
Ich bin jetzt auf dem Abschnitt, den ich am Mittwoch nocheinmal
getestet habe: obwohl es bergauf noch ganz gut läuft, verliere ich
auf diesen gut drei Kilometern schon eine halbe Minute auf die Zeit
im Training.
Na gut, dann laufe ich eben noch meinen dritten Platz nach Hause,
aber was ist das? Am längeren Bergabstück zum Lainzer Bach sind
hinter mir laute Schritte zu hören, das sind die Plätze vier und
fünf! Bevor sie mich aber noch einholen können, taucht der
Läufer vor
mir plötzlich wieder recht nah auf, der muss wohl irgendwo einen
Umweg gelaufen sein, was nicht unbedingt so verwunderlich ist, da die
Markierung heuer an manchen Stellen ein bisschen dürftig ausgefallen
ist. Das kann mir wenigstens nicht passieren, schließlich laufe ich
hier jetzt schon zum fünften Mal in Serie mit, und im Training bin
ich die Runde noch einige Male öfter gelaufen.
Kurz vor dem Hörndlwald habe die beiden hinter mir aufgeschlossen,
ich führe die Dreiergruppe dann durch die eng verwachsenen Wege an
und prompt biege ich falsch ab - also am nächsten Querweg wieder
zurück, aber das gibt nur einen minimalen Umweg. Am faden
asphaltierten Stück, dass danach an der Mauer des Tiergartens
entlangführt, muss ich die Gruppe leider nach hinten verlassen. Vom
Kreislauf her fühle ich mich nicht so angestrengt, aber es ist
schlicht kein höheres Tempo möglich. Na gut, dann gibt es eben nur
einen fünften Platz. Dass noch jemand von hinten kommt, ist sehr
unwahrscheinlich.
Vor dem St. Veiter Tor wird es etwas steiler und ich kann doch wieder
zu ihnen aufschließen. Im folgenden eher schwierig zu laufenden
Abschnitt mit mehreren kurzen aber steilen Bergauf- und
Bergabpassagen muss ich die Gruppe dann aber wieder verlassen - nach
vorne. Auf der letzten starken Steigung kann ich dann sogar den
Zweiten wieder sehen, allerdings ohne ihm näherzukommen. Das lange
Bergabstück danach ist für die Muskulatur zwar nicht angenehm, aber
leichter als im Flachen geht es trotzdem. Die gut 200 Stufen der
oberen Hälfte der Markwardstiege sind eine richtige Erholung, man
muss sich nur konzentrieren um nicht zu stolpern, aber sonst wird
nichteinmal die Muskulatur nennenswert belastet, was man von den
darauf folgenden 100 m auf der Straße nicht behaupten kann. Hier ist
es so steil, dass ich mich bei einer Besichtigung am Freitag mit dem
Rad nicht getraut habe schneller als 5 km/h zu fahren, weil ich sonst
bei einer unbedachten Bewegung am Bremshebel über den Lenker
abgestiegen wäre.
Die letzten beiden Kilometer sind ziemlich flach, dafür bläst aber
immer noch der gleiche Gegenwind wie in der Früh und tempomäßig
geht
bei mir gar nichts. Ich drehe mich immer wieder um, aber ich kann
hinter mir niemanden sehen - komisch, im Flachen müssten sie mich
doch sofort wieder einholen. Aber auch am letzten Kilometer kann ich
nur den einen Läufer vor mir sehen, mit gut 200 m Abstand. Bis zum
Ziel passiert nichts aufregendes mehr, außer dass mich Alfred 200 m
vor dem Ziel anfeuert. Interessanterweise habe ich genug Luft um ihn
nach seiner Zeit zu fragen, er hat in 1:37:53 gewonnen. Ich drücke
die Uhr in 1:42:28 ab und gratuliere dem Zweiten, Richard Wagner
(sic!), der 1:41:35 gebraucht hat.
Danach der in den letzten Jahren schon eingeübte Ablauf: acht bis
zehn Becher austrinken, ein paar Stück Kuchen dazu und noch ein
bisschen mit Alfred und Jan, der Fünfter geworden ist, auslaufen;
dann unter die praktische Gartenschlauchdusche, obwohl man auch im
Hotel, hinter dem das Ziel liegt, duschen könnte, was ich aber noch
nie gemacht habe; ein paar Runden im Pool, um danach noch solang in
der Wiese liegend den Zieleinlauf beobachten, bis man sich, der Lust
auf Bier folgend, zur Terrasse begibt, wo dann später auch die
Siegerehrung stattfindet.
- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Autor: Magnus Kreth (2005-06-27 22:52:11)
Autor: Magnus Kreth (2005-06-27 22:52:11)
Winfried Strallhofer schrieb:
[Schnippschnapp]
>
> Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
> dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Aus den Randgebieten des Übertragungsgebietes meine Antwort:
Glückwunsch zu der bei den Wetterbedingungen hervorragenden Zeit und zur
Platzierung.
Es dauert wohl eine Weile, bis man sich akklimatisiert hat und selbst dann
sind bei der Hitze keine absoluten Höchstleistungen möglich.
Dafür hat das
Baden im Pool bei dem Wetter wahrscheinlich mehr Spass gemacht als bei
Regenwetter und 10°C, vom Bier auf der Terasse ganz zu schweigen...
Dein Bericht hört sich so an, als hättest Du bei dem Lauf trotz aller
Widrigkeiten Spass gehabt. Dann war es wohl ein erfolgreiches Wochenende,
oder?
Gruß,
Magnus
Autor: Michael Steiger (2005-06-28 08:45:51)
On Mon, 27 Jun 2005 21:30:17 +0200, Winfried Strallhofer
wrote:
>- VWKGJ
>
>Irgendwie vertrage ich dieses schwülwarme Wetter überhaupt nicht,
>schon am Samstag war ich ziemlich müde und bin deshalb auch nicht
>mehr laufen gegangen. Am Sonntag in der Früh habe ich mir dann zwar
>noch die Zwischenzeiten für eine Laufzeit von 1:39 auf das Uhrband
>geklebt, aber laufen wollte ich das nicht wirklich.
Da hast du schon besseres VWKGJ geliefert ;-)
>- Der Lauf
[toller Laufbericht gesnippt]
Ich bin immer wieder fasziniert, wie man so eine Strecke, egal ob
hinauf oder hinunter, so schnell laufen kann. Irgendwann muss ich das
wenigstens einmal gehen.
>- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
>
>Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
>gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
>100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Das denke ich auch. Dürfte heuer bis jetzt nicht ganz deine Saison
sein.
>Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
>dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Vielen Dank Hr. Thurnher. ;-)
Michael
Autor: Elisabeth Mueller (2005-06-29 00:04:53)
Winfried Strallhofer schrieb:
>Name des Laufs: Rund um den Lainzer Tiergarten
>Immerhin laufen alle nach dem Startkommando recht gemütlich weg, und
>nach einem Kilometer sind die ersten acht Läufer noch zusammen. Im
>dichteren Wald danach wird Alfred, der hier letztes Jahr eine Minute
>vor mir gewonnen hat, schneller, folgen kann ihm aber keiner.
Dann ist er wohl wieder voll fit, da hat niemand mehr eine Chance.
>Mein
>Begleiter hat inzwischen einen weiteren Begleiter bekommen, der ist
>allerdings mit dem Rad unterwegs, ich frage mich da immer, ob die
>sich die Strecke denn nicht allein zutrauen. Da der Radfahrer aber
>immerhin so fair ist, auch mir etwas zu trinken anzubieten, spare ich
>mir eine Bemerkung. Außerdem geht ihm kurz darauf ein Schuhband auf -
>kleine Sünden ... :-)
Du hast ja eine liebe kleine boshafte Ader - das haette ich Dir gar
nicht zugetraut.
>Ich bin jetzt auf dem Abschnitt, den ich am Mittwoch nocheinmal
>getestet habe: obwohl es bergauf noch ganz gut läuft, verliere ich
>auf diesen gut drei Kilometern schon eine halbe Minute auf die Zeit
>im Training.
Du laeufst im WK langsamer als im Training?
>Bevor sie mich aber noch einholen können, taucht der Läufer vor
>mir plötzlich wieder recht nah auf, der muss wohl irgendwo einen
>Umweg gelaufen sein, was nicht unbedingt so verwunderlich ist, da die
>Markierung heuer an manchen Stellen ein bisschen dürftig ausgefallen
>ist. Das kann mir wenigstens nicht passieren, schließlich laufe ich
>hier jetzt schon zum fünften Mal in Serie mit, und im Training bin
>ich die Runde noch einige Male öfter gelaufen.
"Heimvorteil"
>
>Kurz vor dem Hörndlwald habe die beiden hinter mir aufgeschlossen,
>ich führe die Dreiergruppe dann durch die eng verwachsenen Wege an
>und prompt biege ich falsch ab -
*Prust*
>Am faden
>asphaltierten Stück, dass danach an der Mauer des Tiergartens
>entlangführt, muss ich die Gruppe leider nach hinten verlassen. Vom
>Kreislauf her fühle ich mich nicht so angestrengt, aber es ist
>schlicht kein höheres Tempo möglich. Na gut, dann gibt es eben
nur
>einen fünften Platz. Dass noch jemand von hinten kommt, ist sehr
>unwahrscheinlich.
Sag mal, kann es sein, dass Du vielleicht etwas uebertrainiert bist?
>
>Die gut 200 Stufen der
>oberen Hälfte der Markwardstiege sind eine richtige Erholung,
LOL! Nach ueber 20 km im Gelaende laufen sind Stiegen bergab *keine*
Erholung.
>- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
>
>Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
>gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
>100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Schiebs auf das Wetter.
>
>Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
>dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Gibts am ORF noch eine Fortsetzung?
Elisabeth
Autor: Winfried Strallhofer (2005-06-27 21:30:17)
[X] Ich werde den Bericht auf DRSL.de schon bald archiviert haben.
Name des Laufs: Rund um den Lainzer Tiergarten
Datum: 26.6.2005 (Sun)
Ort: Wien und angrenzende Gemeinden im Wienerwald
Postleitzahl: A
Homepage (Veranstalter): http://www.runnersworld.at/
Ihr Name: Winfried Strallhofer
Ihre eMail-Adresse: strallhofer@gmx.at
Streckenlaenge: 24,1 km
Beschaffenheit: alles außer Sand und Schnee
Profil: hügelig, knapp 700 Hm
Wetter: rund 25°, bewölkt, schwüler aber kräftiger Westwind
Teilnehmer: gut 100
Bericht:
- VWKGJ
Irgendwie vertrage ich dieses schwülwarme Wetter überhaupt nicht,
schon am Samstag war ich ziemlich müde und bin deshalb auch nicht
mehr laufen gegangen. Am Sonntag in der Früh habe ich mir dann zwar
noch die Zwischenzeiten für eine Laufzeit von 1:39 auf das Uhrband
geklebt, aber laufen wollte ich das nicht wirklich.
- Der Lauf
Richtig heiß ist es am Start zwar nicht, aber doch so muffig-schwül
mit ungefähr 25° und kräftigem Gegenwind am Beginn durchs
Wiental.
Immerhin laufen alle nach dem Startkommando recht gemütlich weg, und
nach einem Kilometer sind die ersten acht Läufer noch zusammen. Im
dichteren Wald danach wird Alfred, der hier letztes Jahr eine Minute
vor mir gewonnen hat, schneller, folgen kann ihm aber keiner. Die
Verfolgergruppe mit fünf Läufern bleibt noch eine Zeit lang zusammen,
wobei ich meistens vorn laufe, damit die diversen Wurzeln,
Gatschlöchern und sonstigen Hindernisse für mich nicht allzu
unvermittelt auftauchen.
Dort, wo nach ungefähr einer viertel Stunde die erste richtige
Steigung beginnt, ist nur ein Läufer direkt bei mir, die anderen
haben abreißen lassen, und Alfred ist vorn schon länger nicht mehr
zu
sehen. Mein Begleiter läuft anscheinend die ganze Steigung auf den
Dreihufeisenberg durch und hängt mich damit um einige Meter ab, als
ich aber kurz vor dem höchsten Punkt auch wieder auf Laufen
umschalte, habe ich ihn sofort wieder. Die Zwischenzeit passt sogar
noch zum Plan für 1:39, aber laufen werde ich das sicher nicht, die
Oberschenkel waren schon vor dem Start viel zu schwer und auf den
Bergabpassagen macht sich das wieder deutlich bemerkbar. Mein
Begleiter hat inzwischen einen weiteren Begleiter bekommen, der ist
allerdings mit dem Rad unterwegs, ich frage mich da immer, ob die
sich die Strecke denn nicht allein zutrauen. Da der Radfahrer aber
immerhin so fair ist, auch mir etwas zu trinken anzubieten, spare ich
mir eine Bemerkung. Außerdem geht ihm kurz darauf ein Schuhband auf -
kleine Sünden ... :-)
Mir ist das gar nicht so unangenehm, da kann ich wenigstens wieder
ein wenig langsamer laufen, und nach ungefähr zwei Kilometern hat er
mich wieder eingeholt. Der leicht abfallende Streckenteil geht mir
eher auf die Nerven, weil die Oberschenkel einfach nicht so hoch
wollen, wie es für eine vernünftige Schrittlänge nötig
wäre, also
lasse ich ihn nach weiteren zwei Kilometern nach vorn entschwinden.
Ich bin jetzt auf dem Abschnitt, den ich am Mittwoch nocheinmal
getestet habe: obwohl es bergauf noch ganz gut läuft, verliere ich
auf diesen gut drei Kilometern schon eine halbe Minute auf die Zeit
im Training.
Na gut, dann laufe ich eben noch meinen dritten Platz nach Hause,
aber was ist das? Am längeren Bergabstück zum Lainzer Bach sind
hinter mir laute Schritte zu hören, das sind die Plätze vier und
fünf! Bevor sie mich aber noch einholen können, taucht der
Läufer vor
mir plötzlich wieder recht nah auf, der muss wohl irgendwo einen
Umweg gelaufen sein, was nicht unbedingt so verwunderlich ist, da die
Markierung heuer an manchen Stellen ein bisschen dürftig ausgefallen
ist. Das kann mir wenigstens nicht passieren, schließlich laufe ich
hier jetzt schon zum fünften Mal in Serie mit, und im Training bin
ich die Runde noch einige Male öfter gelaufen.
Kurz vor dem Hörndlwald habe die beiden hinter mir aufgeschlossen,
ich führe die Dreiergruppe dann durch die eng verwachsenen Wege an
und prompt biege ich falsch ab - also am nächsten Querweg wieder
zurück, aber das gibt nur einen minimalen Umweg. Am faden
asphaltierten Stück, dass danach an der Mauer des Tiergartens
entlangführt, muss ich die Gruppe leider nach hinten verlassen. Vom
Kreislauf her fühle ich mich nicht so angestrengt, aber es ist
schlicht kein höheres Tempo möglich. Na gut, dann gibt es eben nur
einen fünften Platz. Dass noch jemand von hinten kommt, ist sehr
unwahrscheinlich.
Vor dem St. Veiter Tor wird es etwas steiler und ich kann doch wieder
zu ihnen aufschließen. Im folgenden eher schwierig zu laufenden
Abschnitt mit mehreren kurzen aber steilen Bergauf- und
Bergabpassagen muss ich die Gruppe dann aber wieder verlassen - nach
vorne. Auf der letzten starken Steigung kann ich dann sogar den
Zweiten wieder sehen, allerdings ohne ihm näherzukommen. Das lange
Bergabstück danach ist für die Muskulatur zwar nicht angenehm, aber
leichter als im Flachen geht es trotzdem. Die gut 200 Stufen der
oberen Hälfte der Markwardstiege sind eine richtige Erholung, man
muss sich nur konzentrieren um nicht zu stolpern, aber sonst wird
nichteinmal die Muskulatur nennenswert belastet, was man von den
darauf folgenden 100 m auf der Straße nicht behaupten kann. Hier ist
es so steil, dass ich mich bei einer Besichtigung am Freitag mit dem
Rad nicht getraut habe schneller als 5 km/h zu fahren, weil ich sonst
bei einer unbedachten Bewegung am Bremshebel über den Lenker
abgestiegen wäre.
Die letzten beiden Kilometer sind ziemlich flach, dafür bläst aber
immer noch der gleiche Gegenwind wie in der Früh und tempomäßig
geht
bei mir gar nichts. Ich drehe mich immer wieder um, aber ich kann
hinter mir niemanden sehen - komisch, im Flachen müssten sie mich
doch sofort wieder einholen. Aber auch am letzten Kilometer kann ich
nur den einen Läufer vor mir sehen, mit gut 200 m Abstand. Bis zum
Ziel passiert nichts aufregendes mehr, außer dass mich Alfred 200 m
vor dem Ziel anfeuert. Interessanterweise habe ich genug Luft um ihn
nach seiner Zeit zu fragen, er hat in 1:37:53 gewonnen. Ich drücke
die Uhr in 1:42:28 ab und gratuliere dem Zweiten, Richard Wagner
(sic!), der 1:41:35 gebraucht hat.
Danach der in den letzten Jahren schon eingeübte Ablauf: acht bis
zehn Becher austrinken, ein paar Stück Kuchen dazu und noch ein
bisschen mit Alfred und Jan, der Fünfter geworden ist, auslaufen;
dann unter die praktische Gartenschlauchdusche, obwohl man auch im
Hotel, hinter dem das Ziel liegt, duschen könnte, was ich aber noch
nie gemacht habe; ein paar Runden im Pool, um danach noch solang in
der Wiese liegend den Zieleinlauf beobachten, bis man sich, der Lust
auf Bier folgend, zur Terrasse begibt, wo dann später auch die
Siegerehrung stattfindet.
- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Autor: Magnus Kreth (2005-06-27 22:52:11)
Winfried Strallhofer schrieb:
[Schnippschnapp]
>
> Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
> dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Aus den Randgebieten des Übertragungsgebietes meine Antwort:
Glückwunsch zu der bei den Wetterbedingungen hervorragenden Zeit und zur
Platzierung.
Es dauert wohl eine Weile, bis man sich akklimatisiert hat und selbst dann
sind bei der Hitze keine absoluten Höchstleistungen möglich.
Dafür hat das
Baden im Pool bei dem Wetter wahrscheinlich mehr Spass gemacht als bei
Regenwetter und 10°C, vom Bier auf der Terasse ganz zu schweigen...
Dein Bericht hört sich so an, als hättest Du bei dem Lauf trotz aller
Widrigkeiten Spass gehabt. Dann war es wohl ein erfolgreiches Wochenende,
oder?
Gruß,
Magnus
Autor: Michael Steiger (2005-06-28 08:45:51)
On Mon, 27 Jun 2005 21:30:17 +0200, Winfried Strallhofer
wrote:
>- VWKGJ
>
>Irgendwie vertrage ich dieses schwülwarme Wetter überhaupt nicht,
>schon am Samstag war ich ziemlich müde und bin deshalb auch nicht
>mehr laufen gegangen. Am Sonntag in der Früh habe ich mir dann zwar
>noch die Zwischenzeiten für eine Laufzeit von 1:39 auf das Uhrband
>geklebt, aber laufen wollte ich das nicht wirklich.
Da hast du schon besseres VWKGJ geliefert ;-)
>- Der Lauf
[toller Laufbericht gesnippt]
Ich bin immer wieder fasziniert, wie man so eine Strecke, egal ob
hinauf oder hinunter, so schnell laufen kann. Irgendwann muss ich das
wenigstens einmal gehen.
>- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
>
>Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
>gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
>100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Das denke ich auch. Dürfte heuer bis jetzt nicht ganz deine Saison
sein.
>Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
>dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Vielen Dank Hr. Thurnher. ;-)
Michael
Autor: Elisabeth Mueller (2005-06-29 00:04:53)
Winfried Strallhofer schrieb:
>Name des Laufs: Rund um den Lainzer Tiergarten
>Immerhin laufen alle nach dem Startkommando recht gemütlich weg, und
>nach einem Kilometer sind die ersten acht Läufer noch zusammen. Im
>dichteren Wald danach wird Alfred, der hier letztes Jahr eine Minute
>vor mir gewonnen hat, schneller, folgen kann ihm aber keiner.
Dann ist er wohl wieder voll fit, da hat niemand mehr eine Chance.
>Mein
>Begleiter hat inzwischen einen weiteren Begleiter bekommen, der ist
>allerdings mit dem Rad unterwegs, ich frage mich da immer, ob die
>sich die Strecke denn nicht allein zutrauen. Da der Radfahrer aber
>immerhin so fair ist, auch mir etwas zu trinken anzubieten, spare ich
>mir eine Bemerkung. Außerdem geht ihm kurz darauf ein Schuhband auf -
>kleine Sünden ... :-)
Du hast ja eine liebe kleine boshafte Ader - das haette ich Dir gar
nicht zugetraut.
>Ich bin jetzt auf dem Abschnitt, den ich am Mittwoch nocheinmal
>getestet habe: obwohl es bergauf noch ganz gut läuft, verliere ich
>auf diesen gut drei Kilometern schon eine halbe Minute auf die Zeit
>im Training.
Du laeufst im WK langsamer als im Training?
>Bevor sie mich aber noch einholen können, taucht der Läufer vor
>mir plötzlich wieder recht nah auf, der muss wohl irgendwo einen
>Umweg gelaufen sein, was nicht unbedingt so verwunderlich ist, da die
>Markierung heuer an manchen Stellen ein bisschen dürftig ausgefallen
>ist. Das kann mir wenigstens nicht passieren, schließlich laufe ich
>hier jetzt schon zum fünften Mal in Serie mit, und im Training bin
>ich die Runde noch einige Male öfter gelaufen.
"Heimvorteil"
>
>Kurz vor dem Hörndlwald habe die beiden hinter mir aufgeschlossen,
>ich führe die Dreiergruppe dann durch die eng verwachsenen Wege an
>und prompt biege ich falsch ab -
*Prust*
>Am faden
>asphaltierten Stück, dass danach an der Mauer des Tiergartens
>entlangführt, muss ich die Gruppe leider nach hinten verlassen. Vom
>Kreislauf her fühle ich mich nicht so angestrengt, aber es ist
>schlicht kein höheres Tempo möglich. Na gut, dann gibt es eben
nur
>einen fünften Platz. Dass noch jemand von hinten kommt, ist sehr
>unwahrscheinlich.
Sag mal, kann es sein, dass Du vielleicht etwas uebertrainiert bist?
>
>Die gut 200 Stufen der
>oberen Hälfte der Markwardstiege sind eine richtige Erholung,
LOL! Nach ueber 20 km im Gelaende laufen sind Stiegen bergab *keine*
Erholung.
>- Der Vollständigkeit halber noch das Fazit:
>
>Letztes Jahr bin ich zwar eineinhalb Minuten schneller gewesen, aber
>gar so schlecht ist es diesmal trotzdem nicht gewesen, und die
>100-Minutenschwelle werde ich hier auch noch knacken.
Schiebs auf das Wetter.
>
>Ich verabschiede mich an dieser Stelle von den Lesern, die via 3sat
>dabeiwaren und wünsche noch einen schönen Abend aus Wien(-fried)
Gibts am ORF noch eine Fortsetzung?
Elisabeth
