[Bericht] 33.GutsMuths-Rennsteiglauf (MA), Sabine
Autor: Gerhard Brandl (2005-05-25 15:28:02)
Hallole!
Elisabeth Mueller wrote:
> Gerhard Brandl schrieb:
>> Sabine Kohwagner wrote:
>>> [Die Zuschauer fehlen mir]
>>
>> Mir auch! Ich sach nur:
>> Selbst bei einem Marathon wie München, wo die Leute
>> lieber im Café
> ^^^^^^^
> nicht im Biergarten?
Zu der Uhrzeit (Mittagszeit) sitzt da noch kaum einer...
..ausser es ist sehr heiss.
..aber wer will dann da schon Marathon laufen?
>> sitzen als anfeuern, stehen ab KM33 die Leute Spalier!
> Stimmt das wirklich?
*grübel* *nachguck*
Ooops. Nö, stimmt nicht.
Guck mal hier <http://medienmarathon.de/strecke/streckenplan/index.php>
Ich meinte die "Partymeile". Dort stehen viele Leute.
Ich würde mir übrigens wünschen, der Streckenverlauf wäre
"anders
herum". Der Engliche Garten ist nicht gerade toll für die KM 28 - 35
(kann da aus Erfahrung sprechen *grins*). Da kann sich hinter jedem Baum
der Hammermann verstecken.
> Elisa-nimmt es sehr genau-beth
Grüße!
Ger- nun auch genau -hard
Autor: Katrin Wicker (2005-05-26 23:26:06)
Autor: Katrin Wicker (2005-05-26 23:26:06)
Hallo Sabine,
so, jetzt werde ich mir endlich in Ruhe Deinen Bericht goennen!
>VWKGJ:
>Muss natürlich trotzdem sein, auch wenn einiges ja schon in den Wochen
>davor angeklungen ist. Viel zu wenig trainiert, einen wichtigen langen
>Lauf abgebrochen, soweit wisst ihr Bescheid. Außerdem ein
Bäuchlein
>angefressen - schließlich hat man ja immer die gute Ausrede, dass man
>so fleißig trainiert und daher auch gut essen darf, Carboloading
eben.
>Über die Wochen hinweg hat mich das dann doch gute 3kg von meinem
>Traumgewicht entfernt. Nach dem letzten - gelungenen - langen Lauf tat
>mir den ganzen Nachmittag der Ansatz vom Fuß zum Schienbein weh. Beim
>nächsten Lauf dann auf den ersten Kilometern das Schienbein.
>*Warnleuchte an* Beim Laufen verschwundne, aber man weiß ja nie. Beim
>Hügellauf in der Fränkischen wars dann die Achillessehne, weils
gleich
>am Anfang bergauf gin. Wie biem Rennsteig auch, haha. Und nach der
>Fahrt am Freitag Abend taten mir eh alle Knochen weh.
Sehr gut - jetzt kann nichts mehr schiefgehen!
>Der Lauf:
>Auf den ersten paar hundert Metern kommen mir fast die Tränen.
>Irgendwie bin ich nach dem Start immer aufgeregter als zuvor ;-) Es ist
>ein überwältigendes Gefühl, in diesem Pulk mitzuschwimmen
und hat den
>großen Vorteil, dass man bergauf nicht zu schnell angeht.
Der Pulk scheint im Gegensatz zu anderen Pulks am Anfang ein
vernuenftiges Tempo anzuschlagen!
> An der Seite
>leuchtet Markus orange Hose, ich winke unseren Groupies nochmal zu und
>langsam weicht die Nervosität. Ein Stück laufe ich noch neben
Susanne,
>mir kommt das aber alles recht schnell vor und als si enoch mehr
>anzieht bleib ich hinten.
Ist bestimmt besser so, bloss nicht gleich auf den ersten Kilometern
alles verheizen.
>Das km5 Schild steht sehr offensichtlich in der
>Kurve, also stoppe ich. Ooops, 6:00er Schnitt, äh, das ist aber flott.
>Gedach hatte ich ja eher so an 6:15 bis 6:30, immer schön vorsichtig.
>Andererseits gehts bergab und nochmachen die muskeln mit, man kann
>schön rollen lassen und was man hat, das hat man. Also forsch weiter,
>es überholen noch viel genug.
Wie wir inzwischen wissen, war das kein Fehler!
>Es geht weiter und plötzlich ist Günther neben mir. Ein kurzer
Ratsche,
>dann lasse ich ihin ziehen, er hat schließlich höhere Ziele.
Bald darauf
>der erste Anstieg (ah, es gibt doch welche) und plötzlich bin ich
wieder
>neben ihm. Wir diskutieren über dne Sinn des Gehens (hatte ich mir bei
>steilen Stücken auch vorgenommen, aber hier istd doch gar nicht steil,
>oder?)
Also was fuer Dich nicht steil ist, kommt anderen vermutlich schon
wie eine senkrechte Wand vor.
>mich schon etwas. Meistens kommt man aber ganz gut vorbei. Die Strecke
>ist echt ein Genuss (zumindest jetzt noch) und sehr abwechslungsreich.
>Schmale Wurzelwege, breite Forststraßen, viele Kurven, immer wieder
>wundershcöne Ausblicke über die Hügel.
Klingt ja richtig huebsch.
>und weiter gehts. Bald darauf kommt die "Hohle Gasse". Hier gibts
>Stau, das wusste ich vorher schon, also Gelassenheit üben. Langsam
>runtergehn, ein stückchen joggen, wieder gehen, hilft ja nix. Ich sehs
>positiv, meine Biene sind wieder frisch.
Ein Marathon mit planmaessiger Zwangs-Gehpause, auch nicht schlecht.
>ja nicht hängen lassen. Oben dann Stände, zelt, Massageliegen,
holle,
>soll ich hier Urlaub machen? Ich verkneife es mir, probiere aber
>wenigstens den berühmten Haferschleim. Naja, hab ich mir
süßer
>vorgestellt, ziemlich neutraler Schlabber.
Interessante Verkoestigung.
>"Nur noch 15km" denke ich mir und finde diesen Gedanken irgendwie
nicht
>tröstlihc.
Kann ich verstehen. Jetzt merkt man allmaehlich, dass so ein Marathon
halt doch eine recht lange Strecke ist.
>Irgendwie zieht sichs bis zur nächsten Verpflegung und die Strecke ist
>auch nicht mehr so abwechslungsreich. Das heiß, eigentlihc ist sies
>schon, aber es ist mir langsam wurscht, wie der Wald um mich rum
>ausschaut.
Schoene Beschreibung!
>ich vertreibe mir di eZeit mit rechnen. Unter 4:45 könnte drin sein.
>Wenn ich mindestens einen 7:er-Schnitt laufe und das sollte wohl drin
>sein. Andererseits kommt nochmal eine Verpflegung und ich kann mir grad
>nicht vorstellen, die auszulassen. Tu ich auch nicht,
Nee, wieso auch?
>ich hab nämlich
>die Schnauze voll, als ich endlich davor steh. Es gab immer wieder
>nette Anstiege und ich dachte doch, es geht jetzt nur noch bergab.
Also ich kanns mir nicht vorstellen, so einen auf-und-ab-Marathon zu
laufen. In Frankfurt gibt es - muss wohl so zwischen km 30 und 35 sein
- eine Stelle, wo es an einer Unterfuehrung ein paar Meter runter und
wieder hoch geht, das hat mir schon gereicht. Wobei ich runter weitaus
unangenehmer fuer die Beine fand als hoch.
>Naja, wird shcon nicht. Ich kämpf mich weiter, die Lust ist weg. Nix
>tut wirklich weh, schnaufen tu ich auch nicht viel, aber es will nicht
>mehr so richtig und schneller erst recht nicht. Ne Minute hin oder her
>ist mir grad sowas von vollkommen egal!
Das hast Du schoen beschrieben, so etwa ging es mir auch in dieser
Phase.
>Spaß. Vorbei und dann kommt doch nochmal ein Loch. Ich weiß ja,
dass es
>noch rum geht um den Platz, aber warum muss der so elendig lang sein.
Kommt mir auch sehr bekannt vor. Man hat das Ganze irgendwie
eigentlich schon abgehakt, man weiss, dass man ankommt, und trotzdem
hoert es einfach nicht auf.
>Ein 2m-Hügel kostet mich Nerven, zum Spurt kann ich mich nicht
>aufraffen. Eine Kurve, lange Gerade, noch eine Kurve, wo ist das
>verdammte Ziel. Plötzlch Matten, hee, das kanns doch nict sein, oder?
>Ein Blick nach vorne, ahh, da steht Ziel! Und jetzt raffe ich mich doch
>noch auf, ich laufe nicht ins Ziel, ich springe. Lange Sätze, ich muss
>hier shcon die ganze Freude raus lassen, dass ich es tatsächlich
>geschafft habe. Ich bin da!!!
Ja! Nochmal Gratulation.
>Fazit:
>So ab km25 war ich mal nicht überzeugt davon, dass man Marathon laufen
>muss.
Die Gedanken kenn ich auch. Aber nicht bloss vom Marathon, sondern
fast von jedem Wettkampf.
>So bergig ist das Ganze eigentlihc nicht, die meisten
>Anstiege sind sehr human und flach, wirklich gut zu laufen.
Ob man Dir das glauben kann?
>So, das war jetzt wirklich furchtbar lang, aber so ein Marathon zieht
>sich ja auch :-))
Vielen Dank fuer den interessanten Bericht!
Gruss,
Katrin
Autor: "Sabine Kohwagner" (2005-05-22 17:29:14)
# Begin Template
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: 33.GutsMuths-Rennsteiglauf
Datum: 21.5.2005 (Sat)
Ort: Schmiedefeld
Postleitzahl: D9
Homepage (Veranstalter): www.rennsteiglauf.de
Ihr Name: Sabine Kohwagner
Ihre eMail-Adresse: sabinekohwagner at gmx de
Streckenlaengen: HM ,MA ,72,7k
Beschaffenheit: viel Waldwege, teilweise crossig
Profil: hügelig
Wetter: kühl, wolken mit etwas Sonne, trocken
Teilnehmer: 4500 für Ma
Bericht:
Hi Folks,
hier also der Bericht von meinem ersten Marathon. Vielen Dank für eure
Glückwünsche, die hab ich nämlich schon gelesen :-) Allerdings
macht so
der Punkt des Vorwettkampfgejammers ja nur noch halb soviel Spaß. Und wo
bleibt der Spannungsbogen - zusammengebrochen, ins Ziel gekrochen oder
gar gelaufen? Also werdet ihr nun einen ganz unspannenden, dafür aber
wahrscheinlich furchtbar langen Bericht ertragen müssen - falls ich
mich überhaupt noch an was erinnere. Ich hatte nämlich schon auf der
Rückfahrt nach Neuhaus das Gefühl, dass über die Geschichte
bereits der
Weichzeichner gelaufen ist.
VWKGJ:
Muss natürlich trotzdem sein, auch wenn einiges ja schon in den Wochen
davor angeklungen ist. Viel zu wenig trainiert, einen wichtigen langen
Lauf abgebrochen, soweit wisst ihr Bescheid. Außerdem ein Bäuchlein
angefressen - schließlich hat man ja immer die gute Ausrede, dass man
so fleißig trainiert und daher auch gut essen darf, Carboloading eben.
Über die Wochen hinweg hat mich das dann doch gute 3kg von meinem
Traumgewicht entfernt. Nach dem letzten - gelungenen - langen Lauf tat
mir den ganzen Nachmittag der Ansatz vom Fuß zum Schienbein weh. Beim
nächsten Lauf dann auf den ersten Kilometern das Schienbein.
*Warnleuchte an* Beim Laufen verschwundne, aber man weiß ja nie. Beim
Hügellauf in der Fränkischen wars dann die Achillessehne, weils
gleich
am Anfang bergauf gin. Wie biem Rennsteig auch, haha. Und nach der
Fahrt am Freitag Abend taten mir eh alle Knochen weh.
Vor dem Lauf:
Nach dem Abholen der Startunterlagen treffen wir Günther und nehmen ihn
mit zum Essen - meine Mitläuferinnen und unser Supportteam bestreiken
die Kloßparty. So verbringen wir einen ruhigen und entspannten Abend
(oder so ähnlich). Wolfgang grübelt noch eine Weile, ob er trotz
Erkältung laufen soll, aber es siegt die Vernunft. So müssen wir 3
Damen die Ehre retten.
Frühstück um sieben, das ist ja direkt eine humane Zeit. Und schlafen
kann ich eh nicht mehr, die letzte Stund eträume ich wirres Zeug, von
Zigtausenden, die plötzlich laufen wollen, verlegten Startplätzen,
dEmonstrationen gegen den Marathon etc. Beim Frühstück die
üblichen
Debatten, lange Hose, kurze Hose, Oberteil das Gleiche, Weste oder
nicht etc. Nur, dass es ohne Schuhe nicht geht, da sind wir uns einig.
Draußen pladdert der Regen, dem kann ich nun gar nichts abgewinnen. Ich
hasse es, im Regen loszulaufen, ich will nicht! Völlig verunsichert zieh
ich die Weste an, mach die Startnummer dran, das Fenster auf und dann
alles wieder zurück. Irgendwann quetschen wir uns zu sechst in Ralfs
Jeep und gondeln gen Start, wo wir zufällig auch Günther treffen. Vor
lauter Umziehn, Kloo gehen, Glückwünschne, verabschieden,
Verabredungen
treffen sind wir viel zu spät viel zu weit hinten im starterfeld,
verpassen den größten Teil vom Rennsteiglied und hören nur
Fetzen vom
Schneewalzer :-( Schunkeln tun wir trotzdem. Übrigens hat der Regen
aufgehört, juhuu!
Dann endlich, endlich der Sartschuss und dreieinhalb Minuten später
laufen wir los über die Sartlinie.
Der Lauf:
Auf den ersten paar hundert Metern kommen mir fast die Tränen.
Irgendwie bin ich nach dem Start immer aufgeregter als zuvor ;-) Es ist
ein überwältigendes Gefühl, in diesem Pulk mitzuschwimmen und
hat den
großen Vorteil, dass man bergauf nicht zu schnell angeht. An der Seite
leuchtet Markus orange Hose, ich winke unseren Groupies nochmal zu und
langsam weicht die Nervosität. Ein Stück laufe ich noch neben
Susanne,
mir kommt das aber alles recht schnell vor und als si enoch mehr
anzieht bleib ich hinten. Ein Weile seh ich sie noch, dann verschwindet
sie im Gewühl und ward nicht mehr gesehn. Meine Hoffnungen, vielleicht
nochmal bei einer Verpflegungsstelle aufzuholen, erfüllen sich nicht,
was daran liegt, dass ich den dortigen Angeboten nicht widerstehen kann
:-)
Mittlerweile geht es leicht bergab, die ersten 6km immer noch auf der
Straße, einirre breiter Bandwurm von Läufern. Raus aus dem Ort, die
ersten Bäume, hoppla, die sind aber bunt heute. Da hatten wohl einige
vor dem Start keine Zeit mehr. Ich schaue ziemlich viel rum und sauge
die Atmosphäre auf. Trotzdem drängen sichimmer wieder Gedanken in den
Kopf, was mich auf der ungeheuer langen Stecke (Ultras weglesen) wohl
noch erwarten wird. Das km5 Schild steht sehr offensichtlich in der
Kurve, also stoppe ich. Ooops, 6:00er Schnitt, äh, das ist aber flott.
Gedach hatte ich ja eher so an 6:15 bis 6:30, immer schön vorsichtig.
Andererseits gehts bergab und nochmachen die muskeln mit, man kann
schön rollen lassen und was man hat, das hat man. Also forsch weiter,
es überholen noch viel genug.
Endlich gehts in den Wald, der befürchtete Stau bleibt aus, statt
dessen finde ich jemand zum ratschen. Die Strecke ist schön, ein
breiter Waldweg, überwiegend bergab (überhaupt geht der ganze
Marathon
fast nur bergab :-)) und jetzt macht das Laufen langsam wirklich Spaß.
Einfach shcön so in Gesellschaft. Dann ein nettes Erlebnis. Neben dem
Wald steht eine Bank, daneben winkt jemand mit Turnschuhen. Hää? Kurz
vor mit schert ein Läufer aus, der will wohl Schuhe wechseln. Als ich
seh, was er an den Füßen hat, wunder mich das nicht mehr: Schwarze
Lederhalbschuhe!
Es geht weiter und plötzlich ist Günther neben mir. Ein kurzer
Ratsche,
dann lasse ich ihin ziehen, er hat schließlich höhere Ziele. Bald
darauf
der erste Anstieg (ah, es gibt doch welche) und plötzlich bin ich wieder
neben ihm. Wir diskutieren über dne Sinn des Gehens (hatte ich mir bei
steilen Stücken auch vorgenommen, aber hier istd doch gar nicht steil,
oder?) und er stellt fest, dass ich zuviel schnaufe. Ich stelle fest,
dass ich zu ungeduldig bin für Marathon und büerhaupt keine Lust zum
Bremsen hab. So bleiben wir recht dich beieinander, übersehen kollektiv
das 10k Schild und schon ide die erste Verpflegungststelle da. Immer
gehen, habe ich mir vorgenommen, sonst kann ich nicht viel genug
trinken und überhaupt, es geht ums ankommen. Als ich reinlaufe, geht es
nichts anderes, man muss sich ja erstmal orientieren. Das Wasser mir
Kohlensäure ist bähh, kommt bald über den Kopf, aber dann
entdecke ich
doch noch den Tee und der ist echt lecker. Dabei bleib ich, nehm ich
mir vor. So vergeht ein wenig Zeit, bis der Becher leer ist, aber ich
trabe doch als eine der ersten wieder an. Kurz darauf kommt nochmal
Günther daher. Jetzt gehts aber bergab, da bin ich nicht so schnell
(zeigt sich auf der ganzen Stecke, bergauf überhohle ich ohne Ende,
bergab das Gegenteil. Aber einige bleiben doch endgültig hinten) und er
zieht endgültig davon. Ich vertreibe mir die Zeit damit, die Laufstile
der Umgebung zu begutachten. Besonders faszinieren mich die mit den
ganz langen, flachen Schirtten, die so langsam aussehen und einen doch
immer überholen. Die breite Straße wird wieder zum Waldweg,
teilweise
wird er jetzt richtig wurzelig und anspruchsoll zu laufen. Bei jedem
klitzekleinen Hügelchen fällt der Großteil ins Gehen, das
irritiert
mich schon etwas. Meistens kommt man aber ganz gut vorbei. Die Strecke
ist echt ein Genuss (zumindest jetzt noch) und sehr abwechslungsreich.
Schmale Wurzelwege, breite Forststraßen, viele Kurven, immer wieder
wundershcöne Ausblicke über die Hügel. Und dass die Zuschauer
bis auf
vereinzelte fehlen, fällt hier noch gar nicht auf. Schön auch der
Blick
auf den Läuferwurm, wenns um die Kurven geht. Da der Weg nicht mehr so
breit ist, ist es immer noch eine ununterbrochene Schlange.
Bei der nächsten Verpflegung bei18,8 gönne ich mir zum Tee eine
Banane
und weiter gehts. Bald darauf kommt die "Hohle Gasse". Hier gibts
Stau, das wusste ich vorher schon, also Gelassenheit üben. Langsam
runtergehn, ein stückchen joggen, wieder gehen, hilft ja nix. Ich sehs
positiv, meine Biene sind wieder frisch. Seit ein paar Kilometern habe
ich schon immer geschaut, wo unsere Jungs stehen, sie sollten hier mal
an die Strecke. Mittlerweile hab ichs schon fast aufgegeben, wird wohl
nicht geklappt haben. Und hier muss man eh sehr auf den Bopden sehen.
Ich bin am Anfang zweimal umgeknickt links und bin jetzt lieber mal
extra vorsichtig. Plötzlich ein "Hallo Sabine", ich schau auf,
da
stehen sie ja. Blick in die Kamera, kurzes Motzen, was sie sich da für
einen blöden Platz ausgesucht haben und shcon bin ich vorbei. MMMh,
schade eigentlich, das wars jetzt bis zum Ziel, ich fühl mich
plötzlich
sehr alleine. Hier ist schon die nächste Verpflegung, die lasse ich aber
wirklich aus. Bin ja grad die ganze Zeit gegangen, die Wolken sind grad
wieder sehr duster, und außerhalb des Waldes ists richtig kühl. Da
brauchts nix zu trinken.
Über Wiesen , wieder in den Wald, irgendwann das 25er Schild, na die
Gasse hat den Schnitt natürlich ordentlich verhaun. So und jetzt
könnte
langsam mal wieder eine Verpflegung kommen, die Beinchen werden schwerer
und überhaupt wirds langsam langweilig. Außerdem weiß ich,
dass davor
noch ein ganz schrecklicher Berg kommt. Plötzlcih werde ich mal wieder
angesprochen, der nette kerl vom Anfang ist mal wieder neben mir.
Endlich wieder wer zum ratschen. Viele andere laufen in Grüppchen oder
mit walkman und sind scheinbar gar nicht hergekommen, um mich zu
unterhalten. Na egal, jetzt hab ich ja wieder Gesellschaft. Neben der
Straße ein Zuschauer, der uns zuruft: "Nur noch 1k bis zur
Verpflegung"
Kurz darauf bestätigt das ein Schild und schon gehts bergauf. Na, das
laufen wir aber brav, denk ich mir, schon wieder ein Schild, noch 500m,
die sind ja wirklich nett hier. Mit dieser Aussicht laufe ich den ganzen
Berg, ist eh im Ort und ein Paar Zuschauer gibts auch, da kann man sich
ja nicht hängen lassen. Oben dann Stände, zelt, Massageliegen, holle,
soll ich hier Urlaub machen? Ich verkneife es mir, probiere aber
wenigstens den berühmten Haferschleim. Naja, hab ich mir süßer
vorgestellt, ziemlich neutraler Schlabber. Aber meinem Magen gefllts
wohl. Er motzt schon ein ganzes Weilchen ein bissche, schlimmer wirds
aber nicht und der Sprung ins Gebüsch blieb - und bleibt - mir diesmal
erspart. Als ich weiterlaufe, sind fasst 3 Minuten vergangen, mir wird
klar, wo man die Zeit lässt. Aber irgendwie sind diese Päuschen schon
sehr angenehm.
"Nur noch 15km" denke ich mir und finde diesen Gedanken irgendwie
nicht
tröstlihc. Hmm, also anders. Jetzt kommt bald das 30k-Schild. Während
ich über die Wiese schlappe, lasse ichmich nochmal ablenken vom
Gespräch vor mir. Wer fährt das Auto nach Biel, wer kann nach den 100
noch heimfahren oder kriegt man dann den Fuß nicht mehr vom Gaspedal?
Da machen wohl 2 ein lockeres Trainingsläufchen... Ziemlcihes
Kontrastprogramm zu denen, die auf den ersten 5 Kilometern schon
gegangen sind - das kann ich irgendwie nicht verstehen, warum die dann
mitlaufen wollen, gibt ja auch genug Walkingstrecken.
Irgendwie zieht sichs bis zur nächsten Verpflegung und die Strecke ist
auch nicht mehr so abwechslungsreich. Das heiß, eigentlihc ist sies
schon, aber es ist mir langsam wurscht, wie der Wald um mich rum
ausschaut. Jetzt beginne ich, auch die Zuschauer zu vermissen. Dafür
gibts das nächste Futter dann erst bei km34 - also nur noch 9km. Hej,
das ist ja eigentlihc gar nicht mehr weit. Eigentlich.... Die Stände
hier sind vollgepflastert mit Schildern: "Hier beginnt der Marathon.
Jetzt nicht ans Aufhören denken" "Der Schmerz geht, der Stolz
bleibt.
Etc. Irgendwie bin ich gerührt. Ich sage mir die Sprüche vor, als ich
wieder ins Laufen verfalle. Die Pause war mal wieder nicht gerade kurz,
das Loslaufen geht langsam richtig zäh. Mühsam, mühsam. Aber
irgendwie
läufts dann doch wieder ganz gut, das 35er stht eh gleich ums Eck und
ich vertreibe mir di eZeit mit rechnen. Unter 4:45 könnte drin sein.
Wenn ich mindestens einen 7:er-Schnitt laufe und das sollte wohl drin
sein. Andererseits kommt nochmal eine Verpflegung und ich kann mir grad
nicht vorstellen, die auszulassen. Tu ich auch nicht, ich hab nämlich
die Schnauze voll, als ich endlich davor steh. Es gab immer wieder
nette Anstiege und ich dachte doch, es geht jetzt nur noch bergab.
Pustekuchen. Aber das Bier verschmäh ich trotzdem, zieh mir statt
dessen ne Cola rein. Naja, war nicht so der hit, hätt beim Tee bleiben
sollen. Magen zwickt etwas mehr, aber der hat jetzt nix mehr zu melden,
basta.
Und immer noch gibts Steigungen, Herr Gott die haben das profil ja
total falsch eingezeichnet. Allerdings gehts schon überwiegend bergab,
das muss ich ja zugeben. Ich versuche, es nochmal rollen zu lassen, kann
ja nich tmehr viel schief gehen. Tut ein bisschen weh, läuft aber. Um km
40 dann ein paar Gestalten am Rand mit schmerzverzerrtem Gesicht, sieht
verdächtig nach krämpfen aus. Oha, kann also doch noch schiefgehen.
Naja, wird shcon nicht. Ich kämpf mich weiter, die Lust ist weg. Nix
tut wirklich weh, schnaufen tu ich auch nicht viel, aber es will nicht
mehr so richtig und schneller erst recht nicht. Ne Minute hin oder her
ist mir grad sowas von vollkommen egal!
Plötzlch ein Schild: 41! Ah, jetzt gibts owh ljeden Kilometer eins, da
kann man sich langsam vorarbeiten. Es geht ordentlich bergab, ich beiße
die Zähne zusammen, ich will ins Ziel. Dass ich ankomme, steht nun
schon ein Weilchen fest für mich, aber noch wartet der Berg, der
letzte, steilste zum Sportplatz hinauf, da, wo man laufen muss,
schließlich stehn da die Zuschauermassen. Heißt es. Ich laufe und
laufe, verdammt, wo ist das nächste Schild. Um die Kurve und schon
gehts bergauf. Hää, der Berg war doch keinen Kilometer lang, was soll
das. Leute stehn hier wirklich genug, endlich Stimmung, ich genieße es,
grüble aber weiter. Dann ein Blick auf die Uhr, 8 Minuten seit dem
letzten Schild, ich muss es übersehen haben. VA Bene, jetzt kann ich
grinsen. Der Berg ist gar nicht schlimm, ich laufe langsam meinen Trott
und genieße die Stimmung. Oben um die Kurve und da sehe ich shcon unsere
Jungs. Grinsen, winken, die sollen nich tdenken, das sich k.o bin. Macht
Spaß. Vorbei und dann kommt doch nochmal ein Loch. Ich weiß ja,
dass es
noch rum geht um den Platz, aber warum muss der so elendig lang sein.
Ein 2m-Hügel kostet mich Nerven, zum Spurt kann ich mich nicht
aufraffen. Eine Kurve, lange Gerade, noch eine Kurve, wo ist das
verdammte Ziel. Plötzlch Matten, hee, das kanns doch nict sein, oder?
Ein Blick nach vorne, ahh, da steht Ziel! Und jetzt raffe ich mich doch
noch auf, ich laufe nicht ins Ziel, ich springe. Lange Sätze, ich muss
hier shcon die ganze Freude raus lassen, dass ich es tatsächlich
geschafft habe. Ich bin da!!!
Uhr stoppen, Medaille umhängen lassen, Markus um den Hals fallen!
Susanne ist auch schon da, wie ich erfahre, aber erst seit kurzem.
Mittlerweile steht fest, sie war nur 55 sec vor mir, ich habe nach dem
ersten Punkt der Männer noch aufgeholt auf sie. Hätte ich das
gewusst..... Aber gesehen hab ich sie nicht mehr und hatte keine
Ahnung. Naja, what shells.
Erst mal stehen wir rum, lachen, grinsen, es ist schon ein geiles
Gefühl. Pulli überziehen und wieder an die Absperrung gehen, um auf
Anette zu warten. Jetzt fangen langsam die Wadel an zu zwicken und ich
weiß nicht mehr, wie ich stehen soll.
Es dauert dann noch über eine halbe Stunde, ich hätt mir doch vorher
was zu trinken holen sollen, will aber natürlich nicht weggehen, sie
könnte ja jeden Augeblick kommen. Günther haben unsere Herren nicht
erkannt, er hat aber noch Susanne überholt. Endlich kommt auch Anette
und wird ovn uns nochmal ordentlich gen Ziel getrieben.
Danach:
Wie verabredet treff ich Günther, der bereits mit nem Köstritzer in
der
Wiese hockt. Die Sonne schaut raus, es ist richtig gemütlich. Von den
Ultras kommt leider keiner vorbei. Wir lassen uns das Bierchen
schmecken, Kartoffelpuffer und Bratwurst folgen, Mann hab ich Hunger
(später streikt mein Magen dann, dem hats wohl nicht geschmeckt, na
Pech gehabt). Dann gondeln wir langsam Richtung Neuhaus, diesmal zu
zweit im Kofferraum, weil wir Günther noch dabei haben. Kann nicht
sagen, dass mir die Strecke jetz tim Auto wirklich kurz vorkommt....
Dusche, Massage, entspannen. Nur di emuskeln wollen sich nicht wirklich
entspannen. Und das Aufstehn nach jedem langen Sitzen tut richtig gut
:-)) Abends gibts lecker Hirschbraten und wenn mein Magen zehnmal
meckert, jetzt wird gefeiert.
Und heute bin ich die Treppe immerhin vorwärts runtergekommen, am
meisten weh tun die Füße selbst, aber das gibt sich auch nach
einigen
Schirtten.
Fazit:
So ab km25 war ich mal nicht überzeugt davon, dass man Marathon laufen
muss. Aber im Ziel wars geil!!! Werd ich mir sicher mal wieder antun,
aber sicher nicht gleich. Der Rennsteig als erster? Die Zuschauer
fehlen (mir zumindest, Susanne findet anfeuern affig), dafür ist die
Strecke wunderschön und abwechslungsreich, die Verpflegung sehr gut und
die Läufer sehr relaxt. Viele sehen das Ganze eher locker und als
Erlebnis. So bergig ist das Ganze eigentlihc nicht, die meisten
Anstiege sind sehr human und flach, wirklich gut zu laufen. Einen Stich
bin ich dann doch mal gegangen, wei lich gemerkt hab, dass ich im Gehen
schneller bin, das waren aber nur ein paar Meter. Runter ist auch wenig
wirklich steil und zum Schluss raus tuts schon gut, wenn man selber
nicht mehr so viel arbeiten muss :-) Ach, war schon ein echt tolles
Erlebnis!! Ich werd wohl wieder mal dort mitlaufen, aber ich werd mir
sicher auch mal die Massen eines Stadtmarathons geben, reizt mich schon
auch.
So, das war jetzt wirklich furchtbar lang, aber so ein Marathon zieht
sich ja auch :-))
Vielen Dank fürs Lesen und für eure lieben Wünsche davor und
danach,
Sa- ich hatte ja fast 5 Stunde Zeit, mir den Bericht zu üerlegen -bine
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Autor: Marcus Soltwedel (2005-05-22 18:51:37)
Moin Sabine,
Herzlichen Glückwunsch, echt super!
Sabine Kohwagner schrieb:
[tollen Bericht gesnibbelt]
> Name des Laufes: 33.GutsMuths-Rennsteiglauf
> Datum: 21.5.2005 (Sat)
>
> So, das war jetzt wirklich furchtbar lang, aber so ein Marathon zieht
> sich ja auch :-))
ach was, ich habe das Teil gefressen, super schön.
> Vielen Dank fürs Lesen
gerne doch, war schön zulesen, war wie fast selbst dabei :-)
> Sa- ich hatte ja fast 5 Stunde Zeit, mir den Bericht zu üerlegen
-bine
genau ;-)
Super Leistung, bei der Strecke - Hut ab!
lg
Marcus
Autor: Gernot Saborowski (2005-05-22 21:44:49)
Sabine Kohwagner wrote on 22.05.2005 17:29:
>
> hier also der Bericht von meinem ersten Marathon.
Deine Leistung finde ich toll, Dein Bericht liest sich kürzer als der
Lauf und ich muss sagen - da bekomme auch ich Lust... Ich freu mich
schon auf die Bergläufe zur Wirtsalm. Habe heute beim Lauf darüber
nachgedacht, wie ich das organisatorisch am Besten hinbekomme ;-)
Viele Grüße,
-Gernot
--
www.spirit-of-photography.com
Autor: Max Ehlers (2005-05-22 21:53:17)
Sabine Kohwagner schrieb:
>
> Name des Laufes: 33.GutsMuths-Rennsteiglauf
Grmpf, hab jetzt keine Zeit zum Lesen, aber meine Glückwünsche zur
tollen Leistung will ich doch noch schnell loswerden!
tschö
Ma-"Italien ruft"-x
Autor: Elisabeth Mueller (2005-05-22 23:51:49)
Sabine Kohwagner schrieb:
>Name des Laufes: 33.GutsMuths-Rennsteiglauf
>hier also der Bericht von meinem ersten Marathon. Vielen Dank für eure
>Glückwünsche, die hab ich nämlich schon gelesen :-)
Nimmt ein bisschen die Spannung, aber wir haben ja gewusst, dass Du es
schaffst.
>Ich hatte nämlich schon auf der
>Rückfahrt nach Neuhaus das Gefühl, dass über die Geschichte
bereits der
>Weichzeichner gelaufen ist.
:-)
>
>Der Lauf:
>Auf den ersten paar hundert Metern kommen mir fast die Tränen.
>Irgendwie bin ich nach dem Start immer aufgeregter als zuvor ;-) Es ist
>ein überwältigendes Gefühl, in diesem Pulk mitzuschwimmen
und hat den
>großen Vorteil, dass man bergauf nicht zu schnell angeht.
Den Start hast Du wunderbar beschreiben!
>ersten Bäume, hoppla, die sind aber bunt heute. Da hatten wohl einige
>vor dem Start keine Zeit mehr. Ich schaue ziemlich viel rum und sauge
>die Atmosphäre auf.
Die beiden Saetze stehen etwas ungluecklich hintereinander.
>Einfach shcön so in Gesellschaft. Dann ein nettes Erlebnis. Neben dem
>Wald steht eine Bank, daneben winkt jemand mit Turnschuhen. Hää?
Kurz
>vor mit schert ein Läufer aus, der will wohl Schuhe wechseln. Als ich
>seh, was er an den Füßen hat, wunder mich das nicht mehr:
Schwarze
>Lederhalbschuhe!
Da hat einer aber eine interessante Geschichte zu erzaehlen.
> Viele andere laufen in Grüppchen oder
>mit walkman und sind scheinbar gar nicht hergekommen, um mich zu
>unterhalten.
Mit Walkman in Wald? Ist schon krass.
>Ein 2m-Hügel kostet mich Nerven, zum Spurt kann ich mich nicht
>aufraffen. Eine Kurve, lange Gerade, noch eine Kurve, wo ist das
>verdammte Ziel. Plötzlch Matten, hee, das kanns doch nict sein, oder?
>Ein Blick nach vorne, ahh, da steht Ziel! Und jetzt raffe ich mich doch
>noch auf, ich laufe nicht ins Ziel, ich springe. Lange Sätze, ich muss
>hier shcon die ganze Freude raus lassen, dass ich es tatsächlich
>geschafft habe. Ich bin da!!!
Ja! Geschafft!
>Fazit:
>So ab km25 war ich mal nicht überzeugt davon, dass man Marathon laufen
>muss. Aber im Ziel wars geil!!! Werd ich mir sicher mal wieder antun,
Und das gleich am selben Abend - Dich hat es voll erwischt!
Danke fuer den spannenden stimmungsvollen Bericht ;-)
Ich habe ihn sehr genossen!
Elisabeth
Autor: Jens Rossa (2005-05-23 08:04:38)
Sabine Kohwagner schrieb:
Herzlichen Glückwunsch! Ganz tolle Leistung! Wenn dir die Berge auf der
Marathon-Strecke zu flach sind, kannste ja nächstes Jahr mal von der
andern Seite nach Schmiedefeld laufen ;)
> Danach:
> Wie verabredet treff ich Günther, der bereits mit nem Köstritzer
in der
> Wiese hockt. Die Sonne schaut raus, es ist richtig gemütlich. Von den
> Ultras kommt leider keiner vorbei.
Zu dem Zeitpunkt wo wir uns treffen sollten, war ich leider
vereinsmässig dazu verpflichtet worden uns Schlafplätze in der
Turnhalle
zu organisieren. Hatte ja auch keine Nummer zum absagen oder so..
Also erhol dich gut und viele Grüße,
Jens
