[OT][Bericht] Le Foyer Powerman Weiswampach (Luxemburg) 1.05.2005
Autor: Magnus Kreth (2005-05-06 15:48:59)
Oliver Olzo Seyfert wrote:
> Magnus Kreth schrieb am 06.05 um 15:37:
>> Möge Dir heute die Sonne auf den Pelz scheinen bei Deinen Runden
um den
>> Platz! Ups, damit würde Dir das Wetter ja sogar gefallen, oder?
>
> und wie!
>
>> Sollte ich Dir also lieber Sturm und Hagel wünschen.
>
> Danke, schon angekommen =:-/
Wie wärs mit: "Guten Hunger auf Pizza!"? *eg*
Gruß,
FiesNus
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-05-06 17:05:53)
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-05-06 17:05:53)
Magnus Kreth wrote:
>>Gruß Matt"nur Tri- keine Duathlon-Erfahrung"hias
>
>
> Ist für mich halt auch deswegen eine Alternative, weil Schwimmen nach
wie
> vor meine mit Abstand schwächste Disziplin ist.
Bei mir ist es das Radfahren. Dass das am mangelnden Radtraining
(weniger Rad- als Laufkilometer) liegt ist mir schon klar. Aber noch
mehr Trainingszeit kann ich nicht aufbringen, sonst lässt sich meine
Frau scheiden und meine Kinder sagen Onkel zu mir.
Gruß Matthias
--
Wenn Gott gewollt hätte, daß wir nordic-walken, dann
hätte er uns doch statt Armen Stöcke gegeben.
"Die Welt" vom 13.4.05
Autor: Magnus Kreth (2005-05-06 11:27:45)
Hi,
da am Freitag offtopic doch ontopic ist, poste ich mal einen Bericht aus
einem Nebenuniversum. Duathlon hat aber immerhin noch mehr mit dem Laufen
zu tun, als Triathlon, immerhin muss man dabei zwei mal laufen. Also für
die Interessierten und die Trias hier:
# Begin Template
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: Le Foyer Powerman Weiswampach (Luxemburg)
Datum: 1.5.2005 (Sun)
Ort: Weiswampach (Luxemburg)
Postleitzahl: k.A.
Homepage (Veranstalter): http://www.powerman.lu/
Ihr Name: Magnus Kreth
Ihre eMail-Adresse: magnus.kreth at gmx de
Streckenlaengen: 10k-60k-10k
Beschaffenheit: Asphalt, Kies, Gras, Schlamm, etc.
Profil: "...the ruling hills of Luxemburg..."
Wetter: "...temperatures above 30°C..."
Teilnehmer: 159
Bericht:
Mir will nicht in den Kopf, warum sich die Multisportler so
"beknackte"
Namen für ihre Wettkämpfe einfallen lassen. Die sollten sich doch mal
ein paar Beispiele aus dem Volkslaufkalender ansehen:
Hasenmelker-Lauf/Himmelfahrtslauf/Panoramalauf... Aber für so einen
kleinen Duathlon (10k/60k/10k) muss man sich ja direkt den Titel
"Powerman" ausdenken. Na gut, Powerman heissen noch ein paar andere
Duathlons, die alle als Langstrecke zählen und in der Summe mindestens
20 Lauf- und 60 Radkilometer umfassen, aber ein bischen Angeberei finde
ich den Titel ja schon. Macht aber nix, denn wo es was zu Laufen und
Radeln gibt, muss ich auch mal hin.
Der Veranstaltungsort Weiswampach liegt am Norden Luxemburgs nahe der
belgischen Grenze. Die landschaftlichen Schönheiten drumherum können
allerdings nicht den Blick dafür versperren, dass es in dieser Gegend
so etwas wie "flache" Strecken nicht gibt. Dementsprechend sind die
erreichten Zeiten in diesem Rennen meist auch deutlich langsamer als
bei vergleichbaren Rennen (wie im platten Venray/Holland). Die
Laufstrecke führt in einer 5km-Schleife um einen kleinen See und auf
dem Rad ist ein Rundkurs viermal zu absolvieren. Start, Ziel und
Wechselzone befinden sich alle am Ufer des Sees.
Im Vorfeld hatten wir beim Veranstalter in Erfahrung gebracht, dass es
kein Problem wäre, erst am Tag des Rennens anzureisen und die Anmeldung
noch kurz vor dem Rennen zu erledigen. Da der Start um 12:30 Uhr geplant
war, reichte es sogar mit großzügiger Zeiteinteilung und
Sicherheitspuffer aus, wenn wir (in Duisburg) gegen 8:00 Uhr starten
würden. Da bin ich vor Rennen auch schon früher auf den Beinen
gewesen.
Was mir vorher partout nicht einfallen wollte war, dass es am 1. Mai um
die Mittagszeit auch schon mal etwas wärmer werden konnte. Daher hab
ich zwar alles mögliche eingepackt (Armline, ein extra Radtrikot, etc),
aber dafür die Sonnencreme vergessen...
Morgens lief alles so reibungslos, dass wir schon vor 8:00 Uhr auf der
Autobahn waren. Dort war am Sonntag morgen nicht viel los und wir kamen
problemlos und sogar ohne uns zu verfahren bis nach Luxemburg. Das
weitere Vor-Start-Geplänkel eines Duathlonneulings und einem - mit der
Erfahrung von immerhin zwei Duathlons und einem Triathlon - "alten"
Hasen erspare ich Euch hier mal. Beim Einlaufen fielen mir dann aber
doch zwei Dinge endlich auf, nämlich das Sonnencreme eine gute Idee
gewesen wäre und das ich schon ganz schön schwitzte.
In der Startaufstellung sortierten wir uns selbstbewusst relativ weit
vorne ein. In der zweiten Reihe stand ich da also nun zwischen einigen
ziemlich flott aussehenden "Spezialisten" und harrte der Dinge,
sprich
dem Startschuss. Über Lautsprecher quatschte der Kommentator gerade
eine Arie, von der ich nicht viel Verstand, als mittendrin das Rennen
gestartet wurde - tja, viel Aufheben machen die hier ja nicht um unser
Rennen. Um mich herum wurde losgesprintet wie in einem 800m-Rennen.
"Jungs, für die 800m-Läufer ist das Ziel dahinten rechts",
wollte ich
noch hinterherrufen, sparte mir die Luft dann aber doch lieber zum
Laufen. Mann-O-Mann, hier ging es ganz schön zur Sache. Nach dem Start
ging es von der Uferstraße weg auf einen Fussweg am See entlang, der
sich kurz danach einen Hügel hinauf in den Wald zog. Oben war irgendwo
Kilometer 1, dafür habe ich allerdings keine Zwischenzeit - im
Startgetümmel habe ich wohl meine Uhr "doppelgeklickt", so dass
ich
hier noch 0.2s als "Laufzeit" gestoppt hatte. Egal, hinterher kann
ich
mir die Zeit ja immer noch ausrechnen. Also weiter, vom gut zu
laufenden Fussweg ging es jetzt auf einen Pfad durch den Wald, mit Gras
bewachsen und eigentlich nur dadurch als Weg zu erkennen, weil links und
rechts die Reifenspuren von Traktoren in den weichen Boden eingegraben
waren. In einer Schleife liefen wir hier zurück an den See, bogen dort
rechts ab und liefen ein Stück auf einer Wiese am Ufer entlang. Die
Wiese war hier schön schräg und wir liefen am Hang entlang. Kurz
darauf
war Km 2 erreicht und ich hatte mit 3:45min eine erste
"Zwischenzeit".
Örks, schneller als erwartet, allerdings auch schon total am Anschlag -
so anstrengend fühlen sich eigentlich sonst nichtmal 10km-Rennen an.
Aber wozu diskutieren, der Tag wird ja noch was länger. Der dritte
Kilometer war wieder oben auf einem Hügel. Dort gab es auch eine
Getränkeversorgung - die ich da auch schon brauchte - nach 3 von 80km!
Die nächsten zwei Kilometer ging es jetzt auf einer Strasse zurück
zum
Startbereich. Hier gab es die gesammelten Höhenmeter der ersten drei
Kilometer wieder zurück, es ging teilweise recht steil abwärts. Mein
Kilometerzeiten kann ich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren, ich
weiss nur noch, dass ich nach der ersten Laufrunde eine Zwischenzeit
von 17:47min hatte. Das war mal eben eine Minute schneller, als ich mir
selbst zugetraut hatte. Allerdings stand mir der Sinn auch nicht danach,
noch eine weitere Runde in dem Tempo zu laufen und ich nahm ein bischen
Gas weg. Prompt wurde ich von ein paar lieben Kollegen überholt und
stehengelassen. Die Wasserversorgung kurz nach dem Start und bei Km 3
waren jetzt schon nicht mehr nur willkommene Abwechslung, sondern
schiere Notwendigkeit. Der Tag versprach noch richtig heiss zu werden.
Zum Wechseln kam ich nach (offiziellen) 36:44min, 1:12min später
(selbstgestoppt) schwang ich mich aufs Rad und bretterte meinem
Schicksal entgegen. Wie war mein Vorsatz für dieses Rennen gewesen?
Laufen ist egal, aber auf dem Rad schaust Du mal was geht und haust
ordentlich einen raus. Mein Schicksal in Form eines Berges wartete
allerdings schon nach einem Kilometer auf mich. Unten reinfahrend
wechselte ich schon mal vorsichtig auf das kleine Kettenblatt. Je
weiter ich in die Steigung hineinfuhr, desto kleiner wurde der Gang,
den ich fuhr. Dabei wurde ich tatsächlich auch noch überholt. Als
Fliegengewicht und in meiner Selbstein(über)schätzung als gar nicht
mal
so üblem Radfahrer hatte ich das an den Steigungen eigentlich nicht
erwartet. Oben gab es wenigstens kühles Wasser, also wenigstens eine
kurze Atempause. Meine (eine) Trinkflasche war zwar noch voll, aber ein
Schlückchen Wasser kann ja auch nicht schaden. Bin ich später froh
gewesen, schon da mit dem Trinken angefangen zu haben.
Der Kurs führte uns jetzt ein Stück über den Kamm einer
Hügelkette,
eine kurze Abfahrt hinunter auf eine breitere Landstraße und dort
wellig bis etwa zur Hälfte der Rundstrecke. Dieser Teil war der
schönste der Strecke und auch einigermaßen schnell zu fahren, weil
die
kleineren Anstiege des welligen Profils noch gut auf dem großen
Kettenblatt durchzudrücken waren. Die Strecke war ausserdem komplett
für den Autoverkehr gesperrt, so dass man fast bedenkenlos alle Kurven
schön schneiden und so fast komplett in Aeroposition durchfahren
konnte.
Bei Km 7 begann dann der zweite Anstieg der Strecke. Dieser war weniger
steil, aber dafür 4km lang. Größere Rampen und damit
Schwierigkeiten gab
es hier allerdings nicht, darum konnte man sich die Kräfte ganz gut
einteilen. Oben angekommen ging es über einen schmalen Wirtschaftsweg
und eine alte Landstraße mit schlechtem Asphalt wieder zurück bis
man
sich oberhalb von Weiswampach in eine Abfahrt stürzte, wo alle mühsam
gesammelten Höhenmeter innerhalb kürzester Zeit wieder verbraten
wurden. Davon konnte man leider überhaupt nicht profitieren, weil
einerseits die Abfahrt so eng und riskant war und andererseits untern
am Ende der Abfahrt eine enge Kurve lauerte, die der Veranstalter sogar
mit Strohballen abgesichert hatte. Die ganze schöne potentielle Energie,
die man sich angespart hatte, verpuffte hier also an den Bremsbelägen
*sniff*.
Um zwei Ecken biegend war man auch schon wieder zurück an dem See und
die erste Radrunde war beendet. Meine Uhr zeigte da eine Rundenzeit von
27min. Nun, wenn die erste Runde zum Kennenlernen war, dann war für mich
die zweite Runde (schon) zum Gruseln. Die Rampe am Ende des Dorfes liess
mich mir selbst schon die Frage stellen, wieso ich eigentlich nicht am
See auf einer Wiese in der Sonne liege. Das ständige Überholtwerden
war
auch nicht gerade gut für die Motivation. Egal, am Ende der Runde war ja
wenigstens schon Halbzeit des Rennens. Die war nach 54min Radzeit und
nach meiner Zeitrechnung nach einer Zwischenzeit von 1:28h erreicht.
Dass mir dabei noch die Zeit für den ersten Laufkilometer fehlte, hab
ich da irgendwie vergessen...
Dritte Runde, selbes Spiel, scheiss Rampe(!). Vorher hatte ich mir
allerdings noch ein Gel hinuntergewürgt, oben war ich jetzt also auf
die Wasserversorgung dringend angewiesen. Hatte ich schon erwähnt, dass
meine Trinkflasche schon nach einer halben Stunden leer war? Im Lauf der
nächsten Kilometer wurde ich von der führenden Frau überholt,
das war
Ulrike Schwalbe, derzeit Deutschlands Duathletin Nummer Eins. Begleitet
wurde sie von einem Kameramotorrad, wenn ich Glück gehabt habe, dann war
ich im Luxemburger Fernsehen auch mal kurz zu sehen. An dem folgenden
Anstieg kam U. Schwalbe aber auch nicht von mir weg, ihr Fahrstil war
hier für meinen Geschmack auch ein bischen seltsam. Im Gegensatz zu mir
fuhr sie immer noch einen dicken Gang und musste deswegen alle paar
Meter aus dem Sattel, um wieder ein bischen Fahrt aufzunehmen, die sie
dann sitzend wieder verlor. Mit meiner kleineren Übersetzung fuhr ich
ihr Tempo - allerdings wesentlich gleichmäßiger - mit.
Kurz danach wurden wir von der bis dahin zweiten Frau überholt und
waren damit dann das Kameramotorrad los. Anstelle der Kamera begleitete
uns nun ein Kampfrichter, der sich nach ein paar Minuten dann endlich
mal entschied, auch der führenden Dame ein bischen Aufmerksamkeit zu
schenken und uns wieder verliess. In respektvollem Abstand fuhr ich nun
hinter U. Schwalbe her und wunderte mich ein paar Mal über ihre
konservative Fahrweise. Ein paar der Kurven und kleineren Abfahrten,
die ich selbst in Aeroposition ungebremst gefahren wäre, ist sie fast
mit angezogener Handbremse gefahren. Ich wollte ihr schon zurufen, wenn
Du nicht soviel bremsen würdest, könntest Du jetzt da vorne sein, hab
mir das aus lauter Höflichkeit aber lieber gespart.
Die Abwechslung durch das Fahren mit der Frauenspitze hat mich auf der
dritten Radrunde noch mal ein bischen schneller gemacht (1:20h Radzeit,
26min für die Runde). Dafür war die letzte Radrunde aber etwas
lngsamer
(28min). Zu Beginn hab ich wieder ein Gel verdrückt und dann oben mit
diesmal zwei Wasserflaschen runtergespült. Mmh, caffeinated black
currant schmeckt gar nicht so schlecht, jedenfalls besser als der
sonstige Vanillebrei. Ein Espresso auf der Terasse eines Restaurants am
See mit einem Stück Johannisbeertorte wäre allerdings noch leckerer
gewesen...
Ich drück mal gerade die Schneller Vorlauftaste in meinen
Erinnerungen und springe ans Ende des Radfahrens. Hier gibt es noch zu
berichten, dass wir mit dem Rad auf der Uferstrasse aus der gleichen
Richtung zur Wechselzone fuhren, in die wir später auch wieder
losliefen auf die abschliessenden 10 Laufkilometer. Mit dem Rad fuhren
wir an der Wechselzone einmal vorbei und liefen an derem hinteren Ende
in sie hinein. Hier musste also eine Entschärfung des sich kreuzenden
Rad- und Laufverkehrs gefunden werden. Die Radfahrer aus der einen
Richtung kommend, fuhren auf der für sie linken Strassenseite, die
Läufer in dieselbe Richtung startend ebenfalls auf der für sie
linken,
also anderen Strassenseite. Zur Überquerung der von den den Radfahrern
bevölkerten Strassenseite hatten die Veranstalter provisorische
Fussgängerbrücken aufgebaut. Da ging es also steil eine Rampe hinauf,
auf einem schmalen Steg über die Strasse und auf der anderen Seite
wieder steil hinunter. Und das alles im Rennen(!), was für eine
Gehampel.
Laufend lief es jetzt allerdings gar nicht gut bei mir. Wasser, dass
ich mir über den Kopf oder das Trikot schüttete, verdampfte innerhalb
kürzester Zeit wieder und war nur für ein oder zwei Minuten eine
Kühlung. Bei den Temperaturen hätte ich nach jedem Kilometer eine
Wasserstelle gebrauchen können. Gemein, dass die Laufstrecke so oft
direkt am Wasser entlangführte, ich war ständig versucht
hineinzuspringen. Vom ersten Schritt an fühlte sich das Laufen an wie
am absoluten Limit, die Kilometerzeiten waren aber jenseits der
4:00min. Das Atemn fühlte sich an, als ob jemand den Sauerstoff aus der
Luft entfernt hätte, ich japste fast die ganze Zeit nach Luft. An den
Anstiegen war es ein ständiger Kampf, sich vorwärts zu bewegen, wenn
es
dann mal etwas abwärts ging, kamen mir irgendwie ständig die
Füsse
durcheinander und ich bin fast gestolpert. So macht das keinen Spass!
Aber 10km sind ja nicht lang, jetzt noch eine Runde überstehen, dann
kannst Du Dich auf die Wiese legen.
Fast Forward...
Eine schrecklich lange Leidenszeit später war ich endlich auf der
Zielgeraden. Weil der Zieleinlauf von uns aus gesehen rechts von der
Strasse lag, mussten wir nochmal über so eine Brücke über die
Strasse,
einmal um die Wechselzone herumlaufen und dann endlich ins Ziel.
Endspurt? Fehlanzeige! Geschafft! Vorbei!
Mit dem Rest meiner Energie ging es zur Zielverpflegung, erstmal
Wasser, dann Wasser, dann eine Dose Isodrink, noch eine, noch eine. Oh,
eine andere Geschmacksrichtung gibts ja auch noch, hm, die erste war
besser. Wie schmecken wohl Orangen nach nem Rennen? Lecker. Und was ist
das? Honigkuchen - auch lecker, aber trocken, also noch eine Dose Iso,
und noch eine, und...
So langsam müsste Christian, mit dem ich hierwar doch auch im Ziel
sein. Da schnapp ich mir doch noch ne Dose Iso und erwarte ihn. Lieber
zwei Dosen, dann kann ich auch eine trinken. Zwei Minuten später kommt
er auch schon, sieht auch noch lebendig aus, aber auf meinen Zuruf "im
Ziel nochmal lächeln" kommt nur ein "kann nicht mehr...".
Noch jemand
der heute gelitten hat?!?
Als er aus dem Zielkanal heraus ist, meint er nur "ich brauch
Schatten", wirft sich auf den Boden und sagt nichts mehr. Die
gekühlte
Dose Iso ist aber dennoch willkommen, ebenso die Schokoriegel, die ich
anschleppe. Die scheinen ihn auch wiederzubeleben, denn jetzt kommt ihm
doch eine "ohh, war das hart" über die Lippen. Alles klar, noch
einer,
der heute gelitten hat. Schlimmer allerdings noch als ich, denn er
hatte unterwegs überhaupt keine Kohlenhydrate zu sich genommen. Vor dem
Rennen hatte er sich zwar auch noch extra ein Gel gekauft, aber als er
es dann brauchte, war es ihm aus der Tasche gefallen. So ein Pech, ohne
Kohlenhydrate wird es nach mehr als drei Stunden im Rennen natürlich
superschwer. Das ist ja ansonsten gerade das, was einen
Duathlon/Triathlon gegenüber einem reinen Laufrennen der gleichen Dauer
einfacher macht, dass man sich während des Radfahrens noch mit Nahrung
versorgen kann.
Wir liegen jedenfalls im Halbschatten auf der Wiese, abwechselnd holt
einer neue Getränke oder etwas zu essen und wir geniessen die Sonne und
die müden Beine. Von den Strapazen haben wir uns wieder einigermassen
erholt, als die Tanks wieder aufgefüllt waren. Gerade einmal eine
knappe Stunde nach unseren Zieleinläufen haben wir auch schon die
Ergebnislisten entdeckt. Mit großem Hallo haben wir dann festgestellt,
das Christian exakt auf Platz 50 gelandet ist. Genau das hatte er
vorher nämlich angekündigt, weil es beim Powerman Luxemburg genau 50
Slots für den Powerman Zofingen, die (inoffiziellen)
Duathlon-Weltmeisterschaften über die (richtig) lange Distanz gibt.
Ausserdem hatte er auch noch die Startnummer 50, er hat also eigentlich
alles ziemlich cool gemacht.
Resultate:
Magnus: 3:08:24h, 0:36:44h/1:50:01h/0:41:39h (Platz 30)
Christian: 3:21:14h, 0:37:35h/1:56:23h/0:47:16h (Platz 50)
Wechselzeiten sind beide der Radzeit zugeschlagen worden, Laufzeiten
sind somit Nettozeiten. Insgesamt gab es 139 Finisher, 20 mal DNF,
davon 18 beim Radfahren ausgestiegen, also vermutlich mit einer Panne.
Headline des Artikels auf www.powerman.org: "Alessandro Alessandri
(ITA) and Ulrike Schwalbe (GER) win tropical Powerman Luxemburg - With
temperatures above 30C, athletes had to suffer on the ruling hills of
Luxemburg...
Das kann ich für mich so absolut unterschreiben!
Nichtsdestotrotz war das Rennen super, fand in einer sehr schönen
Umgebung ab, war perfekt organisiert und hat mir den Kopf wieder gerade
gerückt. Ich muss weg, trainieren...
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Gruß,
Magnus
Autor: Magnus Kreth (2005-05-06 11:53:49)
Magnus Kreth wrote:
[Powermanbericht im sonnigen Luxemburg]
Zum Thema Sonne noch ein paar Ergänzungen:
Morgens im Auto:
C.: Hab mich extra auch noch rasiert, bei dem Wetter gibts bestimmt
reichlich Farbe und ich seh immer so bescheuert aus, wenn ich dann nach dem
Rasieren so weisse Streifen im Gesicht habe.
Nach dem Rennen auf der Wiese:
C.: Du hast aber auch ganz schön Farbe bekommen!
(allerdings nur eine Farbe - Rot)
Beim Blick in den Spiegel in der Umkleide blickte mich ein Krebs an.
Bei der Rückfahrt fing es an, wehzutun. Richtig schlafen konnte ich erst
ab
Mittwoch wieder. Donnerstag fing die Haut an Blasen zu werfen!
Schöne Hell-Dunkel-Kontraste hab ich jetzt an den Oberschenkeln, den
Fussgelenken und auf den Schultern. Daran kann man übrigens die Radfahrer
von den Triathleten unterscheiden, die Radfahrer sind die mit den weissen
Schultern...
Gruß,
Magwird sonst eigentlich nicht so schnell rotnus
Autor: Oliver Olzo Seyfert (2005-05-06 12:20:15)
Magnus Kreth schrieb am 06.05 um 11:53:
> Bei der Rückfahrt fing es an, wehzutun. Richtig schlafen konnte ich
erst ab
> Mittwoch wieder. Donnerstag fing die Haut an Blasen zu werfen!
Da gibt s ja ganz neuerdings so Zeug, das man da vorher nehmen kann:
http://www.lila-se.de/shop-d/images/penatenbabysonnencreme.jpg
Laufende Gruesse,
Oli-"Ueberraschung!"-ver
--
http://www.laufplaner.de
http://www.drsl.de
http://www.laufzentrale.de
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-05-06 13:29:29)
Magnus Kreth wrote:
> Hi,
>
> da am Freitag offtopic doch ontopic ist, poste ich mal einen Bericht aus
> einem Nebenuniversum. Duathlon hat aber immerhin noch mehr mit dem Laufen
> zu tun, als Triathlon, immerhin muss man dabei zwei mal laufen. Also
für
> die Interessierten und die Trias hier:
Tri- und Duathlon ist doch on-topic in drsl*.
Mir hat der Bericht gut gefallen, danke dafür. Und Gratulation zum
guten Abschneiden.
Was mich immer wieder wundert, auch bei meinen Kumpels: Die erste
Laufstrecke wird fast immer deutlich schneller als die zweite gelaufen.
Würde ein gleichmäßiges Tempo nicht zu einer schnelleren
Endzeit führen?
Gruß Matt"nur Tri- keine Duathlon-Erfahrung"hias
Autor: Magnus Kreth (2005-05-06 15:35:29)
Matthias Rosenkranz wrote:
> Magnus Kreth wrote:
>> Hi,
>>
>> da am Freitag offtopic doch ontopic ist, poste ich mal einen Bericht
aus
>> einem Nebenuniversum. Duathlon hat aber immerhin noch mehr mit dem
Laufen
>> zu tun, als Triathlon, immerhin muss man dabei zwei mal laufen. Also
für
>> die Interessierten und die Trias hier:
>
> Tri- und Duathlon ist doch on-topic in drsl*.
> Mir hat der Bericht gut gefallen, danke dafür. Und Gratulation zum
> guten Abschneiden.
>
> Was mich immer wieder wundert, auch bei meinen Kumpels: Die erste
> Laufstrecke wird fast immer deutlich schneller als die zweite gelaufen.
> Würde ein gleichmäßiges Tempo nicht zu einer schnelleren
Endzeit führen?
Hindert das irgendjemanden daran, in einem Laufwettkampf zu schnell
loszurennen?!?
Natürlich hast Du Recht, die besten Rennen - sowohl vom Ergebnis, als auch
vom Genuß - sind die, die man stark finisht. Aber hier kam hinzu, dass es
im Lauf der Zeit immer heisser wurde. Ausserdem war die Renngestaltung
schon halbwegs bewusst so gewählt: Offenen Auges ins Verderben! Ich wollte
halt mal sehen, wie schnell ich auf dem Rad sein würde, wenn ich da volles
Rohr fahre. Letzteres ist mir fast, das "schnell sein" nicht ganz so
gut
geglückt.
>
> Gruß Matt"nur Tri- keine Duathlon-Erfahrung"hias
Ist für mich halt auch deswegen eine Alternative, weil Schwimmen nach wie
vor meine mit Abstand schwächste Disziplin ist.
Übrigens gibts dieses Jahr wieder einen Powerman Deutschland in Zeitz.
Laut
Veranstaltungskalender auf www.duathlon.de im September. Ansonsten Geel in
Belgien im Juni. Auf, auf...
Gruß,
Magnus
Autor: Magnus Kreth (2005-05-06 15:37:49)
Oliver Olzo Seyfert wrote:
> Magnus Kreth schrieb am 06.05 um 11:53:
>> Bei der Rückfahrt fing es an, wehzutun. Richtig schlafen konnte
ich erst
>> ab Mittwoch wieder. Donnerstag fing die Haut an Blasen zu werfen!
>
> Da gibt s ja ganz neuerdings so Zeug, das man da vorher nehmen kann:
> http://www.lila-se.de/shop-d/images/penatenbabysonnencreme.jpg
Lies doch erstmal den Bericht, dann das Reply! Ich hab Sonnencreme... nur
halt nicht in Luxemburg.
Möge Dir heute die Sonne auf den Pelz scheinen bei Deinen Runden um den
Platz! Ups, damit würde Dir das Wetter ja sogar gefallen, oder? Sollte ich
Dir also lieber Sturm und Hagel wünschen. Jedenfalls ist der Bleistift zum
Rezensieren Deines kommenden(!) Berichtes schon gespitzt!
>
> Laufende Gruesse,
> Oli-"Ueberraschung!"-ver
>
Magbah, watt fiesnus
