[Bericht] SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-04-28 09:42:20)
Markus Schoch wrote:
> Matthias Rosenkranz schrieb:
>
>> Der Startschuss fällt und die Spitze stürmt wie wild die
abfallende
>> Friedrich-Ebert-Anlage hinunter. Nach ca. 500 m gehts nach rechts
>> zwischen den Pfeilern durch, kurz hinter mir muss einer voll auf so
>> einen Pfeiler draufgeknallt sein (hat mir später jemand
erzählt).
>
>
> Da kann ich glaube ich Entwarnung geben. Ich war kurz hinter Dir und ich
> vermute mal, dass ich dieser Läufer bin, den Du hier beschreibst.
> Tatsächlich bin ich auf dem nassen Gitter unter den Arkaden
weggerutscht
> und mich hats dann flach auf den Asphalt gelegt; der Pfeiler war zum
> Glück nicht beteiligt. Habe mich gleich wieder aufgerappelt und bin
mit
> ein paar Schürfwunden an Arm und Bein sowie blutigem Knie noch zuende
> gelaufen.
"Noch zuende gelaufen" ist ja wohl leichtes Understatement für
20,7 km.
> Bei mir grinst sich der eine Teil ins Fäustchen, da ich wegen meiner
> noch nicht ganz verheilten Wunden und einem leichten Muskelkater etwas
> holprig gehe und der andere Teil versteht nicht, wieso ich mit einer
> 1:35 unzufrieden bin.
Da hätte ich dich im Ziel ja fast sehen müssen. Ich habe nämlich
noch
auf einen Kollegen aus der Schwimmgruppe gewartet, der 16 sec vor dir
eingelaufen ist.
Gruß Matthias
--
Wenn Gott gewollt hätte, daß wir nordic-walken, dann
hätte er uns doch statt Armen Stöcke gegeben.
"Die Welt" vom 13.4.05
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-04-28 09:57:57)
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-04-28 09:57:57)
Stefan Bäumer wrote:
> Oh, das sind ja bestimmt 300 Hm.
Eher noch ein paar mehr.
>> Kilometerzeiten mit 3:57 und 3:50 langsamer aussehen, bin ich mit
18:26
>> bei Kilometer 5 noch verdammt schnell.
>
> Heidelberg ist ein nettes Städtchen, sollte ich vielleicht
auch mal zum
> Laufen hin. Die KM-Zeiten passen aber nicht zusammen,
> 10:31+3:57+3:50=18:18???.
Oh, das war ein Flipptehler, km 3 hatte ich bei 10:39 (hallo
Rüdiger,
Entwarnung!).
[snip]
>> etwas flacher) stoppe ich 8:56 für zwei Kilometer. Ich
überschlage,
>> dass es jetzt ganz schön eng mit der erhofften Sub-1:25
wird.
>
> Wie? Geht doch noch bergab?!
Noch 16 min für 4,1 km, und der SchloÃźwolfsbrunnenweg
zieht sich noch
ziemlich lange leicht ansteigend dahin.
>> Abends habe ich dann im www die Ergebnisliste angeschaut und siehe da:
>> 23. Platz! Bei 2882 Finishern bedeutet das, ich bin im ersten Prozent!
>> 2. in der M40
>
> Na super. Glückwunsch! Hättest Du mal auf
die Siegerehrung gewartet...
Das hätte dann wahrscheinlich eine Urkunde und einen warmen
Händedruck
gegeben, da habe ich doch lieber mittags mit meinen Kindern gespielt.
GruÃź Matthias
Autor: Elisabeth Mueller (2005-05-01 19:26:17)
Matthias Rosenkranz schrieb:
>Name des Laufes: SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
Also landschaftlich schoene Strecke.
>Da war er nun, mein erster ernsthafter Wettkampf in 2005. Nach der
>Verletzungspause in Januar/Februar und den beiden Aufbau-HMs in Kandel
>und Bonn (1:32 und 1:26) fragte ich mich, wie es um meine Form bestellt
>war. Trotz der fehlenden Kilometer hoffte ich, die Vorjahreszeit
>(1:25:38) und Plazierung (35.) zu verbessern. So ganz klar war mir aber
>nicht, wo ich diese Hoffnung hernahm.
Weil Du ein Spitzenlaeufer bist?
>Zum Glück saß
>mein Laufschuhhändler am Reklamationsschalter und verzierte meine
>Startnummer mit grünem Filzstift mit dem Spruch: "Der Mann ist
grün"
>(grün = erster Startblock).
Du bist auf den ersten Blick schon als Laeufer erkennbar.
>bin ich mit 18:26 bei Kilometer 5 noch verdammt schnell.
Na und wie!
>
>Der eigentliche Philosophenweg ist gar nicht mehr so steil und die
>Aussicht über den Neckar und auf das gegenüberliegende
Heidelberger
>Schloss entschädigt etwas für die Anstrengung.
Dieses Stueck waere ich auch gerne gelaufen ...
>nach 4:30 passiere ich mit 39:48 die 10 km-Marke.
... aber nicht in dieser Geschwindigkeit.
>
>Kurz nach km 16 folgt der supersteile Anstieg zum
>Schlosswolfsbrunnenweg. Mir scheint, die finden jedes Jahr eine noch
>direktere, steilere Strecke da hoch (wahrscheinlich war es aber
>dieselbe Strecke wie im Vorjahr). Meine Beine brennen, die Lunge
>pfeift, aber wenigstens platze ich nicht völlig wie vor drei Jahren.
>Beim Einbiegen in den Schlosswolfsbrunnenweg (da wird es dann wieder
>etwas flacher) stoppe ich 8:56 für zwei Kilometer. Ich
überschlage,
>dass es jetzt ganz schön eng mit der erhofften Sub-1:25 wird.
Immer wieder erstaunlich, dass man in der Situation ueberhaupt noch
rechnen kann.
>Die letzten ca. 500 m laufen wir nochmals flach durch ein Spalier von
>Zuschauern durch die Füßgängerzone. Der M50er hat ca. 20 m
Vorsprung -
>zu wenig. Ich laufe das Loch zu, gehe vorbei und er kann nichts
>entgegensetzen. Bis ins Ziel nehme ich ihm noch fünf Sekunden ab, wir
>fallen uns aber trotzdem in die Arme.
Das kannst Du auch nur beim Sport machen. Ueberall sonst ist es eher
unpassend.
>Abends habe ich dann im www die Ergebnisliste angeschaut und siehe da:
>23. Platz! Bei 2882 Finishern bedeutet das, ich bin im ersten Prozent!
>2. in der M40
Gratulation!
>
>Und heute morgen liegen mir die Kollegen (die zwischen 1:48 und 2:18
>gefinisht haben) zu Füßen :-)
und kuessen Dir dieselben.
>
>Danke fürs Lesen,
Danke fuer den Bericht!
Elisabeth
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-05-02 10:27:07)
Elisabeth Mueller wrote:
>>Da war er nun, mein erster ernsthafter Wettkampf in 2005. Nach der
>>Verletzungspause in Januar/Februar und den beiden Aufbau-HMs in Kandel
>>und Bonn (1:32 und 1:26) fragte ich mich, wie es um meine Form bestellt
>>war. Trotz der fehlenden Kilometer hoffte ich, die Vorjahreszeit
>>(1:25:38) und Plazierung (35.) zu verbessern. So ganz klar war mir aber
>>nicht, wo ich diese Hoffnung hernahm.
>
> Weil Du ein Spitzenlaeufer bist?
Danke für die Blumen.
> Du bist auf den ersten Blick schon als Laeufer erkennbar.
Naja, im Vergleich zu Max, Holger, Carsten oder Winfried sehe ich
ganz schön kräftig aus (Triathlet eben) mit meinem BMI von 24.
>>Der eigentliche Philosophenweg ist gar nicht mehr so steil und die
>>Aussicht über den Neckar und auf das gegenüberliegende
Heidelberger
>>Schloss entschädigt etwas für die Anstrengung.
>
>
> Dieses Stueck waere ich auch gerne gelaufen ...
Ja, das ist wirklich sehr schön da. Bis km 13 führt die Strecke
dann auch durch den Wald.
> Immer wieder erstaunlich, dass man in der Situation ueberhaupt noch
> rechnen kann.
Rechnen konnte ich schon als kleines Kind ganz gut :-)
> Gratulation!
Danke.
Gruß Matthias
--
Wenn Gott gewollt hätte, daß wir nordic-walken, dann
hätte er uns doch statt Armen Stöcke gegeben.
"Die Welt" vom 13.4.05
Autor: Matthias Rosenkranz (2005-04-26 00:41:27)
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
Datum: 24.4.2005 (Sun)
Ort: Heidelberg
Postleitzahl: D6
Homepage (Veranstalter): http://www.tsg78-hd.de/sas-hm2005/index.html
Ihr Name: Matthias Rosenkranz
Ihre eMail-Adresse: matthias.rosenkranz at gmx de
Streckenlaenge: HM
Beschaffenheit: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Schotter, Matsch
Profil: Bergig - http://www.tsg78-hd.de/sas-hm2005/strecke profil.html
Wetter: Bedeckt, gegen Ende sonnig, vor dem Start Regen
Teilnehmer: 2882 Finisher
Bericht:
Da war er nun, mein erster ernsthafter Wettkampf in 2005. Nach der
Verletzungspause in Januar/Februar und den beiden Aufbau-HMs in Kandel
und Bonn (1:32 und 1:26) fragte ich mich, wie es um meine Form bestellt
war. Trotz der fehlenden Kilometer hoffte ich, die Vorjahreszeit
(1:25:38) und Plazierung (35.) zu verbessern. So ganz klar war mir aber
nicht, wo ich diese Hoffnung hernahm.
Der Heidelberger Halbmarathon lässt zwar aufgrund des Höhenprofils
(http://www.tsg78-hd.de/sas-hm2005/strecke profil.html) keine
Bestzeiten zu, gilt aber als der Lauf in der Region und eine gute
Plazierung verhilft einem zu einem gewissen Prestige (auch im
Kollegenkreis). Ich war also motiviert.
Um einen Platz im Parkhaus zu bekommen bin ich relativ früh angereist
und konnte noch völlig entspannt meine Startunterlagen abholen. Keine
Schlange, aber da, der erste Schock! Meine Startnummer ist gelb, das
ist der zweite Startblock - wie konnte das passieren? Zum Glück saß
mein Laufschuhhändler am Reklamationsschalter und verzierte meine
Startnummer mit grünem Filzstift mit dem Spruch: "Der Mann ist
grün"
(grün = erster Startblock).
Nachdem ich noch eine Weile im Regen rumgestanden bin, habe ich ca.
eine halbe Stunde vor dem Start meine Tasche mit den Klamotten
abgegeben und habe mich in Wettkampfkleidung und einem Wegwerf-T-Shirt
warmgelaufen. Ca. 2 min vor dem Start habe ich mich in die zweite Reihe
gedrängelt, mein T-Shirt über die Absperrung gehängt (wollte ich
später
wieder abholen, was ich natürlich vergessen habe) und noch mit
Bekannten geflachst.
Der Startschuss fällt und die Spitze stürmt wie wild die abfallende
Friedrich-Ebert-Anlage hinunter. Nach ca. 500 m gehts nach rechts
zwischen den Pfeilern durch, kurz hinter mir muss einer voll auf so
einen Pfeiler draufgeknallt sein (hat mir später jemand erzählt).
Noch
eine Rechtskurve und wir kommen in die Hauptstraße, die
Fußgängerzone
von Heidelberg. Das erste Kilometerschild - 3:21, und dabei habe ich
mich noch zurückgehalten.
Immer weiter durch die Fußgängerzone, das Feld hat sich hier vorne
schon ziemlich ausgedünnt. Linkskurve am Marktplatz auf glitschigem
Kopfsteinpflaster, aus der Spitzengruppe ist hier prompt einer
gestürzt. Auf ziemlich grobem Kopfsteinpflaster überqueren wir auf
der
"Alten Brücke" den Neckar. Am Neckarufer entlang, irgendwann
kommt km 3
(den zweiten habe ich übersehen) in 10:31 - ganz schön schnell, wenn
das
mal gut geht. Ich habe allerdings in Erinnerung, dass ich auch letztes
Jahr hier schon zu schnell war, die Markierung ist wohl falsch. Weiter
geht es in einer Schleife flach durch Neuenheim. Auch wenn die
Kilometerzeiten mit 3:57 und 3:50 langsamer aussehen, bin ich mit 18:26
bei Kilometer 5 noch verdammt schnell.
Immer noch flach, der sechste Kilometer geht mit 3:47 weg, weiter
zurück Richtung Neckarufer kommen wir bei ca. km 6,7 auf ein
Gegenverkehrsstück. Unmengen von Läufern, die erst vier Kilometer
hinter sich haben, strömen uns entgegen. Zwei oder drei Kollegen
grüßen mich, ich nehme sie kaum wahr, während ich auf Kilometer
7
zufliege (3:50).
Dann hat es sich aber ausgeflogen, auf der Albert-Ueberle-Straße
schlängelt sich die Strecke in Serpentinen hoch zum Philosophenweg.
Ein Großteil der 190 Höhenmeter zum höchsten Punkt (kurz nach
km 10)
bezwingt man auf dem nächsten Kilometer, das Höhenprofil täuscht
hier
imho etwas. Ein leichtfüßiger Läufer zischt an mir vorbei,
dafür fallen
meine bisherigen Begleiter nach hinten ab. Nach 4:50 bin ich bei km 8.
Der eigentliche Philosophenweg ist gar nicht mehr so steil und die
Aussicht über den Neckar und auf das gegenüberliegende Heidelberger
Schloss entschädigt etwas für die Anstrengung. Trotzdem ist es
schwer,
wieder Fahrt aufzunehmen. Obwohl es subjektiv nur noch leicht bergauf
geht, brauche ich 4:24 bis zum nächsten Kilometerschild. Der Abstand
nach vorne wird aber nicht größer, das beruhigt. Auf dem wieder
etwas
steileren Stück (mit Flachpassagen) kann ich zu einem Läufer
auflaufen,
nach 4:30 passiere ich mit 39:48 die 10 km-Marke.
Kurz später bin ich am höchsten Punkt und hoffe, mich abwärts
ein wenig
erholen zu können. Bis Kilometer 11 läuft es noch nicht so richtig
rund
(4:22 - okay, zum Teil noch aufwärts), aber dann rollt es wieder. Auf
geschotterten, aufgrund des Regens etwas schmierigen Wegen (übrigens
schon seit km 9) geht es teils abwärts, teils flach mit 3:59 und 3:42.
Das 13. Kilometerschild steht schon in dem sehr unangenehmen kurzen,
steilen Zwischenanstieg zum Stift Neuburg. Mit kurzen, flachen,
schnellen Schritten überhole ich einen Konkurrenten und versuche mir
(erfolglos) einzureden, dass der Anstieg doch gar nicht so schlimm ist
(er ist furchtbar). Das letzte Stück des Anstiegs laufe ich durch ein
enges Menschenspalier, wollen die sich alle an unseren Qualen weiden?
Endlich über die Kuppe gibt es keine Zeit zum Ausruhen, zu steil geht
es runter nach Ziegelhausen. Abwärts werde ich überholt und dann
übersehe ich auch noch das Kilometerschild :-(
Unten fühle ich mich etwas angeschlagen und kann dem Läufer, der mich
gerade überholt hat nicht folgen. Zum Glück soll das der Letzte
bleiben, der mir davonläuft. Kilometer 15 auf der
Ziegelhäuserbrücke
drücke ich bei 1:00:12 ab. Ich fühle mich wieder etwas erholter,
leider
übersehe ich auf der flachen Strecke entlang des Neckars das nächste
Kilometerschild.
Kurz nach km 16 folgt der supersteile Anstieg zum
Schlosswolfsbrunnenweg. Mir scheint, die finden jedes Jahr eine noch
direktere, steilere Strecke da hoch (wahrscheinlich war es aber
dieselbe Strecke wie im Vorjahr). Meine Beine brennen, die Lunge
pfeift, aber wenigstens platze ich nicht völlig wie vor drei Jahren.
Beim Einbiegen in den Schlosswolfsbrunnenweg (da wird es dann wieder
etwas flacher) stoppe ich 8:56 für zwei Kilometer. Ich überschlage,
dass es jetzt ganz schön eng mit der erhofften Sub-1:25 wird.
Vor mir läuft ein scheinbar etwas älterer Läufer, an den
kämpfe ich
mich langsam heran. Ungefähr bei km 18 (4:32, immer noch ansteigend)
habe ich ihn. Als ich vorbeilaufe zieht er das Tempo an und überholt
mich wieder. Das geht ein paar mal hin und her, zwischendurch klären
wir ab, dass wir eigentlich keine Konkurrenten sind (er ist der
Führende in der M50).
Inzwischen haben wir die Steigung hinter uns, km 19 wird in 4:05
passiert und nun geht es fast im freien Fall abwärts. Der M50er macht
ordentlich Druck und ich kann nicht ganz folgen. Nach 3:33 passiere ich
die 20er-Marke bei 1:21:20. Mist, 3:40 für 1,1 km wird wohl nicht
klappen, auch wenn es noch ein Stück abwärts geht.
Die letzten ca. 500 m laufen wir nochmals flach durch ein Spalier von
Zuschauern durch die Füßgängerzone. Der M50er hat ca. 20 m
Vorsprung -
zu wenig. Ich laufe das Loch zu, gehe vorbei und er kann nichts
entgegensetzen. Bis ins Ziel nehme ich ihm noch fünf Sekunden ab, wir
fallen uns aber trotzdem in die Arme.
Ich stoppe 1:25:18 (offiziell waren es dann 1:25:17) und weiß nicht,
wie ich plaziert bin. Ich weiß nur, dass ich 20 sec schneller als im
Vorjahr bin und vermute eine ähnlich Plazierung (35., 6. M40). Da es
angeblich immer sehr lange bis zur Siegerehrung dauert (ich war trotz
einem halben Dutzend Teilnahmen noch nie dort) und die Duschen auch
weit entfernt sind, habe ich bald meine Klamotten geholt, was Trockenes
angezogen und bin nach Hause gefahren. Dort habe ich mich gemütlich in
die Badewanne gelegt und den Nachmittag lieber mit meiner Familie
verbracht.
Abends habe ich dann im www die Ergebnisliste angeschaut und siehe da:
23. Platz! Bei 2882 Finishern bedeutet das, ich bin im ersten Prozent!
2. in der M40
Und heute morgen liegen mir die Kollegen (die zwischen 1:48 und 2:18
gefinisht haben) zu Füßen :-)
Danke fürs Lesen,
Gruß Matthias
--
Pain is temporary, pride is forever. (Dave Scott)
Autor: Andre Maass (2005-04-26 09:12:11)
Matthias Rosenkranz schrieb:
> Name des Laufes: SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
> Datum: 24.4.2005 (Sun)
Wow! Ich bin noch ganz baff. Vielen lieben Dank für diesen super
interessanten Bericht aus einer anderen Welt. Ich habe nägelkauend jede
Passage gelesen und mitgelitten.
> Und heute morgen liegen mir die Kollegen (die zwischen 1:48 und 2:18
> gefinisht haben) zu Füßen :-)
Nicht nur die!
An-"Beeindruckt"-dre
Autor: Rud1ger Sch1erz (2005-04-27 12:57:16)
Matthias Rosenkranz writes:
> Name des Laufes: SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
[...]
> Da war er nun, mein erster ernsthafter Wettkampf in 2005. Nach der
> Verletzungspause in Januar/Februar und den beiden Aufbau-HMs in Kandel
> und Bonn (1:32 und 1:26) fragte ich mich, wie es um meine Form bestellt
> war. Trotz der fehlenden Kilometer hoffte ich, die Vorjahreszeit
> (1:25:38) und Plazierung (35.) zu verbessern. So ganz klar war mir aber
> nicht, wo ich diese Hoffnung hernahm.
Hm, somatische Intelligenz? ;-)
> Der Heidelberger Halbmarathon lässt zwar aufgrund des
Höhenprofils
> (http://www.tsg78-hd.de/sas-hm2005/strecke profil.html) keine
> Bestzeiten zu, gilt aber als der Lauf in der Region und eine gute
> Plazierung verhilft einem zu einem gewissen Prestige (auch im
> Kollegenkreis). Ich war also motiviert.
Gut.
> Um einen Platz im Parkhaus zu bekommen bin ich relativ früh angereist
> und konnte noch völlig entspannt meine Startunterlagen abholen. Keine
> Schlange, aber da, der erste Schock! Meine Startnummer ist gelb, das
> ist der zweite Startblock - wie konnte das passieren?
Hast du deine HM von Kandel angegeben?
> Zum Glück saß
> mein Laufschuhhändler am Reklamationsschalter und verzierte meine
> Startnummer mit grünem Filzstift mit dem Spruch: "Der Mann ist
grün"
> (grün = erster Startblock).
Gut, wenn man seine Leute an den richtigen Positionen sitzen hat.
> Nachdem ich noch eine Weile im Regen rumgestanden bin, habe ich ca.
> eine halbe Stunde vor dem Start meine Tasche mit den Klamotten
> abgegeben und habe mich in Wettkampfkleidung und einem Wegwerf-T-Shirt
> warmgelaufen. Ca. 2 min vor dem Start habe ich mich in die zweite Reihe
> gedrängelt, mein T-Shirt über die Absperrung gehängt
(wollte ich später
> wieder abholen, was ich natürlich vergessen habe) und noch mit
> Bekannten geflachst.
Ok, alles ganz entspannt.
> Der Startschuss fällt und die Spitze stürmt wie wild die
abfallende
> Friedrich-Ebert-Anlage hinunter. Nach ca. 500 m gehts nach rechts
> zwischen den Pfeilern durch, kurz hinter mir muss einer voll auf so
> einen Pfeiler draufgeknallt sein (hat mir später jemand
erzählt).
AUA.
> Noch
> eine Rechtskurve und wir kommen in die Hauptstraße, die
Fußgängerzone
> von Heidelberg. Das erste Kilometerschild - 3:21, und dabei habe ich
> mich noch zurückgehalten.
Örks. Das Tempo lief ich gestern in meinen 4x1200m Intervallen auf der
Bahn, aber doch nicht im HM.
> Immer weiter durch die Fußgängerzone, das Feld hat sich hier
vorne
> schon ziemlich ausgedünnt. Linkskurve am Marktplatz auf glitschigem
> Kopfsteinpflaster, aus der Spitzengruppe ist hier prompt einer
> gestürzt.
Ui, Pfeiler, nasses Kopfsteinpflaster... harte Auslese!
> Auf ziemlich grobem Kopfsteinpflaster überqueren wir auf der
> "Alten Brücke" den Neckar. Am Neckarufer entlang,
irgendwann kommt km 3
> (den zweiten habe ich übersehen) in 10:31 - ganz schön schnell,
wenn das
> mal gut geht.
Au weia, das wäre momentan mein 3000m Wettkampfziel.
> Ich habe allerdings in Erinnerung, dass ich auch letztes
> Jahr hier schon zu schnell war, die Markierung ist wohl falsch.
Axo.
> Weiter
> geht es in einer Schleife flach durch Neuenheim. Auch wenn die
> Kilometerzeiten mit 3:57 und 3:50 langsamer aussehen, bin ich mit 18:26
> bei Kilometer 5 noch verdammt schnell.
Yes, sir.
> Immer noch flach, der sechste Kilometer geht mit 3:47 weg, weiter
> zurück Richtung Neckarufer kommen wir bei ca. km 6,7 auf ein
> Gegenverkehrsstück. Unmengen von Läufern, die erst vier
Kilometer
> hinter sich haben, strömen uns entgegen. Zwei oder drei Kollegen
> grüßen mich, ich nehme sie kaum wahr, während ich auf
Kilometer 7
> zufliege (3:50).
Ja, fliegen!
> Dann hat es sich aber ausgeflogen, auf der Albert-Ueberle-Straße
> schlängelt sich die Strecke in Serpentinen hoch zum Philosophenweg.
Oh, jetzt wirds bergig. Nix für mich.
> Ein Großteil der 190 Höhenmeter zum höchsten Punkt (kurz
nach km 10)
> bezwingt man auf dem nächsten Kilometer, das Höhenprofil
täuscht hier
> imho etwas. Ein leichtfüßiger Läufer zischt an mir vorbei,
dafür fallen
> meine bisherigen Begleiter nach hinten ab. Nach 4:50 bin ich bei km 8.
Aha, Kraft in den Beinen.
> Der eigentliche Philosophenweg ist gar nicht mehr so steil und die
> Aussicht über den Neckar und auf das gegenüberliegende
Heidelberger
> Schloss entschädigt etwas für die Anstrengung. Trotzdem ist es
schwer,
> wieder Fahrt aufzunehmen. Obwohl es subjektiv nur noch leicht bergauf
> geht, brauche ich 4:24 bis zum nächsten Kilometerschild. Der Abstand
> nach vorne wird aber nicht größer, das beruhigt. Auf dem wieder
etwas
> steileren Stück (mit Flachpassagen) kann ich zu einem Läufer
auflaufen,
> nach 4:30 passiere ich mit 39:48 die 10 km-Marke.
Yeah, die Hälfte ist fast rum.
> Kurz später bin ich am höchsten Punkt und hoffe, mich
abwärts ein wenig
> erholen zu können. Bis Kilometer 11 läuft es noch nicht so
richtig rund
> (4:22 - okay, zum Teil noch aufwärts), aber dann rollt es wieder. Auf
> geschotterten, aufgrund des Regens etwas schmierigen Wegen (übrigens
> schon seit km 9) geht es teils abwärts, teils flach mit 3:59 und
3:42.
> Das 13. Kilometerschild steht schon in dem sehr unangenehmen kurzen,
> steilen Zwischenanstieg zum Stift Neuburg. Mit kurzen, flachen,
> schnellen Schritten überhole ich einen Konkurrenten und versuche mir
> (erfolglos) einzureden, dass der Anstieg doch gar nicht so schlimm ist
> (er ist furchtbar).
Du musst dir selbst nur mehr glauben, dann funktioniert das auch mit
der Selbstmotivation. :-)
> Das letzte Stück des Anstiegs laufe ich durch ein
> enges Menschenspalier, wollen die sich alle an unseren Qualen
> weiden?
Ja was denn sonst. :-)
> Endlich über die Kuppe gibt es keine Zeit zum Ausruhen, zu steil geht
> es runter nach Ziegelhausen. Abwärts werde ich überholt und dann
> übersehe ich auch noch das Kilometerschild :-(
>
> Unten fühle ich mich etwas angeschlagen und kann dem Läufer, der
mich
> gerade überholt hat nicht folgen. Zum Glück soll das der Letzte
> bleiben, der mir davonläuft. Kilometer 15 auf der
Ziegelhäuserbrücke
> drücke ich bei 1:00:12 ab. Ich fühle mich wieder etwas erholter,
leider
> übersehe ich auf der flachen Strecke entlang des Neckars das
nächste
> Kilometerschild.
Macht nix. Weiter so.
> Kurz nach km 16 folgt der supersteile Anstieg zum
> Schlosswolfsbrunnenweg. Mir scheint, die finden jedes Jahr eine noch
> direktere, steilere Strecke da hoch (wahrscheinlich war es aber
> dieselbe Strecke wie im Vorjahr). Meine Beine brennen, die Lunge
> pfeift, aber wenigstens platze ich nicht völlig wie vor drei Jahren.
Ui, alle Systeme am Anschlag.
> Beim Einbiegen in den Schlosswolfsbrunnenweg (da wird es dann wieder
> etwas flacher) stoppe ich 8:56 für zwei Kilometer. Ich
überschlage,
> dass es jetzt ganz schön eng mit der erhofften Sub-1:25 wird.
> Vor mir läuft ein scheinbar etwas älterer Läufer, an den
kämpfe ich
> mich langsam heran. Ungefähr bei km 18 (4:32, immer noch ansteigend)
> habe ich ihn. Als ich vorbeilaufe zieht er das Tempo an und überholt
> mich wieder. Das geht ein paar mal hin und her, zwischendurch klären
> wir ab, dass wir eigentlich keine Konkurrenten sind (er ist der
> Führende in der M50).
Hm, die Taktik von dem Läufer verstehe ich nicht ganz. Ich an seiner
Stelle hätte mich erstmal eine Weile ziehen lassen.
> Inzwischen haben wir die Steigung hinter uns, km 19 wird in 4:05
> passiert und nun geht es fast im freien Fall abwärts. Der M50er macht
> ordentlich Druck und ich kann nicht ganz folgen. Nach 3:33 passiere ich
> die 20er-Marke bei 1:21:20. Mist, 3:40 für 1,1 km wird wohl nicht
> klappen, auch wenn es noch ein Stück abwärts geht.
>
> Die letzten ca. 500 m laufen wir nochmals flach durch ein Spalier von
> Zuschauern durch die Füßgängerzone. Der M50er hat ca. 20 m
Vorsprung -
> zu wenig. Ich laufe das Loch zu, gehe vorbei und er kann nichts
> entgegensetzen. Bis ins Ziel nehme ich ihm noch fünf Sekunden ab, wir
> fallen uns aber trotzdem in die Arme.
Aha, deshalb wollte er dich vorher abhängen, er ist nicht tempostark
zum Schluss.
> Ich stoppe 1:25:18 (offiziell waren es dann 1:25:17) und weiß nicht,
Juhu. <tusch>
Tolle Zeit für so einen schwierigen Lauf!
> wie ich plaziert bin. Ich weiß nur, dass ich 20 sec schneller als
im
> Vorjahr bin und vermute eine ähnlich Plazierung (35., 6. M40). Da es
> angeblich immer sehr lange bis zur Siegerehrung dauert (ich war trotz
> einem halben Dutzend Teilnahmen noch nie dort) und die Duschen auch
> weit entfernt sind, habe ich bald meine Klamotten geholt, was Trockenes
> angezogen und bin nach Hause gefahren. Dort habe ich mich gemütlich
in
> die Badewanne gelegt und den Nachmittag lieber mit meiner Familie
> verbracht.
>
> Abends habe ich dann im www die Ergebnisliste angeschaut und siehe da:
> 23. Platz! Bei 2882 Finishern bedeutet das, ich bin im ersten Prozent!
> 2. in der M40
Wow. Da hätte es ja doch eine Siegerehrung für dich gegeben. :-)
> Und heute morgen liegen mir die Kollegen (die zwischen 1:48 und 2:18
> gefinisht haben) zu Füßen :-)
Jawohl, so ist es richtig. Genieße die Huldigungen. :-)
> Danke fürs Lesen,
Danke für den schönen Bericht.
Cheers,
Rudiger
Autor: Gerhard Brandl (2005-04-27 13:57:02)
Matthias Rosenkranz wrote:
> [X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
> Name des Laufes: SAS Halbmarathon der TSG 78 Heidelberg
Ah! Der Berglaufbericht :-)
> ...Startnummer mit grünem Filzstift mit dem
> Spruch: "Der Mann ist grün" (grün = erster
Startblock).
:-)
> Nachdem ich noch eine Weile im Regen rumgestanden
> bin,
Solche Gelegenheiten nutze ich meist zu einem ausgiebigen VWKGJ.
> ...und einem Wegwerf-T-Shirt
> ...mein T-Shirt über die Absperrung gehängt
Also: ein Aufhäng-Shirt.
> und noch mit Bekannten geflachst.
Wieder kein VWKGJ! Das kann nix werden!
> Der Startschuss fällt...
> [packender Bericht, der mir Lust auf eine Stardtbesichtigung macht]
>
> Ein Großteil der 190 Höhenmeter zum höchsten Punkt
*igitt* Höhenmeter
> Kurz nach km 16 folgt der supersteile Anstieg zum
> Schlosswolfsbrunnenweg.
kein Kommentar
> Ich stoppe 1:25:18 (offiziell waren es dann 1:25:17) und weiß nicht,
> wie ich plaziert bin. Ich weiß nur, dass ich 20 sec schneller als
im
> Vorjahr bin
Toll!
> Abends habe ich dann im www die Ergebnisliste angeschaut und siehe da:
> 23. Platz! Bei 2882 Finishern bedeutet das, ich bin im ersten Prozent!
Wahnsinn!
> 2. in der M40
Ui!
> Und heute morgen liegen mir die Kollegen (die zwischen
> 1:48 und 2:18 gefinisht haben) zu Füßen :-)
;-)
Grüße!
Gerhard
