[Bericht] Hermannslauf
Autor: Steffen Michaelis (2005-04-24 22:44:01)
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[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: Hermannslauf
Datum: 24.4.2005 (Sun)
Ort: Detmold-Bielefeld
Postleitzahl: D3
Homepage (Veranstalter): www.hermannslauf.de
Ihr Name: Steffen Michaelis de Vasconcellos
Ihre eMail-Adresse: michaelis at physik.upb de
Streckenlaenge: 31,1km
Beschaffenheit: diverse Untergründe
Profil: bergig
Wetter: sonnig, 15°C
Teilnehmer: 7100 (Läufer und Wanderer)
Bericht:
*Kurzinfo* (für alle, die den Hermann nicht kennen)
Der Hermannslauf ist *der* Kultlauf in OWL, er führt vom
Hermannsdenkmal bei Detmold den Hermannsweg entlang bis zu Sparrenburg
in Bielefeld.
Die Strecke ist bergig, der Untergrund wechselt zwischen Waldweg,
Schotter, Sand, Asphalt und Kopfsteinplaster.
*VWKGJ*
Natürlich war mein Training wieder mal nicht ausreichend - aber das war
es eingentlich noch nie vor dem "Hermann". Wie schlecht es wirklich
war
sollte sich aber erst noch zeigen. Ach ja, und dann war da noch eine
nicht vollständig auskurierte Bänderdehnung, die ich seit einigen
Wochen mit mir rumschleppe.
Ansonsten schien alles perfekt - vielleicht zu perfekt.
*Abholung der Startunterlagen*
Ich habe mir die Startnummer schon am Samstag abgeholt, damit ich am
Sonntag direkt von Detmold aus zum Start fahren konnte und nicht erst
nach Bielfeld um dort mit einem der 100 Busse zum Start zu fahren.
Die Ausgabe war wie immer bestens Organisiert, auch wenn ich etwas
diskutieren musste um meine Startnummer einzeln zu bekommen, da ich
über den Verein per Sammelmeldung gemeldet war.
Am Abend ließ ich mir dann noch die Haare von meiner Schwester *blau*
färben. Wie sich herausstelte eine richtig witzige Idee.
*Vor dem Start*
Gegen 10 Uhr war ich per Busshuttel vom Fuß des Berges zum Start
gefahren worden und hatte also noch eine gute Stunde bis es los ging.
Das Wetter war fantastsich, starhlender Sonnenschein bei ca. 14-16°C.
Ich machte mich gemütlich fertig, ging nochmal in die Büsche und lief
mich dann noch ein paar Meter ein. Gegen 10:30 Uhr ging ich dann in die
Startaufstellung - eigentlich zu früh, die Startgruppe A war noch ganz
leer. Ich nutzte die Zeit für ein paar lockere Dehnübungen,
während
sich die Startbox langsam füllte.
Zwei Minuten vor dem Start bekam ich dann das Gefühl, doch etwas zuviel
getrunken zu haben - aber dafür war jetzt keine Zeit mehr.
*Der Wettkampf*
Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst 100m
berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen. Wer
hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
Kräfte.
Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre sehr
gefährlich.
Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
Es folgt ein eher flaches Stück, hier kann man sein Tempo finden. Bei
mir etwas über 4min/km. Doch es folgt der erste echte Berg - der
große
Ehberg. Nachdem wir am Start 200 Höhemmeter in die Tiefe gestürzt
sind
geht es jetzt wieder 125 hm nach oben - auf eine 2km langen
gleichmäßigen Ansteig (macht 5% Steigung).
Oben Angekommen muss ich jetzt doch noch pinkeln - der Zeitverlust ist
aber recht klein.
Und wieder geht es bergab und wieder auch Schotter. Es ist mir bei
meinen letzten 6 Teilnahmen noch nie passiert, aber diesmal verirrt
sich ein kleines Steinchen in meinen Schuh. Ein erster Versuch den
Kiesel wieder herauszuholen schlägt fehl, ich beschließe ihn erst am
Fuß des Berges zu entfernen. Dort warten auch schon meine Eltern auf
mich mit einer Flasche Apfelschorle. Hier auf der Panzerstraße entferne
ich den Stein, nehme die Flasche und laufe durch das erste
Menschenspalier auf der Strecke.
Die nächsten 5km sind locker, kleine Wellen aber nichts gravierendes.
Bei 10km steht meine Uhr auf 41:28 - 1min schneller als geplant,
eigentlich optimal.
Dann kommt der Tönsberg - eine Wand. 75hm auf ca. 500m. Und diesesmal
kam er mir noch steiler vor. Ich muss ein paar Schritte gehen. Ich
hätte im Training noch mehr steile Berge laufen sollen und vor allem
schneller. Aber jetzt muss ich einfach nach oben. Endlich oben - die
Hälfte der 31,1 km ist geschaft - ich denke mir DIE HÄLFTE ERST???.
Ich
bin platt. Aber egal, weiter erstmal geht es ja wieder runter.
Steil bergab nach Oerlinghausen, mit tausenden Zuschauern an der
Strecke. Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
sind nichts aus.
Mir tut alles weh - nagut, fast alles. Meine Füße, an denen schon
mindestens ein Blase drückt, meine Hüft und mein Rücken. Aber
das
vergeht. Die Anfeuerungen der Zuschauer motivieren. Vor allem bekomme
ich immer wieder lustige Kommentare zu meine blauen Haaren zu hören,
dass lenkt ab und so komme ich zu Kilometer 20. Zwischenzeit jetzt
1:27:43 - das liegt schon außerhalb des Plans. Am Tönsberg hatte ich
wohl doch zu viel verloren, vor allem beim bergablaufen, als ich nicht
volles Tempo gegangen bin. Eine akzeptable Zeit könnte trotzdem noch
drin sein, wenn ich nicht schon total fertig wäre und der härteste
Teil
nicht noch vor mir läge. Ich schleppe mich die nächsten Steigungen
nur
noch langsam hoch und bergrunter geht auch nichts mehr. Immer mehr
Läufer ziehen an mir vorbei. Dann mal wieder ein aufmunternder
Kommentar: "Beste Frisur bis jetzt!" Das gib wieder für ein paar
Meter
Kraft.
Dann die Treppen von Lämmershagen - oh wie ich (und vermutlich fast
jeder andere Läufer auch) diese Treppen hasse. Zig unförmige Stufen
in
zwei Abschnitten. Ich beschließe zu gehen statt zu laufen. Es hat eh
keinen Sinn mehr, eine gute Zeit ist nicht mehr drin.
Der Rest ist reine Quälerei. Es kommen noch einige steile Abschnitte
nie sehr lang aber sehr unangenehm. Ich schleiche nur noch so die
Stecke entlang. So langsam bleibt mir auch die Luft weg.
Noch 5km, noch 4, noch 3, ich werde immer langsamer. Die Zeit ist
längst egal. Ich überlege ob ich bei der nächsten Sani-Station
aussteige, meine Atemprobleme nehmen nämlich immer mehr zu - das hatte
ich noch nie, jedenfalls nicht bei so einem Wetter. Ich werde mich
demnächst wohl mal auf ein Belastungsasthma untersuchen lassen.
Aber es geht doch noch. Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist wieder
Hermann, da kann ich wieder angreifen.
*Fazit*
Der Hermannslauf war wiedereinmal ein Highlight, auch wenn es mal nicht
so lief wie geplant. Mein Training war dieses Jahr wohl nicht so gut.
Erste Überlegungen gehen in die Richtung, das mein Training vor allem
zu unstrukturiert war und auch zu langsam.
Außerdem sollte noch gesagt werden, dass soweit ich das mitbekommen
habe die Sanis und Notärzte dieses Jahr recht viel zu tun hatten.
Mindestens ein Walker musste ca. 2km vor dem Ziel reanimiert werden (ob
mit erfolg, weiß ich nicht). Ob das sonnige Wetter schuld war bleibt
Spekulation.
Danke fürs Lesen.
Steffen
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Autor: Uwe Stoeckel (2005-04-25 09:01:22)
Autor: Uwe Stoeckel (2005-04-25 09:01:22)
Moin Steffen,
On Sun, 24 Apr 2005 22:44:01 +0200, Steffen Michaelis
wrote:
[...]
>*Der Wettkampf*
>Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst
100m
>berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
>engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen.
Wer
>hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
>Kräfte.
>Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
>vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
>hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre
sehr
>gefährlich.
>Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
>Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
örks!
>> Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
>dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
>sind nichts aus.
wieso Umweg?
Der Weg ist das Ziel!
[...]
> Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
>Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist
wieder
>Hermann, da kann ich wieder angreifen.
genau!
Und auch 2:23:xx ust auf dem Lauf eine geile Zeit!
>Danke fürs Lesen.
Danke für den Bericht!
Schöne Grüße aus Düsseldorf,
Uwe
--
http://www.drsl.de/?lid
Autor: Torsten Metzner (2005-04-25 14:22:29)
Steffen Michaelis wrote:
>Die Ausgabe war wie immer bestens Organisiert,
Hi Steffen,
ich war auch überrascht wie zügig das Alles ging. Ich mußte 6
Unterlagen
abholen und habe bei der Ausgabe der Startunterlagen maximal 1 Minute
gewartet. Das Umschreiben für einen Bekannten klappte auch in wenigen
Minuten. Ich kann nur sagen echt Spitze und dabei war ich zur
"Hauptzeit" um 15.15 Uhr da.
>Das Wetter war fantastsich, starhlender Sonnenschein bei ca. 14-16°C.
In der Summe war es vermutlich wirklich "optimal", auch wenn es
mir am Anfang in der Sonne einfach zu heiss war und ich auf den ersten
10km auch furchtbar geschwitzt habe und die Idee ohne Trinken
durchzulaufen recht früh aufgegeben habe. Zwischendrin wurde es aber
besser (kühler) und vor allem für die Zuschauer war das ein tolles
Wetter und für uns Läufer eigentlich auch erträglich bzw.
für viele
bestimmt auch optimal. Mir wären 12 Grad und bedeckt lieber gewesen :-)
>Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst
100m
>berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
>engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen.
Ich musste ja um 11.15 Uhr in der C-Gruppe starten und war sehr positiv
überrascht wie schnell man doch einigermaßen sein eigenes Tempo
finden
konnte, zum. wenn man relativ weit vorne stand. Ein wenig Slalomlaufen
war zwar angesagt, aber das habe ich mir viel schlimmer vorgestellt.
Das sieht man auch an meiner 3km Zeit.
>Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
>Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
Oerks, aber die ersten 3km haben wirklich verführt. Ich hatte da wegen
Staus erst gedacht auf den geplanten 5:09/km Schnitt zu verlieren
und stattdessen wurden es auch bei mir 13:40. Ich glaube aber das war
OK.
>geht es jetzt wieder 125 hm nach oben - auf eine 2km langen
>gleichmäßigen Ansteig (macht 5% Steigung).
Danach hatte ich dann meinen 5:00 Schnitt, den Berg kam man aber gut
hoch, hatte ich schwieriger in Erinnerung. Du wirst das vorne nicht
festgestellt haben, aber hinten gingen da schon sehr viele. Nur wer da
schon geht, der wird später garantiert richtig "leiden"
müssen.
>Bei 10km steht meine Uhr auf 41:28
Noch mal oerks.
>Dann kommt der Tönsberg - eine Wand. 75hm auf ca. 500m. Und diesesmal
>kam er mir noch steiler vor. Ich muss ein paar Schritte gehen.
Die letzten 30m bin ich auch gegangen, nachdem ich unten noch hörte,
der ist aber leichtfüssig :-) Naja ein bischen Schau muss sein, aber
Überholen macht Spaß. Oben wurde es dann aber zäh, der
hörte ja
garnicht auf, das war mächtig hart.
>bin platt. Aber egal, weiter erstmal geht es ja wieder runter.
>Steil bergab nach Oerlinghausen, mit tausenden Zuschauern an der
>Strecke. Eine fantastische Stimmung.
Jau echt gei* und da habe ich mich vielleicht auch zu etwas viel Speed
verleiten lassen, dabei wußte ich, das es jetzt bis zum eisernen Anton
schwer wird und der Hermann erst anfängt.
>dass lenkt ab und so komme ich zu Kilometer 20. Zwischenzeit jetzt
>1:27:43 -
OK wieder einmal eine andere Liga. Da lag ich bei 1:43:xx mit xx ca. 30,
müßte ich noch genau nachschauen. Da ich 2:40h laufen wollte noch
ca.
1:30m Reserve, sofern ich es schaffen würde einen 5:00/km zu halten.
>Ich schleppe mich die nächsten Steigungen nur noch langsam hoch
Die sind einfach fieß, vor allem wenn man angeschlagen ist. Ich hatte die
in böser Erinnerung, diesmal ging es.
>Dann die Treppen von Lämmershagen - oh wie ich (und vermutlich fast
>jeder andere Läufer auch) diese Treppen hasse. Zig unförmige
Stufen in
>zwei Abschnitten.
Und danach dann noch das steile Stück, das schlaucht und obwohl ich
"ganz gut" hoch kam, muss ich da auch wichtige Zeit gelassen haben.
Leider verpaßte ich hier auch meinen "Verpflegungsmann", hier
hätte
ich mir gerne ein zweites Power Gel reingezogen.
>Noch 5km, noch 4, noch 3, ich werde immer langsamer.
Mein Beileid, ich kenne das, graumsamer geht es kaum. Meine 2:40 hatte
ich hier auch abgeschrieben. 4km vor dem Ziel lag ich ca. 1:35m
zurück, wenn ich von einem 5:00/km Schnitt ausgehe und außerdem
machten
meine Waden langsam dicht und ich hatte Angst vor der nächsten Welle,
die aber garnicht mehr kam, denn dort merkte ich es deutlich. Irgendwie
Sch*, Oberschenkel und Kreislauf waren "top" in Ordnung, aber jeder
Schritt
entlockte meine Waden nur ein "Wenn es doch schon vorbei wäre".
Irgendwie muss das viele Vorfußlaufen am Berge doch arg geschlaucht
haben und gerade in der rechten Wade wo ich vorher die Achillessehne
leicht gemerkt hat, war es böse. Naja 2:41:xx bei geplanten 2:40 ist
auch nicht schlecht.
>Aber es geht doch noch. Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03,
Oh ja, das bist Du wirklich böse eingebrochen, wobei mit so einer Zeit
schon sehr glücklich gewesen wäre. Bei mir sind es doch noch 2:39:59
geworden, da der letzte Kilometer in 4:11 gelaufen wurde. Das aber
völlig ungeplant, wie gesagt ich hatte die 2:40 abgeschrieben und habe
dann nur wegen der guten Stimmung noch mal Druck gemacht, als ich das
Ziel sehen konnte. Uhr gedrückt und 2:40:00, wobei ich die Stopptaste 2
Sekunden hinter der Lap-Taste gedrückt hatte und letztere wurde im Ziel
gedrückt. Also sollte es reichen, aber ich war mir unklar und hätte
mich
tierisch geärgert, wenn ich wegen Dusseligkeit die 2:40 verpaßt
hätte,
denn da war noch was drin, der letzte Kilometer wäre auch in 4:00
gegangen und beim vorletzten hatte ich bereits "rausgenommen" (Angst
vor
der perfekten Welle).
>fast 20 Minuten gegenüber dem letzten Jahr.
Und drittes Oerks, 2:12:xx, das schaffe ich sicherlich nie in meinem
Leben.
>Der Hermannslauf war wiedereinmal ein Highlight
Mein ganzes Trüppchen (6 Leute) war auch sehr zufrieden und wir wollen
alle nächstes Jahr wieder kommen. Hätte ich am Anfang nur im Stau
gesteckt, dann hätte ich mir das geschenkt, aber so fand ich es sehr
schön, außerdem macht es Spaß wenn man sich den Lauf gut
einteilt und
nur überholt. So ging es allen, die von uns in der C-Gruppe gestartet
sind, der beste von uns C-Gruppe Startern ist 2:27 gelaufen.
>Außerdem sollte noch gesagt werden, dass soweit ich das mitbekommen
>habe die Sanis und Notärzte dieses Jahr recht viel zu tun hatten.
>Mindestens ein Walker musste ca. 2km vor dem Ziel reanimiert werden (ob
>mit erfolg, weiß ich nicht).
Im hinteren Feld gab es wohl einen üblen Sturz mit einer sehr
häßlichen
und sehr stark blutenden Kopfwunde.
>Danke fürs Lesen.
Ein schöner Bericht, das war kurzweilig, da kann ich mir meinen ja
schenken. Meine Waden, gerade die rechte, merke ich immer noch
fürchterlich, da werde ich Morgen wohl eine Runde Rennrad fahren und der
Muskelkater ist mittlerweile auch in den Oberschenkeln angekommen.
Dafür habe ich eine neue HFmax (195 statt 192) und weiß, dass ich
88%HFmax im Durchschnitt zum. gut über 2:40 laufen kann, etwas was mich
schon positiv überrascht.
Gruß,
T-nächstes Jahr wird es eine sub2:30-oM
Autor: Steffen Michaelis (2005-04-24 22:44:01)
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[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: Hermannslauf
Datum: 24.4.2005 (Sun)
Ort: Detmold-Bielefeld
Postleitzahl: D3
Homepage (Veranstalter): www.hermannslauf.de
Ihr Name: Steffen Michaelis de Vasconcellos
Ihre eMail-Adresse: michaelis at physik.upb de
Streckenlaenge: 31,1km
Beschaffenheit: diverse Untergründe
Profil: bergig
Wetter: sonnig, 15°C
Teilnehmer: 7100 (Läufer und Wanderer)
Bericht:
*Kurzinfo* (für alle, die den Hermann nicht kennen)
Der Hermannslauf ist *der* Kultlauf in OWL, er führt vom
Hermannsdenkmal bei Detmold den Hermannsweg entlang bis zu Sparrenburg
in Bielefeld.
Die Strecke ist bergig, der Untergrund wechselt zwischen Waldweg,
Schotter, Sand, Asphalt und Kopfsteinplaster.
*VWKGJ*
Natürlich war mein Training wieder mal nicht ausreichend - aber das war
es eingentlich noch nie vor dem "Hermann". Wie schlecht es wirklich
war
sollte sich aber erst noch zeigen. Ach ja, und dann war da noch eine
nicht vollständig auskurierte Bänderdehnung, die ich seit einigen
Wochen mit mir rumschleppe.
Ansonsten schien alles perfekt - vielleicht zu perfekt.
*Abholung der Startunterlagen*
Ich habe mir die Startnummer schon am Samstag abgeholt, damit ich am
Sonntag direkt von Detmold aus zum Start fahren konnte und nicht erst
nach Bielfeld um dort mit einem der 100 Busse zum Start zu fahren.
Die Ausgabe war wie immer bestens Organisiert, auch wenn ich etwas
diskutieren musste um meine Startnummer einzeln zu bekommen, da ich
über den Verein per Sammelmeldung gemeldet war.
Am Abend ließ ich mir dann noch die Haare von meiner Schwester *blau*
färben. Wie sich herausstelte eine richtig witzige Idee.
*Vor dem Start*
Gegen 10 Uhr war ich per Busshuttel vom Fuß des Berges zum Start
gefahren worden und hatte also noch eine gute Stunde bis es los ging.
Das Wetter war fantastsich, starhlender Sonnenschein bei ca. 14-16°C.
Ich machte mich gemütlich fertig, ging nochmal in die Büsche und lief
mich dann noch ein paar Meter ein. Gegen 10:30 Uhr ging ich dann in die
Startaufstellung - eigentlich zu früh, die Startgruppe A war noch ganz
leer. Ich nutzte die Zeit für ein paar lockere Dehnübungen,
während
sich die Startbox langsam füllte.
Zwei Minuten vor dem Start bekam ich dann das Gefühl, doch etwas zuviel
getrunken zu haben - aber dafür war jetzt keine Zeit mehr.
*Der Wettkampf*
Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst 100m
berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen. Wer
hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
Kräfte.
Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre sehr
gefährlich.
Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
Es folgt ein eher flaches Stück, hier kann man sein Tempo finden. Bei
mir etwas über 4min/km. Doch es folgt der erste echte Berg - der
große
Ehberg. Nachdem wir am Start 200 Höhemmeter in die Tiefe gestürzt
sind
geht es jetzt wieder 125 hm nach oben - auf eine 2km langen
gleichmäßigen Ansteig (macht 5% Steigung).
Oben Angekommen muss ich jetzt doch noch pinkeln - der Zeitverlust ist
aber recht klein.
Und wieder geht es bergab und wieder auch Schotter. Es ist mir bei
meinen letzten 6 Teilnahmen noch nie passiert, aber diesmal verirrt
sich ein kleines Steinchen in meinen Schuh. Ein erster Versuch den
Kiesel wieder herauszuholen schlägt fehl, ich beschließe ihn erst am
Fuß des Berges zu entfernen. Dort warten auch schon meine Eltern auf
mich mit einer Flasche Apfelschorle. Hier auf der Panzerstraße entferne
ich den Stein, nehme die Flasche und laufe durch das erste
Menschenspalier auf der Strecke.
Die nächsten 5km sind locker, kleine Wellen aber nichts gravierendes.
Bei 10km steht meine Uhr auf 41:28 - 1min schneller als geplant,
eigentlich optimal.
Dann kommt der Tönsberg - eine Wand. 75hm auf ca. 500m. Und diesesmal
kam er mir noch steiler vor. Ich muss ein paar Schritte gehen. Ich
hätte im Training noch mehr steile Berge laufen sollen und vor allem
schneller. Aber jetzt muss ich einfach nach oben. Endlich oben - die
Hälfte der 31,1 km ist geschaft - ich denke mir DIE HÄLFTE ERST???.
Ich
bin platt. Aber egal, weiter erstmal geht es ja wieder runter.
Steil bergab nach Oerlinghausen, mit tausenden Zuschauern an der
Strecke. Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
sind nichts aus.
Mir tut alles weh - nagut, fast alles. Meine Füße, an denen schon
mindestens ein Blase drückt, meine Hüft und mein Rücken. Aber
das
vergeht. Die Anfeuerungen der Zuschauer motivieren. Vor allem bekomme
ich immer wieder lustige Kommentare zu meine blauen Haaren zu hören,
dass lenkt ab und so komme ich zu Kilometer 20. Zwischenzeit jetzt
1:27:43 - das liegt schon außerhalb des Plans. Am Tönsberg hatte ich
wohl doch zu viel verloren, vor allem beim bergablaufen, als ich nicht
volles Tempo gegangen bin. Eine akzeptable Zeit könnte trotzdem noch
drin sein, wenn ich nicht schon total fertig wäre und der härteste
Teil
nicht noch vor mir läge. Ich schleppe mich die nächsten Steigungen
nur
noch langsam hoch und bergrunter geht auch nichts mehr. Immer mehr
Läufer ziehen an mir vorbei. Dann mal wieder ein aufmunternder
Kommentar: "Beste Frisur bis jetzt!" Das gib wieder für ein paar
Meter
Kraft.
Dann die Treppen von Lämmershagen - oh wie ich (und vermutlich fast
jeder andere Läufer auch) diese Treppen hasse. Zig unförmige Stufen
in
zwei Abschnitten. Ich beschließe zu gehen statt zu laufen. Es hat eh
keinen Sinn mehr, eine gute Zeit ist nicht mehr drin.
Der Rest ist reine Quälerei. Es kommen noch einige steile Abschnitte
nie sehr lang aber sehr unangenehm. Ich schleiche nur noch so die
Stecke entlang. So langsam bleibt mir auch die Luft weg.
Noch 5km, noch 4, noch 3, ich werde immer langsamer. Die Zeit ist
längst egal. Ich überlege ob ich bei der nächsten Sani-Station
aussteige, meine Atemprobleme nehmen nämlich immer mehr zu - das hatte
ich noch nie, jedenfalls nicht bei so einem Wetter. Ich werde mich
demnächst wohl mal auf ein Belastungsasthma untersuchen lassen.
Aber es geht doch noch. Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist wieder
Hermann, da kann ich wieder angreifen.
*Fazit*
Der Hermannslauf war wiedereinmal ein Highlight, auch wenn es mal nicht
so lief wie geplant. Mein Training war dieses Jahr wohl nicht so gut.
Erste Überlegungen gehen in die Richtung, das mein Training vor allem
zu unstrukturiert war und auch zu langsam.
Außerdem sollte noch gesagt werden, dass soweit ich das mitbekommen
habe die Sanis und Notärzte dieses Jahr recht viel zu tun hatten.
Mindestens ein Walker musste ca. 2km vor dem Ziel reanimiert werden (ob
mit erfolg, weiß ich nicht). Ob das sonnige Wetter schuld war bleibt
Spekulation.
Danke fürs Lesen.
Steffen
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Autor: Uwe Stoeckel (2005-04-25 09:01:22)
Moin Steffen,
On Sun, 24 Apr 2005 22:44:01 +0200, Steffen Michaelis
wrote:
[...]
>*Der Wettkampf*
>Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst
100m
>berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
>engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen.
Wer
>hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
>Kräfte.
>Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
>vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
>hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre
sehr
>gefährlich.
>Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
>Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
örks!
>> Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
>dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
>sind nichts aus.
wieso Umweg?
Der Weg ist das Ziel!
[...]
> Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
>Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist
wieder
>Hermann, da kann ich wieder angreifen.
genau!
Und auch 2:23:xx ust auf dem Lauf eine geile Zeit!
>Danke fürs Lesen.
Danke für den Bericht!
Schöne Grüße aus Düsseldorf,
Uwe
--
http://www.drsl.de/?lid
Autor: Torsten Metzner (2005-04-25 14:22:29)
Steffen Michaelis wrote:
>Die Ausgabe war wie immer bestens Organisiert,
Hi Steffen,
ich war auch überrascht wie zügig das Alles ging. Ich mußte 6
Unterlagen
abholen und habe bei der Ausgabe der Startunterlagen maximal 1 Minute
gewartet. Das Umschreiben für einen Bekannten klappte auch in wenigen
Minuten. Ich kann nur sagen echt Spitze und dabei war ich zur
"Hauptzeit" um 15.15 Uhr da.
>Das Wetter war fantastsich, starhlender Sonnenschein bei ca. 14-16°C.
In der Summe war es vermutlich wirklich "optimal", auch wenn es
mir am Anfang in der Sonne einfach zu heiss war und ich auf den ersten
10km auch furchtbar geschwitzt habe und die Idee ohne Trinken
durchzulaufen recht früh aufgegeben habe. Zwischendrin wurde es aber
besser (kühler) und vor allem für die Zuschauer war das ein tolles
Wetter und für uns Läufer eigentlich auch erträglich bzw.
für viele
bestimmt auch optimal. Mir wären 12 Grad und bedeckt lieber gewesen :-)
>Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst
100m
>berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
>engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen.
Ich musste ja um 11.15 Uhr in der C-Gruppe starten und war sehr positiv
überrascht wie schnell man doch einigermaßen sein eigenes Tempo
finden
konnte, zum. wenn man relativ weit vorne stand. Ein wenig Slalomlaufen
war zwar angesagt, aber das habe ich mir viel schlimmer vorgestellt.
Das sieht man auch an meiner 3km Zeit.
>Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
>Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
Oerks, aber die ersten 3km haben wirklich verführt. Ich hatte da wegen
Staus erst gedacht auf den geplanten 5:09/km Schnitt zu verlieren
und stattdessen wurden es auch bei mir 13:40. Ich glaube aber das war
OK.
>geht es jetzt wieder 125 hm nach oben - auf eine 2km langen
>gleichmäßigen Ansteig (macht 5% Steigung).
Danach hatte ich dann meinen 5:00 Schnitt, den Berg kam man aber gut
hoch, hatte ich schwieriger in Erinnerung. Du wirst das vorne nicht
festgestellt haben, aber hinten gingen da schon sehr viele. Nur wer da
schon geht, der wird später garantiert richtig "leiden"
müssen.
>Bei 10km steht meine Uhr auf 41:28
Noch mal oerks.
>Dann kommt der Tönsberg - eine Wand. 75hm auf ca. 500m. Und diesesmal
>kam er mir noch steiler vor. Ich muss ein paar Schritte gehen.
Die letzten 30m bin ich auch gegangen, nachdem ich unten noch hörte,
der ist aber leichtfüssig :-) Naja ein bischen Schau muss sein, aber
Überholen macht Spaß. Oben wurde es dann aber zäh, der
hörte ja
garnicht auf, das war mächtig hart.
>bin platt. Aber egal, weiter erstmal geht es ja wieder runter.
>Steil bergab nach Oerlinghausen, mit tausenden Zuschauern an der
>Strecke. Eine fantastische Stimmung.
Jau echt gei* und da habe ich mich vielleicht auch zu etwas viel Speed
verleiten lassen, dabei wußte ich, das es jetzt bis zum eisernen Anton
schwer wird und der Hermann erst anfängt.
>dass lenkt ab und so komme ich zu Kilometer 20. Zwischenzeit jetzt
>1:27:43 -
OK wieder einmal eine andere Liga. Da lag ich bei 1:43:xx mit xx ca. 30,
müßte ich noch genau nachschauen. Da ich 2:40h laufen wollte noch
ca.
1:30m Reserve, sofern ich es schaffen würde einen 5:00/km zu halten.
>Ich schleppe mich die nächsten Steigungen nur noch langsam hoch
Die sind einfach fieß, vor allem wenn man angeschlagen ist. Ich hatte die
in böser Erinnerung, diesmal ging es.
>Dann die Treppen von Lämmershagen - oh wie ich (und vermutlich fast
>jeder andere Läufer auch) diese Treppen hasse. Zig unförmige
Stufen in
>zwei Abschnitten.
Und danach dann noch das steile Stück, das schlaucht und obwohl ich
"ganz gut" hoch kam, muss ich da auch wichtige Zeit gelassen haben.
Leider verpaßte ich hier auch meinen "Verpflegungsmann", hier
hätte
ich mir gerne ein zweites Power Gel reingezogen.
>Noch 5km, noch 4, noch 3, ich werde immer langsamer.
Mein Beileid, ich kenne das, graumsamer geht es kaum. Meine 2:40 hatte
ich hier auch abgeschrieben. 4km vor dem Ziel lag ich ca. 1:35m
zurück, wenn ich von einem 5:00/km Schnitt ausgehe und außerdem
machten
meine Waden langsam dicht und ich hatte Angst vor der nächsten Welle,
die aber garnicht mehr kam, denn dort merkte ich es deutlich. Irgendwie
Sch*, Oberschenkel und Kreislauf waren "top" in Ordnung, aber jeder
Schritt
entlockte meine Waden nur ein "Wenn es doch schon vorbei wäre".
Irgendwie muss das viele Vorfußlaufen am Berge doch arg geschlaucht
haben und gerade in der rechten Wade wo ich vorher die Achillessehne
leicht gemerkt hat, war es böse. Naja 2:41:xx bei geplanten 2:40 ist
auch nicht schlecht.
>Aber es geht doch noch. Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03,
Oh ja, das bist Du wirklich böse eingebrochen, wobei mit so einer Zeit
schon sehr glücklich gewesen wäre. Bei mir sind es doch noch 2:39:59
geworden, da der letzte Kilometer in 4:11 gelaufen wurde. Das aber
völlig ungeplant, wie gesagt ich hatte die 2:40 abgeschrieben und habe
dann nur wegen der guten Stimmung noch mal Druck gemacht, als ich das
Ziel sehen konnte. Uhr gedrückt und 2:40:00, wobei ich die Stopptaste 2
Sekunden hinter der Lap-Taste gedrückt hatte und letztere wurde im Ziel
gedrückt. Also sollte es reichen, aber ich war mir unklar und hätte
mich
tierisch geärgert, wenn ich wegen Dusseligkeit die 2:40 verpaßt
hätte,
denn da war noch was drin, der letzte Kilometer wäre auch in 4:00
gegangen und beim vorletzten hatte ich bereits "rausgenommen" (Angst
vor
der perfekten Welle).
>fast 20 Minuten gegenüber dem letzten Jahr.
Und drittes Oerks, 2:12:xx, das schaffe ich sicherlich nie in meinem
Leben.
>Der Hermannslauf war wiedereinmal ein Highlight
Mein ganzes Trüppchen (6 Leute) war auch sehr zufrieden und wir wollen
alle nächstes Jahr wieder kommen. Hätte ich am Anfang nur im Stau
gesteckt, dann hätte ich mir das geschenkt, aber so fand ich es sehr
schön, außerdem macht es Spaß wenn man sich den Lauf gut
einteilt und
nur überholt. So ging es allen, die von uns in der C-Gruppe gestartet
sind, der beste von uns C-Gruppe Startern ist 2:27 gelaufen.
>Außerdem sollte noch gesagt werden, dass soweit ich das mitbekommen
>habe die Sanis und Notärzte dieses Jahr recht viel zu tun hatten.
>Mindestens ein Walker musste ca. 2km vor dem Ziel reanimiert werden (ob
>mit erfolg, weiß ich nicht).
Im hinteren Feld gab es wohl einen üblen Sturz mit einer sehr
häßlichen
und sehr stark blutenden Kopfwunde.
>Danke fürs Lesen.
Ein schöner Bericht, das war kurzweilig, da kann ich mir meinen ja
schenken. Meine Waden, gerade die rechte, merke ich immer noch
fürchterlich, da werde ich Morgen wohl eine Runde Rennrad fahren und der
Muskelkater ist mittlerweile auch in den Oberschenkeln angekommen.
Dafür habe ich eine neue HFmax (195 statt 192) und weiß, dass ich
88%HFmax im Durchschnitt zum. gut über 2:40 laufen kann, etwas was mich
schon positiv überrascht.
Gruß,
T-nächstes Jahr wird es eine sub2:30-oM
Autor: Steffen Michaelis (2005-04-24 22:44:01)
# Begin Template
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[X] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
Name des Laufes: Hermannslauf
Datum: 24.4.2005 (Sun)
Ort: Detmold-Bielefeld
Postleitzahl: D3
Homepage (Veranstalter): www.hermannslauf.de
Ihr Name: Steffen Michaelis de Vasconcellos
Ihre eMail-Adresse: michaelis at physik.upb de
Streckenlaenge: 31,1km
Beschaffenheit: diverse Untergründe
Profil: bergig
Wetter: sonnig, 15°C
Teilnehmer: 7100 (Läufer und Wanderer)
Bericht:
*Kurzinfo* (für alle, die den Hermann nicht kennen)
Der Hermannslauf ist *der* Kultlauf in OWL, er führt vom
Hermannsdenkmal bei Detmold den Hermannsweg entlang bis zu Sparrenburg
in Bielefeld.
Die Strecke ist bergig, der Untergrund wechselt zwischen Waldweg,
Schotter, Sand, Asphalt und Kopfsteinplaster.
*VWKGJ*
Natürlich war mein Training wieder mal nicht ausreichend - aber das war
es eingentlich noch nie vor dem "Hermann". Wie schlecht es wirklich
war
sollte sich aber erst noch zeigen. Ach ja, und dann war da noch eine
nicht vollständig auskurierte Bänderdehnung, die ich seit einigen
Wochen mit mir rumschleppe.
Ansonsten schien alles perfekt - vielleicht zu perfekt.
*Abholung der Startunterlagen*
Ich habe mir die Startnummer schon am Samstag abgeholt, damit ich am
Sonntag direkt von Detmold aus zum Start fahren konnte und nicht erst
nach Bielfeld um dort mit einem der 100 Busse zum Start zu fahren.
Die Ausgabe war wie immer bestens Organisiert, auch wenn ich etwas
diskutieren musste um meine Startnummer einzeln zu bekommen, da ich
über den Verein per Sammelmeldung gemeldet war.
Am Abend ließ ich mir dann noch die Haare von meiner Schwester *blau*
färben. Wie sich herausstelte eine richtig witzige Idee.
*Vor dem Start*
Gegen 10 Uhr war ich per Busshuttel vom Fuß des Berges zum Start
gefahren worden und hatte also noch eine gute Stunde bis es los ging.
Das Wetter war fantastsich, starhlender Sonnenschein bei ca. 14-16°C.
Ich machte mich gemütlich fertig, ging nochmal in die Büsche und lief
mich dann noch ein paar Meter ein. Gegen 10:30 Uhr ging ich dann in die
Startaufstellung - eigentlich zu früh, die Startgruppe A war noch ganz
leer. Ich nutzte die Zeit für ein paar lockere Dehnübungen,
während
sich die Startbox langsam füllte.
Zwei Minuten vor dem Start bekam ich dann das Gefühl, doch etwas zuviel
getrunken zu haben - aber dafür war jetzt keine Zeit mehr.
*Der Wettkampf*
Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst 100m
berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen. Wer
hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
Kräfte.
Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre sehr
gefährlich.
Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
Es folgt ein eher flaches Stück, hier kann man sein Tempo finden. Bei
mir etwas über 4min/km. Doch es folgt der erste echte Berg - der
große
Ehberg. Nachdem wir am Start 200 Höhemmeter in die Tiefe gestürzt
sind
geht es jetzt wieder 125 hm nach oben - auf eine 2km langen
gleichmäßigen Ansteig (macht 5% Steigung).
Oben Angekommen muss ich jetzt doch noch pinkeln - der Zeitverlust ist
aber recht klein.
Und wieder geht es bergab und wieder auch Schotter. Es ist mir bei
meinen letzten 6 Teilnahmen noch nie passiert, aber diesmal verirrt
sich ein kleines Steinchen in meinen Schuh. Ein erster Versuch den
Kiesel wieder herauszuholen schlägt fehl, ich beschließe ihn erst am
Fuß des Berges zu entfernen. Dort warten auch schon meine Eltern auf
mich mit einer Flasche Apfelschorle. Hier auf der Panzerstraße entferne
ich den Stein, nehme die Flasche und laufe durch das erste
Menschenspalier auf der Strecke.
Die nächsten 5km sind locker, kleine Wellen aber nichts gravierendes.
Bei 10km steht meine Uhr auf 41:28 - 1min schneller als geplant,
eigentlich optimal.
Dann kommt der Tönsberg - eine Wand. 75hm auf ca. 500m. Und diesesmal
kam er mir noch steiler vor. Ich muss ein paar Schritte gehen. Ich
hätte im Training noch mehr steile Berge laufen sollen und vor allem
schneller. Aber jetzt muss ich einfach nach oben. Endlich oben - die
Hälfte der 31,1 km ist geschaft - ich denke mir DIE HÄLFTE ERST???.
Ich
bin platt. Aber egal, weiter erstmal geht es ja wieder runter.
Steil bergab nach Oerlinghausen, mit tausenden Zuschauern an der
Strecke. Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
sind nichts aus.
Mir tut alles weh - nagut, fast alles. Meine Füße, an denen schon
mindestens ein Blase drückt, meine Hüft und mein Rücken. Aber
das
vergeht. Die Anfeuerungen der Zuschauer motivieren. Vor allem bekomme
ich immer wieder lustige Kommentare zu meine blauen Haaren zu hören,
dass lenkt ab und so komme ich zu Kilometer 20. Zwischenzeit jetzt
1:27:43 - das liegt schon außerhalb des Plans. Am Tönsberg hatte ich
wohl doch zu viel verloren, vor allem beim bergablaufen, als ich nicht
volles Tempo gegangen bin. Eine akzeptable Zeit könnte trotzdem noch
drin sein, wenn ich nicht schon total fertig wäre und der härteste
Teil
nicht noch vor mir läge. Ich schleppe mich die nächsten Steigungen
nur
noch langsam hoch und bergrunter geht auch nichts mehr. Immer mehr
Läufer ziehen an mir vorbei. Dann mal wieder ein aufmunternder
Kommentar: "Beste Frisur bis jetzt!" Das gib wieder für ein paar
Meter
Kraft.
Dann die Treppen von Lämmershagen - oh wie ich (und vermutlich fast
jeder andere Läufer auch) diese Treppen hasse. Zig unförmige Stufen
in
zwei Abschnitten. Ich beschließe zu gehen statt zu laufen. Es hat eh
keinen Sinn mehr, eine gute Zeit ist nicht mehr drin.
Der Rest ist reine Quälerei. Es kommen noch einige steile Abschnitte
nie sehr lang aber sehr unangenehm. Ich schleiche nur noch so die
Stecke entlang. So langsam bleibt mir auch die Luft weg.
Noch 5km, noch 4, noch 3, ich werde immer langsamer. Die Zeit ist
längst egal. Ich überlege ob ich bei der nächsten Sani-Station
aussteige, meine Atemprobleme nehmen nämlich immer mehr zu - das hatte
ich noch nie, jedenfalls nicht bei so einem Wetter. Ich werde mich
demnächst wohl mal auf ein Belastungsasthma untersuchen lassen.
Aber es geht doch noch. Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist wieder
Hermann, da kann ich wieder angreifen.
*Fazit*
Der Hermannslauf war wiedereinmal ein Highlight, auch wenn es mal nicht
so lief wie geplant. Mein Training war dieses Jahr wohl nicht so gut.
Erste Überlegungen gehen in die Richtung, das mein Training vor allem
zu unstrukturiert war und auch zu langsam.
Außerdem sollte noch gesagt werden, dass soweit ich das mitbekommen
habe die Sanis und Notärzte dieses Jahr recht viel zu tun hatten.
Mindestens ein Walker musste ca. 2km vor dem Ziel reanimiert werden (ob
mit erfolg, weiß ich nicht). Ob das sonnige Wetter schuld war bleibt
Spekulation.
Danke fürs Lesen.
Steffen
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Autor: Uwe Stoeckel (2005-04-25 09:01:22)
Moin Steffen,
On Sun, 24 Apr 2005 22:44:01 +0200, Steffen Michaelis
wrote:
[...]
>*Der Wettkampf*
>Um Punkt 11 Uhr ging es für die erste Startgruppe los. Zunächst
100m
>berghoch richtung Hermannsdenkmal, dann ab in den Wald auf einem recht
>engen leicht abschüssigen Weg - keine Chance hier zu überholen.
Wer
>hier nicht locker bleibt und einfach mitschwimmt verschwendet nur
>Kräfte.
>Dann ein Stück abschüssige Straße, hier kann ich an einigen
Läufern
>vorbeiziehen, und wieder ab in den Wald, ein steile Schotterpiste
>hinab. Höchste Konzentration ist hier gefragt, ein Sturz wäre
sehr
>gefährlich.
>Unten angekommen sind auch schon 3km rum, meine Zeit 10:47, der letzte
>Kilometer sogar mit mörderischen 3:18.
örks!
>> Eine fantastische Stimmung. Da machen die 700m Umweg, die
>dieses Jahr hier zum erstenmal aus organisatorischen Gründen eingebaut
>sind nichts aus.
wieso Umweg?
Der Weg ist das Ziel!
[...]
> Ich schleiche ins Ziel mit 2:32:03, fast 20
>Minuten gegenüber dem letzten Jahr. Egal - nächstes Jahr ist
wieder
>Hermann, da kann ich wieder angreifen.
genau!
Und auch 2:23:xx ust auf dem Lauf eine geile Zeit!
>Danke fürs Lesen.
Danke für den Bericht!
Schöne Grüße aus Düsseldorf,
Uwe
--
http://www.drsl.de/?lid
