[Bericht] 23. Marathon du Medoc - Hartmut
Autor: Hartmut Streppel (2007-09-17 23:25:02)
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[x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die
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de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht
zu.
Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
Name des Laufes: 23. Marathon du Médoc
Datum: 8.9.2007 (Sat)
Ort: Pauillac
Postleitzahl: F
Homepage (Veranstalter): http://www.marathondumedoc.com
Ihr Name: Hartmut Streppel
Ihre eMail-Adresse: Hartmut at hstreppel punkt de
Streckenlaengen: MA
Beschaffenheit: 75% Asphalt, der Rest Schotter, Gras, Kies, Staub, ...
Profil: wellig (nicht zu unterschätzen)
Wetter: Sonne pur, ca. 26°, windig
Teilnehmer: 7190 Finisher
Bericht:
Wieder war es Zeit für den Marathon du Medoc in und um Pauillac im
Südwesten Frankreichs. Ich muss wohl nicht mehr erklären, worum es
hier
geht. Also wirds nur ein kurzer Bericht.
Das VWKGJ ist allerdings etwas länger als sonst. KW-4 und KW-3 waren ja
auf Grund einer Urlaubsreise zu 0km-Laufwochen geworden,´ allerdings mit
etlichen Wanderkilo- und Höhenmetern. Also war ich in KW-2 eigentlich
guter Dinge wieder ins Training eingestiegen. Der erste Test über 21km
war ziemlich in die Hose gegangen, der 2., ein TDL über 11km mit dem
Lauftreff war ok (da war es auch schön kühl) und beim 3., der
eigentlich locker, langsam über 26km gehen sollte, war es dann
passiert: nach 5km Knieschmerzen; und zwar so, dass ich sofort stoppte
und ging. Dann nach ein paar 100m noch ein Versuch; ca. 3-400m ging es,
dann kam der Schmerz wieder. Also hoppelte ich, jeden km im Verhältnis
2:1 gehend und laufend nach Hause. Was tun? Erst mal Ruhe. Beim
Autofahren während der nächsten beiden Tage hatte ich auch ein
komisches Gefühl im Knie. War nicht gut. Und ich wollte nichts
riskieren, und vor allen Dingen mit einem letzten Trainingslauf unter
Schmerzen an den Start gehen. Also nur noch am Mittwoch vor dem Lauf
ca. 3km langsam getrabt. Ich spürte das Knie, aber es ließ mich mit
Schmerzen in Ruhe. Zu allem Unglück hatte auch noch Günther abgesagt
wegen Trainingsmangel.
So, jetzt konnte der Lauf kommen. Ziel war, anzukommen ohne
Beschwerden, alle Weinproben, die ja als "tests oeno-sportives"
umschrieben werden und alle anderen Kostproben mitzunehmen und
unterwegs noch etwas zu fotografieren. Das sollte alles in allem so
ca. 5 - 5,5h dauern - wenn das Knie mitmachte. Meine 3 Supporterinnen,
meine Töchter und deren Freundin aus Pauillac wurden in die Geheimnisse
der Strecke eingeweiht und dann war es Samstag morgen.
Wie immer ein Gewühle der Kostümierten. Verkleiden halte ich für
ziemlich schwierig, da verkleiden beim Marathon und besonders hier eher
Entkleiden bedeutet. Ein Läufer hatte das so wörtlich genommen, dass
er
mit maximal 100 qcm Stoff antrat. Der Arme musste auf Grund des doch
recht frischen Windes so viel laufen, um sich warm zu halten vor dem
Start, dass er sicherlich einige km mehr als alle anderen gelaufen ist.
Ich trug also mein Standard-T-Shirt mit aufgedruckten bayerischen
Hosenträgern und den Wappen von Pullach und Pauillac. Ich ziehe auch
wieder den Hut vor den Läuferinnen, die mit den wahnsinnigsten
Verkleidungen diesen Marathon durchgestanden haben; z.B. vor dem
australischen Paar, das mit einem riesigen aufblasbarem Kanguruh auf
dem RÜcken lief.
Die Band am Start war nicht so toll, und so ging der Start dieses Mal
nicht so unter die Haut wie sonst. Dieses Jahr ging es wieder
"normal"
durch Pauillac, d.h. durchs Ortszentrum. Das bedeutete auch Staus. Die
konnte man, wenn man sich auskannte, noch vor dem ersten km-Schild
nutzen, um bei der Winzergenossenschaft von Pauillac einen Rose de
Pauillac (rot, nicht rose) zu probieren. Nicht schlecht. Und die ersten
hatten schon auf dem Rasen die erste Pause eingelegt, da ja Stau war und
die Sonne so schön schien. Doch schnell waren wir aus Pauillac heraus
und bevor das 3. km-Schild kam, hatte ich noch 2 weitere gute Tropfen
probiert.
Ich lief sehr sorgfältig und setzte meine Füße sehr bedacht
auf, vor
allem im "Gelände", um ja nicht umzuknicken, oder meinem Knie
anderweitig einen Grund zum meckern zu geben. Das ging auch sehr gut
bis km20. Dort standen meine Supporterinnen für einen Fototermin
bereit. Sie berichteten auch, dass ganz vorne richtig schnell gelaufen
wurde, und die Läufer auch nicht verkleidet seien. So weiß ich das
jetzt auch. Danach merkte ich das Knie gar nicht mehr. Wie weggeblasen.
Lief es überhaupt noch mit?
Das Problem mit den Wasserflaschen hatte man übrigens wieder im Griff -
dank kleiner 0,33l Flaschen. Und ich hatte mindestens 35km lang immer
eine Flasche in der Hand; man weiß ja nie und so wie letztes Jahr
sollte es nicht wieder werden.
Über den Kurs kann man zwar viel erzählen, aber ich lasse es. Es war
wellig wie immer, Schotter, Sand, Kies, eckig, und vor allem sonnig,
ziemlich senkrecht. Die Stimmung war genial, die Leute locker. Wenn ich
den roten Weingläsern glauben darf, die auf der Streckenkarte
verzeichnet sind, gab es 27 Tests (oeno-sportives). Ich kann mich zwar
nicht an so viele erinnern. Aber vielleicht stimmts. Jedenfalls waren
es viele und meistens kamen dort ziemlich alte Flaschen, teilweise aus
dem letzten Jahrhundert zum Einsatz.
Auch auf der 2. Hälfte war der Kurs leicht geändert worden. Wenn ich
im
letzten Jahr bei Haut Marbuzet noch meinen Lieblingsroten trinken durfte
und dann noch 5km zu überstehen hatte, waren es heute noch 14km. Was
eine kleine Änderung doch für schlimme Konsequenzen haben kann....
Auf den letzten 5km, entlang der Gironde, entdeckte ich dann auch
endlich den Stand, an dem es luftgetrockneten Schinken gab. Lecker, so
etwas salziges. Dieses Mal gab es auch wieder Austern. Also eine
runtergeschlürft und einen Schluck Weißwein dazu, der allerdings
lauwarm war. Macht nichts. Nach einem weiteren km dann das Entrecote.
Hier musste ich 2x zugreifen, so lecker war es. Und kurz vor km41
wollten mir einige Indianerinnen ein merkwürdiges orangefarbenes
Getränk andrehen. Glücklicherweise entdeckte ich in letzter Sekunde,
dass es auch ein kühles Bier vom Fass gab. Das zischte und war einfach
göttlich. Dann noch mal die Beine in die Hand genommen und auf dem
roten Teppich ins Ziel geschwebt. War das eine Freude.
Sportlich gesehen war der Lauf recht erfolgreich. Die Lauf-km waren
alle so um die 6:00 bis 6:15. 4x war ich unter 6:00. Die schnellsten km
waren km31 und km40:-) Gab es Wein, dauerte der km 2min länger. Und beim
Entrecote hat der km dann 13:00 gedauert. Allerdings hat mich auf den
letzten 10km auch 2x der Schweinehund erwischt und ich bin ein paar
Meter gegangen. Es fehlte der Antrieb, sich zu quälen. Wozu?
Der Sieger lief übrigens 2:30 und nur ca. 36 LäuferInnen waren unter
3h.
Nächstes Jahr wieder? Mal sehen. Eigentlich darf man sich dieses
Ereignis nicht entgehen lassen.
Danke fürs Lesen
Hartmut
# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team
Autor: Alex Dummer (2007-09-18 10:28:37)
Autor: Alex Dummer (2007-09-18 10:28:37)
Hartmut Streppel wrote:
> Name des Laufes: 23. Marathon du Médoc
Hallo Hartmut,
danke für den Bericht.
Klingt alles sehr lecker und ist scheinbar auch gesund (fürs Knie) ;-).
> Nächstes Jahr wieder? Mal sehen. Eigentlich darf man sich dieses
> Ereignis nicht entgehen lassen.
Ist auf meiner To-Do-Liste gleich wieder ein Stück hochgerutscht.
Gruß Alex
Autor: Gerhard Brandl (2007-09-18 08:22:32)
Hartmut Streppel schrieb:
> Name des Laufes: 23. Marathon du M
Autor: Hartmut Streppel (2007-09-18 21:24:47)
Alex Dummer schrieb:
> Hartmut Streppel wrote:
>
>> Name des Laufes: 23. Marathon du Médoc
>
>
> Hallo Hartmut,
> danke für den Bericht.
> Klingt alles sehr lecker und ist scheinbar auch gesund (fürs Knie)
;-).
Ja, ist fast wie Doping ;-)
>> Nächstes Jahr wieder? Mal sehen. Eigentlich darf man sich dieses
>> Ereignis nicht entgehen lassen.
>
>
> Ist auf meiner To-Do-Liste gleich wieder ein Stück hochgerutscht.
Nicht vergessen, sich auf deren Mailverteiler setzen zu lassen. Die
Startplätze sind immer sehr schnell weg. Und man sollte schon mal ein
ärztliches Attest bereithalten für die Anmeldung; das wird in F und I
für Marathons benötigt.
Gruß
Hartmut
>
> Gruß Alex
Autor: Elisabeth Mueller (2007-09-19 00:17:34)
Hartmut Streppel schrieb:
>Name des Laufes: 23. Marathon du Médoc
Da fang ich doch mal genussvoll zu lesen an.
>So, jetzt konnte der Lauf kommen. Ziel war, anzukommen ohne
>Beschwerden, alle Weinproben, die ja als "tests oeno-sportives"
>umschrieben werden und alle anderen Kostproben mitzunehmen und
>unterwegs noch etwas zu fotografieren. Das sollte alles in allem so
>ca. 5 - 5,5h dauern - wenn das Knie mitmachte. Meine 3 Supporterinnen,
>meine Töchter und deren Freundin aus Pauillac wurden in die
Geheimnisse
>der Strecke eingeweiht und dann war es Samstag morgen.
>
>Wie immer ein Gewühle der Kostümierten. Verkleiden halte ich
für
>ziemlich schwierig, da verkleiden beim Marathon und besonders hier eher
>Entkleiden bedeutet.
Nachdem Laeufer so im allgmeineinen ja keine schlechte Figur haben, wo
ist das Problem?
>Ein Läufer hatte das so wörtlich genommen, dass er
>mit maximal 100 qcm Stoff antrat.
Gibts da ein Foto?
> Ich ziehe auch
>wieder den Hut vor den Läuferinnen, die mit den wahnsinnigsten
>Verkleidungen diesen Marathon durchgestanden haben; z.B. vor dem
>australischen Paar, das mit einem riesigen aufblasbarem Kanguruh auf
>dem RÜcken lief.
Ach, da waren doch die Sprungfedern versteckt.
>Das ging auch sehr gut
>bis km20. Dort standen meine Supporterinnen für einen Fototermin
>bereit. Sie berichteten auch, dass ganz vorne richtig schnell gelaufen
>wurde, und die Läufer auch nicht verkleidet seien. So weiß ich
das
>jetzt auch.
Ja, darf man das dort denn?
>Auch auf der 2. Hälfte war der Kurs leicht geändert worden. Wenn
ich im
>letzten Jahr bei Haut Marbuzet noch meinen Lieblingsroten trinken durfte
>und dann noch 5km zu überstehen hatte, waren es heute noch 14km. Was
>eine kleine Änderung doch für schlimme Konsequenzen haben
kann....
Und sowas merkst Du Dir?
Auch *nach* der Probe?
>Auf den letzten 5km, entlang der Gironde, entdeckte ich dann auch
>endlich den Stand, an dem es luftgetrockneten Schinken gab. Lecker, so
>etwas salziges. Dieses Mal gab es auch wieder Austern. Also eine
>runtergeschlürft und einen Schluck Weißwein dazu, der allerdings
>lauwarm war. Macht nichts. Nach einem weiteren km dann das Entrecote.
>Hier musste ich 2x zugreifen, so lecker war es. Und kurz vor km41
>wollten mir einige Indianerinnen ein merkwürdiges orangefarbenes
>Getränk andrehen. Glücklicherweise entdeckte ich in letzter
Sekunde,
>dass es auch ein kühles Bier vom Fass gab. Das zischte und war einfach
>göttlich. Dann noch mal die Beine in die Hand genommen und auf dem
>roten Teppich ins Ziel geschwebt. War das eine Freude.
Hach, klingt alles traumhaft.
Und wo sind jetzt die Fotos?
Elisabeth
Autor: Guenther Erhard (2007-09-19 12:58:43)
Servus Hartmut,
[... Wein, Weib, Gesang, gutes Essen und Wetter und dazu noch ein
bisschen laufen ...]
[Neid]
Schnief, da muss ich mir aus Frust gleich auch einen Roten
reinziehen
[/Neid]
Gratuliere, das hört sich einfach wieder toll an. Nächstes Jahr
bin ich sicher auch wieder dabei...
Gruß
Günther
Autor: Guenther Erhard (2007-09-19 13:00:41)
> Nicht vergessen, sich auf deren Mailverteiler setzen zu lassen.
> Die Startplätze sind immer sehr schnell weg. Und man sollte
> schon mal ein ärztliches Attest bereithalten für die Anmeldung;
> das wird in F und I für Marathons benötigt.
>
Und bei der Anmeldung die französische Version der Webseite
benutzen. Die englische wird meistens erst ein bis zwei Wochen
später freigeschaltet und da sind die Karten dann wech...
jm2c
Guenther
Autor: Alex Dummer (2007-09-20 10:03:06)
Guenther Erhard wrote:
>> Nicht vergessen, sich auf deren Mailverteiler setzen zu lassen.
>> Die Startplätze sind immer sehr schnell weg. Und man sollte
>> schon mal ein ärztliches Attest bereithalten für die
Anmeldung;
>> das wird in F und I für Marathons benötigt.
>>
> Und bei der Anmeldung die französische Version der Webseite
> benutzen. Die englische wird meistens erst ein bis zwei Wochen
> später freigeschaltet und da sind die Karten dann wech...
Na Klasse, hab gerade mal geschaut. Die englische Seite geht wirklich
nicht. Meine Französich-Kenntnisse sind gleich Null.
Wie muß eigentlich das Attest aussehen? Muß ich meinem Hausarzt
erklären
was ein Marathon ist, und wie soll der dann einschätzen ob ich das kann?
Gruß Alex
