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[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)


[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Rolf Kersten (2007-05-02 19:47:52)

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[x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.

Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
Datum: 29.4.2007 (Sun)
Ort: Hamburg
Postleitzahl: D2
Homepage (Veranstalter): www.marathon-hamburg.de
Ihr Name: Rolf Kersten
Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
Streckenlaengen: MA
Beschaffenheit: Asphalt
Profil: Flach
Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
Teilnehmer: 17k Finisher


Bericht:
Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)

So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
in Essen erleben wollte.

<VWKGJ>
Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
lassen...
</VWKGJ>

In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.

Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!

Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.

Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.

Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
stehen.

Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
mit auf die Startnummer zu drucken!

Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
(1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.

"Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
Kilometer.

Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
Ich bin im Ziel.

Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.


# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Hartmut Streppel (2007-05-02 22:40:43)

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Hartmut Streppel (2007-05-02 22:40:43)

Hallo Rolf,
das sind doch die schönsten Läufe, wo es so "einfach" läuft und nicht
"geht" und auch der Puls keine Mucken macht. Was mich irritiert ist,
dass Du ja doch ganz schön auf der 2. Hälfte verloren hast. Das ist
immer noch Welten besser als ich in Berlin, aber aus dem Bericht geht es
nicht so richtig hervor. Du bist doch nicht etwa gegangen?

Viele Grüße
Hartmut

Rolf Kersten schrieb:
> # Begin Template
> [x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
> [x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
> de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
> und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
> weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
> Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
> [ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
>
> Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
> Datum: 29.4.2007 (Sun)
> Ort: Hamburg
> Postleitzahl: D2
> Homepage (Veranstalter): www.marathon-hamburg.de
> Ihr Name: Rolf Kersten
> Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
> Streckenlaengen: MA
> Beschaffenheit: Asphalt
> Profil: Flach
> Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
> Teilnehmer: 17k Finisher
>
>
> Bericht:
> Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
> hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
> schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
> werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
> gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)
>
> So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
> die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
> in Essen erleben wollte.
>
> <VWKGJ>
> Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
> meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
> einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
> reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
> lassen...
> </VWKGJ>
>
> In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
> Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
> Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
> Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.
>
> Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
> Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
> Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
> gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
> der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
> ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
> scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!
>
> Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
> Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
> feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
> Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
> die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.
>
> Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
> sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
> Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.
>
> Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
> Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
> Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
> beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
> muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
> stehen.
>
> Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
> Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
> Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
> anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
> Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
> mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
> Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
> auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
> weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
> mit auf die Startnummer zu drucken!
>
> Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
> (1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
> Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
> die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
> Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
> Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
> Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.
>
> "Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
> Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
> weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
> zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
> Kilometer.
>
> Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
> durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
> genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
> meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
> mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
> fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
> das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
> Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
> Ich bin im Ziel.
>
> Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
> die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.
>
>
> # Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
> # Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Rolf Kersten (2007-05-03 23:02:09)

Hallo Hartmut,

Hartmut Streppel schrieb:
> Hallo Rolf,
> das sind doch die schönsten Läufe, wo es so "einfach" läuft und nicht
> "geht" und auch der Puls keine Mucken macht. Was mich irritiert ist,
> dass Du ja doch ganz schön auf der 2. Hälfte verloren hast. Das ist
> immer noch Welten besser als ich in Berlin, aber aus dem Bericht geht es
> nicht so richtig hervor. Du bist doch nicht etwa gegangen?
>
Nur bei den Wasserstellen, ehrlich :-)

Die Splits sind:
5km: 29:03
10km: 29:43
15km: 29:20
20km: 30:04
25km: 30:20
30km: 30:49
35km: 32:43
40km: 34:36
und dann noch mal gut 12min für die letzten 2.195km

Der 6min Schnitt war mir nach km30 schlicht zu anstrengend. Ich wollte
ja am nächsten Tag auf der Hochzeit eines alten Freundes in Braunschweig
auch noch geradeaus gehen und beim Walzertanzen mitmachen können :-)

Viele Grüße

Rolf

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Rolf Kersten (2007-05-02 19:47:52)

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[x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
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weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.

Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
Datum: 29.4.2007 (Sun)
Ort: Hamburg
Postleitzahl: D2
Homepage (Veranstalter): www.marathon-hamburg.de
Ihr Name: Rolf Kersten
Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
Streckenlaengen: MA
Beschaffenheit: Asphalt
Profil: Flach
Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
Teilnehmer: 17k Finisher


Bericht:
Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)

So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
in Essen erleben wollte.

<VWKGJ>
Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
lassen...
</VWKGJ>

In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.

Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!

Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.

Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.

Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
stehen.

Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
mit auf die Startnummer zu drucken!

Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
(1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.

"Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
Kilometer.

Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
Ich bin im Ziel.

Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.


# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Hartmut Streppel (2007-05-02 22:40:43)

Hallo Rolf,
das sind doch die schönsten Läufe, wo es so "einfach" läuft und nicht
"geht" und auch der Puls keine Mucken macht. Was mich irritiert ist,
dass Du ja doch ganz schön auf der 2. Hälfte verloren hast. Das ist
immer noch Welten besser als ich in Berlin, aber aus dem Bericht geht es
nicht so richtig hervor. Du bist doch nicht etwa gegangen?

Viele Grüße
Hartmut

Rolf Kersten schrieb:
> # Begin Template
> [x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
> [x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
> de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
> und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
> weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
> Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
> [ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
>
> Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
> Datum: 29.4.2007 (Sun)
> Ort: Hamburg
> Postleitzahl: D2
> Homepage (Veranstalter): www.marathon-hamburg.de
> Ihr Name: Rolf Kersten
> Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
> Streckenlaengen: MA
> Beschaffenheit: Asphalt
> Profil: Flach
> Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
> Teilnehmer: 17k Finisher
>
>
> Bericht:
> Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
> hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
> schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
> werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
> gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)
>
> So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
> die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
> in Essen erleben wollte.
>
> <VWKGJ>
> Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
> meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
> einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
> reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
> lassen...
> </VWKGJ>
>
> In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
> Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
> Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
> Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.
>
> Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
> Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
> Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
> gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
> der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
> ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
> scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!
>
> Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
> Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
> feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
> Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
> die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.
>
> Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
> sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
> Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.
>
> Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
> Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
> Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
> beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
> muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
> stehen.
>
> Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
> Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
> Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
> anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
> Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
> mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
> Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
> auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
> weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
> mit auf die Startnummer zu drucken!
>
> Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
> (1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
> Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
> die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
> Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
> Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
> Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.
>
> "Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
> Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
> weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
> zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
> Kilometer.
>
> Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
> durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
> genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
> meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
> mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
> fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
> das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
> Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
> Ich bin im Ziel.
>
> Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
> die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.
>
>
> # Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
> # Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Rolf Kersten (2007-05-03 23:02:09)

Hallo Hartmut,

Hartmut Streppel schrieb:
> Hallo Rolf,
> das sind doch die schönsten Läufe, wo es so "einfach" läuft und nicht
> "geht" und auch der Puls keine Mucken macht. Was mich irritiert ist,
> dass Du ja doch ganz schön auf der 2. Hälfte verloren hast. Das ist
> immer noch Welten besser als ich in Berlin, aber aus dem Bericht geht es
> nicht so richtig hervor. Du bist doch nicht etwa gegangen?
>
Nur bei den Wasserstellen, ehrlich :-)

Die Splits sind:
5km: 29:03
10km: 29:43
15km: 29:20
20km: 30:04
25km: 30:20
30km: 30:49
35km: 32:43
40km: 34:36
und dann noch mal gut 12min für die letzten 2.195km

Der 6min Schnitt war mir nach km30 schlicht zu anstrengend. Ich wollte
ja am nächsten Tag auf der Hochzeit eines alten Freundes in Braunschweig
auch noch geradeaus gehen und beim Walzertanzen mitmachen können :-)

Viele Grüße

Rolf

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Rolf Kersten (2007-05-02 19:47:52)

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[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
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weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.

Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
Datum: 29.4.2007 (Sun)
Ort: Hamburg
Postleitzahl: D2
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Ihr Name: Rolf Kersten
Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
Streckenlaengen: MA
Beschaffenheit: Asphalt
Profil: Flach
Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
Teilnehmer: 17k Finisher


Bericht:
Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)

So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
in Essen erleben wollte.

<VWKGJ>
Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
lassen...
</VWKGJ>

In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.

Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!

Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.

Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.

Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
stehen.

Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
mit auf die Startnummer zu drucken!

Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
(1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.

"Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
Kilometer.

Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
Ich bin im Ziel.

Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.


# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] Hamburg Marathon 2007 (Rolf)
Autor: Hartmut Streppel (2007-05-02 22:40:43)

Hallo Rolf,
das sind doch die schönsten Läufe, wo es so "einfach" läuft und nicht
"geht" und auch der Puls keine Mucken macht. Was mich irritiert ist,
dass Du ja doch ganz schön auf der 2. Hälfte verloren hast. Das ist
immer noch Welten besser als ich in Berlin, aber aus dem Bericht geht es
nicht so richtig hervor. Du bist doch nicht etwa gegangen?

Viele Grüße
Hartmut

Rolf Kersten schrieb:
> # Begin Template
> [x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
> [x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
> de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
> und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
> weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
> Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
> [ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
>
> Name des Laufes: 22. Conergy-Marathon Hamburg
> Datum: 29.4.2007 (Sun)
> Ort: Hamburg
> Postleitzahl: D2
> Homepage (Veranstalter): www.marathon-hamburg.de
> Ihr Name: Rolf Kersten
> Ihre eMail-Adresse: kerstenr at web de
> Streckenlaengen: MA
> Beschaffenheit: Asphalt
> Profil: Flach
> Wetter: Sonne, 15 Grad, kühlender Wind
> Teilnehmer: 17k Finisher
>
>
> Bericht:
> Wie macht man mit dem Marathonlaufen weiter, wenn man sein Ziel erreicht
> hat? Letztes Jahr in München hatte ich ja die 4h-Marke unterschritten,
> schneller kann und will ich mit meinem Trainigszeitbudget nicht mehr
> werden. Also was motiviert mich 2007, früh am Morgen ein warmes Bett
> gegen Training einzutauschen? Schöne Strecken und frühes Anmelden :-)
>
> So sollte es Hamburg werden. Weil ich die Stadt mag und auch mal wieder
> die Stimmung mit fast einer Million Zuschauern wie beim ersten Marathon
> in Essen erleben wollte.
>
> <VWKGJ>
> Heuschnupfen. Und das schon im April! Das erste Mal merke ich, wie
> meine Trainigszeiten schlechter werden und ich einfach nicht mehr über
> einen bestimmten Puls drüberkomme. Sauerstoffaufnahmefähigkeit
> reduziert. Hustenreiz nach dem Laufen. Also mal langsam angehen
> lassen...
> </VWKGJ>
>
> In Hamburg wird früh aufgestanden. Um 9 Uhr soll gestartet werden. Um 8
> Uhr am Start ist es noch schlotterkalt und windig. Gut daß die
> Marathonmesse direkt neben dem Start schon auf hat - da können so
> Weicheier wie ich sich ins Innere flüchten.
>
> Am Start stehe ich in Startblock G (unter 4h, ohauerha), am
> Gorch-Fock-Wall, leicht angesteigend. Genau hier wird auch der 42.
> Kilometer entlangführen. Das könnte bitter werden. Um 9:05 wird
> gestartet und zwei Minuten später bin ich über der Matte. Ich laufe ob
> der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 6-Minuten Kilometer und werde
> ständig überholt. Das wird bis ca. km30 auch so bleiben. Hamburg
> scheint das Mekka der 4h-Läufer zu sein!
>
> Dabei lohnt es sich so, links und rechts zu gucken! Trotz der frühen
> Morgenstunde stehen schon die ersten Zuschauer an der Reeperbahn und
> feuern an. An der Elbchaussee hat man einen wunderbaren Blick auf den
> Hafen, zu dem wir nach 10km hinunterlaufen. Ab Landungsbrücken stehen
> die Leute dicht an dicht. Ich fühle mich wohl und bekomme Hunger.
>
> Zum Glück gibt es jetzt alle fünf Kilometer Bananen. Diese erfreuen
> sich reger Nachfrage - man sieht von den Händen abgewischte
> Bananenspuren fast an jeder schwarzen Läuferhose, die mich überholt.
>
> Bei Kilometer 15 laufen wir mit La Ola Wellen durch den Tunnel vor dem
> Hauptbahnhof, dann umrunden wir die Innenalster und die halbe
> Außenalster - meine Laufstrecke, immer wenn ich
> beruflich in Hamburg zu tun habe. Die Außenalster ist voller Segel. Es
> muß also ein paar vereinzelte Hamburger geben, die nicht an der Strecke
> stehen.
>
> Halbmarathonzeit ist 2:05, also genau im Plan. Aber jetzt wird das
> Laufen zäher. Der touristische Aspekt der Strecke tritt etwas in den
> Hintergrund, dafür passieren wir jetzt ein Stadtteilfest nach dem
> anderen. Ich könnte meine Wasser und Bananen-Diät mit Sekt,
> Grillwürstchen, Bier, Schokolade und vielem mehr aufbessern, beschränke
> mich aber dann doch lieber darauf, alle mir entgegengestreckten
> Kinderhände abzuklatschen und den "Rolf Du schaffst das" (glaube ich
> auch) oder "Rolf Du siehst guht aus" (gleube ich zunehmend
> weniger) Rufen breit entgegenzulächeln. Sehr gute Idee, die Vornamen
> mit auf die Startnummer zu drucken!
>
> Kilometer 30 kommt, und ich bin müde. Wie geschickt, daß gerade hier
> (1) der vom Start am weitesten entfernte Punkt ist und (2) die
> Ohlsdorfer die größte Sause veranstalten, durch
> die ich jemals durchgelaufen bin. Volksfeststimmung und ein enger
> Korridor, durch den man durchläuft als wäre man Lance Amstrong auf dem
> Weg nach Alpe dHuez. Das gibt wieder Kraft. Ich könnte heulen vor
> Glück dabeizusein - für solche Momente laufe ich Marathon.
>
> "Jetzt geht es nur noch geradeaus" - sagt ein Mitläufer.
> Glücklicherweise wird die lange Gerade jedoch am Klosterstern durch ein
> weiteres Volksfest unterbrochen. Die Eppendorfer versuchen Ohlsdorf noch
> zu übertrumpfen. Das Ergebnis ist genug Adrenalin für die letzten fünf
> Kilometer.
>
> Bei Kilometer 40 wird die Bananen- und Wasser-Diät überraschenderweise
> durch Red Bull ergänzt. Ich denke an den Anstieg kurz vor Schluß und
> genehmige mir einen Becher. Dazu noch ein letzte Anfeuerungsschrei
> meiner Frau und meiner Freunde vor dem Bahnhof Dammtor, und ich kann
> mein inzwischen etwas abgesacktes Tempo noch einmal anziehen. Ich
> fliege buchstäblich den Gorch-Fock-Wall hinauf. Jetzt kann ich schon
> das Ziel sehen. Der Sprecher nennt jeden Läufer mit Namen, es gibt eine
> Ehrentribüne mit Sitzplätzen(!) auf den letzten Metern - aber vor allem:
> Ich bin im Ziel.
>
> Fazit: Super Wetter, super Stimmung, schöne Strecke. Zeit: 4:20, Puls
> die ganze Zeit im GA-II Bereich. Ein echter Genußlauf.
>
>
> # Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
> # Ihr DRSL.de-Team