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Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)


Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Magnus Kreth (2006-12-31 18:35:59)

Name des Laufes: 25. Silversterlauf Werl-Soest
Datum: 31.12.2006 (Sun)
Ort: Werl
Postleitzahl: D5
Homepage (Veranstalter): www.silvesterlauf.com
Ihr Name: Magnus Kreth
Ihre eMail-Adresse: Sonntagslaeufer at gmx de
Streckenlaengen: 15k
Beschaffenheit: asphaltiert
Profil: leicht wellig
Wetter: ~10°C, trocken, mäßiger Wind
Teilnehmer: 8100
Bericht:

Der Silvesterlauf von Werl nach Soest hat im Westen Deutschlands einen
Ruf als hervorragend organisierte Veranstaltung, bei der der
Breitensport im Vordergrund steht. Letzteres äussert sich aber nicht
gerade in langsamen Siegerzeiten. Der Streckenrekord von unter 44min
(für 15km) ist zwar schon lange nicht mehr erreicht worden, Zeiten von
46 oder 47min für den Sieger sind hier aber die Regel.

Der Lauf findet auf der Bundesstraße B1 zwischen Werl und Soest statt,
man startet im Herzen von Werl, ist dann aber schon nach weniger als
1km auf der B1 angelangt und läuft dort die nächsten 12km in Richtung
Soest. Dort angekommen, wird noch eine kleine Extraschleife gedreht,
bevor man das Ziel auf dem Marktplatz der Altstadt erreicht. In beiden
Städten und entlang der gesamten Strecke stehen zahlreiche Zuschauer
und feuern die Läufer, Walker und Wanderer an. Hiervon lassen sich in
den vergangenen Jahren ca. 8000 Sportler anlocken, was die Strecke
sicher gut aus- aber zumindest nicht überlastet. So hat es zumindest
aus meiner Perspektive ausgesehen.

Für mich ist dieser Lauf vor allem eine erste Standortbestimmung nach
den guten letzten Wochen mit vielen Kilometern und wenig intensivem
Tempotraining. Die Grundlagenausdauer ist schon sehr gut, darum müssten
mir die 15km als Tempotest doch eigentlich entgegenkommen. Als Ziel
schwebt mir eine Zeit unter 50min vor, weil es so eine schöne Zahl ist
und in diesem Lauf auch einiges an starker Konkurrenz zu erwarten ist,
so dass ich die Zeit nicht alleine werde laufen müssen.

Die Anreise zu einer Veranstaltung mit Punkt-zu-Punkt-Strecke wirft ja
die eine oder andere Frage zusätzlich auf...
Für mich habe ich das Reiseproblem so gelöst, dass ich direkt nach
Soest gefahren bin, dort am Bahnhof geparkt habe und mit dem Zug nach
Werl gefahren bin. Dort angekommen sind es ganze 300m bis zur
Startkartenausgabe. Die Formalitäten waren schnell erledigt, jetzt
begann die Wartezeit. Knapp zwei Stunden waren noch totzuschlagen bis
zum Start. Zeit genug, vor dem Rennen noch eine Kleinigkeit zu essen
und genug zu trinken (und das auch alles wieder hinauszubefördern...).

Dreissig Minuten vor dem Start dann ein bischen lockeres Einlaufen, ein
bischen Lauf-ABC und ein paar Steigerungen und mit einem erstaunlich
guten Gefühl in den Beinen in den Startblock gestellt. Während des
Einlaufens traf ich Rolf Aldag, der schon öfter Gast beim Silvesterlauf
war und wechselte ein paar Worte mit ihm über seine Ziele. Er war nicht
so optimistisch heute eine schnelle Zeit zu laufen, weil er seit seinem
Marathon in Hamburg keine flotteren Laufkilometer mehr gerannt ist. Wie
er am Ende abgeschnitten hat, weiß ich noch nicht.

Vor mir in der Startaufstellung unterhielten sich zwei Jungs über ihre
Taktik und erzählten von Plänen für eine 16:40min (für die ersten 5km).
Super, das könnte ja meine Gruppe sein. Ein Countdown wird
heruntergezählt, es fällt der Startschuß und los gehts.

Bei einem so großen Feld ist es auf den ersten Metern natürlich eng,
aber die Straße ist breit genug für alle. Meine "Gruppe" bildet sich
schon nach 200m, ich bin hintendrin. Eigentlich optimal, aber vorne
geht noch eine andere Gruppe, die zu groß ist, als das alle davon unter
50min bleiben können. Da ist also mein Platz. Ich versuche
aufzuschließen, breche das aber nicht übers Knie, sondern gehe nur aus
meiner Gruppe heraus, um das Tempo zu erhöhen. Nach vorne komme ich
aber damit nicht, dort wird doch noch schneller gelaufen.

Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
erreicht worden sein. Klar, wir haben Rückenwind, aber wir sind doch
keine Segler. Die Splits nehme ich auf den ersten fünf Kilometern
überhaupt nicht. Noch ist das Führungsfahrzeug mit der Uhr in
Sichtweite und es ist bei jedem Kilometer klar, dass das nicht stimmen
kann. Ohne Zwischenzeiten und ohne Pulsuhr ist es mal wieder ein Rennen
ganz ohne "Kontrolle". Die brauche ich aber auch nicht, denn das ich am
Limit laufe, das braucht mir im Moment kein Pulsuhr zu sagen. Ich bin
aber überwiegend auf der richtigen Seite meiner Leistungsgrenze.

Im Niemandsland zwischen der ersten und zweiten Gruppe laufe ich eine
Weile. Bei Kilometer zwei setzt sich vorne ein Duo ab, dass um den
Gesamtsieg kämpft. Bei Kilometer drei werde ich von einem Läufer
überholt, bleibe eine Weile an ihm dran, muss ihn dann aber leider
ziehen lassen. Zusammen laufen wir schon die ersten Läufer aus der
Gruppe vor uns auf. Danach ist er dann aber weg, schliesst die Lücke
zur Gruppe und läuft erst dort mit, bevor er auch diese hinter sich
lässt.

Mein Abstand zur Gruppe vor mir bleibt relativ gleichmäßig bei 20-30s.
Die Gruppe wird dafür aber immer kleiner, von den herausgefallenen kann
aber auch keiner mehr mit mir mitlaufen. So bleiben bis Kilometer 10 nur
zwei andere übrig, die noch in Reichweite sind, insgesamt liege ich an
sechster Position. Die zwei ganz vorne sind nur noch in der Ferne zu
sehen, den Dritten werde ich nicht mehr erreichen können. Die zwei vor
mir aber werden jetzt attackiert.

Es reicht nicht zu einem Zwischenspurt, aber meine Tempoverschärfung
bringt mich meinen Vorläufern doch wieder näher. Es dauert zwar ein
Weilchen, aber bei Km 12 habe ich die beiden gestellt. Meinen
Tempoüberschuss nutze ich direkt zu einem Fluchtversuch, in dem
Glauben, dass die zwei mir wohl folgen werden. Tun sie aber dann doch
nicht, oder können es nicht (es ist auch recht flott, hier gehen die
Kilometer in 3:10-3:15min vorbei) und ich bin schon wieder allein
unterwegs.

Der Läufer vor mir schaut sich schon regelmäßig um, eigentlich ein
Zeichen, dass mich immer beflügelt, aber der Abstand ist zu groß, um
noch etwas auszurichten. Wir erreichen nun Soest und biegen ab auf die
Extraschleife vor der Altstadt. Die Kehren und Abzweigungen hier sind
nicht schön für den Rhythmus, meinen Vordermann kann ich auch nicht
mehr sehen, aber zulegen geht auch nicht mehr, mein Atem geht schon
pfeifend. Die letzten 500m vor dem Ziel auf dem Marktplatz geht es noch
über Kopfsteinpflaster, da ist jetzt auch nichts mehr drin, also belasse
ich es bei diesem tollen Rennen und geniesse die Zuschauerspaliere.

Am Ende sind es für mich fantastische 48:40min und der Gesamtplatz Vier
in einem starken Feld. Letztendlich waren es 13s zu Platz Drei, klingt
nicht nach viel, wäre aber wohl heute nicht drin gewesen.

Im Ziel beginnt es zu regnen, so daß ich mir schnell warme Sachen
anziehe, noch schnell eine Blase am Fuß versorgen lasse und dann nach
Hause fahre. Mit dem guten Gefühl, dass ich mit meinem Training einiges
richtig gemacht habe.

Gruß,
Magnus

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Sebastian Hanelt (2006-12-31 22:32:07)

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Sebastian Hanelt (2006-12-31 22:32:07)

Am 31.12.2006 18:35 schrieb Magnus Kreth:
> Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
> Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
> gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
> erreicht worden sein.

Wieso passiert das eigentlich immer wieder? Wir sind auf den ersten zwei
angeblich 3:00 + 3:27 gelaufen. Die Wahrheit düften eher so 3:10 + 3:17
sein. Ist es denn eigentlich so schwer, ein Schild richtig aufzustellen?

> Klar, wir haben Rückenwind, aber wir sind doch keine Segler.

*grins*

> Ohne Zwischenzeiten und ohne Pulsuhr ist es mal wieder ein Rennen
> ganz ohne "Kontrolle". Die brauche ich aber auch nicht, denn das ich
> am Limit laufe, das braucht mir im Moment kein Pulsuhr zu sagen. Ich
> bin aber überwiegend auf der richtigen Seite meiner Leistungsgrenze.

Klingt gut. Fordern aber nicht überfordern.

> Es reicht nicht zu einem Zwischenspurt, aber meine Tempoverschärfung
> bringt mich meinen Vorläufern doch wieder näher. Es dauert zwar ein
> Weilchen, aber bei Km 12 habe ich die beiden gestellt. Meinen
> Tempoüberschuss nutze ich direkt zu einem Fluchtversuch, in dem
> Glauben, dass die zwei mir wohl folgen werden. Tun sie aber dann doch
> nicht, oder können es nicht (es ist auch recht flott, hier gehen die
> Kilometer in 3:10-3:15min vorbei) und ich bin schon wieder allein
> unterwegs.

Och joa. Mal eben 3:10. Nett :-)

> Am Ende sind es für mich fantastische 48:40min

Ach du dickes Lieschen... Selbst mit Rückenwind ist das eine Hausnummer!
Sollten wir das mit dem Plan für die gemeinsamen 10@sub32 bei den
Deutschen noch mal überdenken? Selbst wenn ich vorher irgendwann mal
eine niedrige 32 laufen sollte... Du musst mit so einer Zeit langsam
eher von einer 31:40 träumen, denke ich! Stark - Glückwunsch!

Sebas-"das wird ja ein heiteres Jahr 2007"-astian

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: "Thomas Dehn" (2006-12-31 23:22:32)

"Sebastian Hanelt" schrieb:
> Am 31.12.2006 18:35 schrieb Magnus Kreth:
> > Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
> > Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
> > gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
> > erreicht worden sein.
>
> Wieso passiert das eigentlich immer wieder? Wir sind auf den ersten zwei
> angeblich 3:00 + 3:27 gelaufen. Die Wahrheit düften eher so 3:10 + 3:17
> sein. Ist es denn eigentlich so schwer, ein Schild richtig aufzustellen?

Ich vermute, das liegt zum Teil daran, dass Schilder zur
besseren Sichtbarkeit an Laternenmasten. etc. festgemacht werden.
Und diese befinden sich meistens nicht exakt auf der Kilometermarke.

Kilometerstriche auf der Strasse sind meines Erachtens seltener falsch.

Möglicherweise ist es manchen Helfern, die Kilometerschilder aufstellen,
gar nicht bewusst, dass diese von Leuten wie mir zur Tempobestimmung
eingesetzt werden, und nicht nur als Orientierung, wie weit es noch
bis zum Ziel ist.



Thomas

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Magnus Kreth (2007-01-01 12:02:11)

Sebastian Hanelt schrieb:
> Am 31.12.2006 18:35 schrieb Magnus Kreth:
>> Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
>> Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
>> gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
>> erreicht worden sein.
>
> Wieso passiert das eigentlich immer wieder? Wir sind auf den ersten zwei
> angeblich 3:00 + 3:27 gelaufen. Die Wahrheit düften eher so 3:10 + 3:17
> sein. Ist es denn eigentlich so schwer, ein Schild richtig aufzustellen?

Ich weiß es auch nicht. Bei DLV-vermessenen Läufen kann man doch sogar
ins Vermessungsprotokoll schauen und sich danach ausrechnen, wo die
Schilder hingehören. Oder beim Aufstellen der Schilder einen
Fahrradfahrer mit Tacho dabei haben. Wie dabei dann Schilder um 50-100m
"verrutschen" können ist mir ein Rätsel.

Und die Zuschauer werden es schon nicht gewesen sein. Dann wären bei uns
ja welche unterwegs gewesen, die die ersten fünf Schilder alle ein Stück
nach vorn gestellt hätten. Da erschließt sich mir nicht der "Spaß".

>> Ohne Zwischenzeiten und ohne Pulsuhr ist es mal wieder ein Rennen
>> ganz ohne "Kontrolle". Die brauche ich aber auch nicht, denn das ich
>> am Limit laufe, das braucht mir im Moment kein Pulsuhr zu sagen. Ich
>> bin aber überwiegend auf der richtigen Seite meiner Leistungsgrenze.
>
> Klingt gut. Fordern aber nicht überfordern.

Funktioniert bei mir auch auf welligen Rennstrecken am besten. Da kann
man sich nicht auf Splits verlassen, sondern steuert die Belastung am
besten nach Gefühl. Das kriege ich ganz gut hin.

>> Glauben, dass die zwei mir wohl folgen werden. Tun sie aber dann doch
>> nicht, oder können es nicht (es ist auch recht flott, hier gehen die
>> Kilometer in 3:10-3:15min vorbei) und ich bin schon wieder allein
>> unterwegs.
>
> Och joa. Mal eben 3:10. Nett :-)

Ohne Gewähr. Die Splits schwanken auf dem Stück zwischen 3:05 und 3:23.
Das war aber schon flott und könnte hinkommen mit 3:10.


>
>> Am Ende sind es für mich fantastische 48:40min
>
> Ach du dickes Lieschen... Selbst mit Rückenwind ist das eine Hausnummer!

Ich frage mich, wieviel davon nun durch den Wind entstanden sind. Hast
Du dazu schon mal Untersuchungen gesehen?

> Sollten wir das mit dem Plan für die gemeinsamen 10@sub32 bei den
> Deutschen noch mal überdenken? Selbst wenn ich vorher irgendwann mal
> eine niedrige 32 laufen sollte... Du musst mit so einer Zeit langsam
> eher von einer 31:40 träumen, denke ich! Stark - Glückwunsch!

Danke.
Aber Du hast Recht, ich träume schon von der 31:40min. Konkret werde ich
versuchen, die Anfang März in Leverkusen zu laufen. Das ist -
hoffentlich wieder - ein sehr stark besetztes Rennen (übrigens ohne
Meisterschaftsstatus - hier trifft sich trotzdem fast die gesamte
westdeutsche Elite) wo ich ja schon im letzten Jahr ein nahezu perfektes
Rennen hatte.

Den Plan für die Deutschen behalten wir trotzdem mal bei. Das bringt
mich vielleicht dazu, mal im nächsten Jahr den Sommer über ordentlich zu
trainieren.

>
> Sebas-"das wird ja ein heiteres Jahr 2007"-astian

Das ist doch eine schöne Jahresprognose: "überwiegend heiter". In diesem
Sinn einen schönen Trainingsauftakt für 2007!

Gruß,
Magnus

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Sebastian Hanelt (2007-01-01 14:37:54)

Am 01.01.2007 12:02 schrieb Magnus Kreth:
> Sebastian Hanelt schrieb:
>> Am 31.12.2006 18:35 schrieb Magnus Kreth:
>>> Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
>>> Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
>>> gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
>>> erreicht worden sein.
>> Wieso passiert das eigentlich immer wieder? Wir sind auf den ersten zwei
>> angeblich 3:00 + 3:27 gelaufen. Die Wahrheit düften eher so 3:10 + 3:17
>> sein. Ist es denn eigentlich so schwer, ein Schild richtig aufzustellen?
> Ich weiß es auch nicht. Bei DLV-vermessenen Läufen kann man doch sogar
> ins Vermessungsprotokoll schauen und sich danach ausrechnen, wo die
> Schilder hingehören. Oder beim Aufstellen der Schilder einen
> Fahrradfahrer mit Tacho dabei haben. Wie dabei dann Schilder um 50-100m
> "verrutschen" können ist mir ein Rätsel.

Allerdings.

> Und die Zuschauer werden es schon nicht gewesen sein.

Naja, das halte ich sowieso immer für Verfolgungswahn. Bei jedem zweiten
Lauf sollen Zuschauer die Hälfte aller Schilder 100m weiterschleppen? Is
klar... ;-)

>> Klingt gut. Fordern aber nicht überfordern.
> Funktioniert bei mir auch auf welligen Rennstrecken am besten. Da kann
> man sich nicht auf Splits verlassen, sondern steuert die Belastung am
> besten nach Gefühl. Das kriege ich ganz gut hin.

Ich inzwischen auch wieder, seit ich Wettkämpfe endlich wieder ohne
Pulsmesser laufe und mich aufs Gefühl konzentriere.

>>> Am Ende sind es für mich fantastische 48:40min
>> Ach du dickes Lieschen... Selbst mit Rückenwind ist das eine Hausnummer!
> Ich frage mich, wieviel davon nun durch den Wind entstanden sind. Hast
> Du dazu schon mal Untersuchungen gesehen?

Nein. Aber so aus der hohlen Hand würde ich sagen, dass es nicht mehr
als eine halbe Minute pro 10 km sein dürften.

>> Sollten wir das mit dem Plan für die gemeinsamen 10@sub32 bei den
>> Deutschen noch mal überdenken? Selbst wenn ich vorher irgendwann mal
>> eine niedrige 32 laufen sollte... Du musst mit so einer Zeit langsam
>> eher von einer 31:40 träumen, denke ich! Stark - Glückwunsch!
> Danke.
> Aber Du hast Recht, ich träume schon von der 31:40min. Konkret werde ich
> versuchen, die Anfang März in Leverkusen zu laufen.

Guter Plan, da Dein Aufbau ja anscheinend so richtig gut verläuft!

> Den Plan für die Deutschen behalten wir trotzdem mal bei. Das bringt
> mich vielleicht dazu, mal im nächsten Jahr den Sommer über ordentlich zu
> trainieren.

:-)

>> Sebas-"das wird ja ein heiteres Jahr 2007"-astian
> Das ist doch eine schöne Jahresprognose: "überwiegend heiter". In diesem
> Sinn einen schönen Trainingsauftakt für 2007!

[x] done - bei 9 Grad und Sonne :-)

2007 Grüße,
Sebastian

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: "Andre Ma@ss" (2007-01-01 18:11:37)

Magnus Kreth schrieb:

> Name des Laufes: 25. Silversterlauf Werl-Soest
> Streckenlaengen: 15k

Ah, noch ein 15k-Silvesterlauf! Die Streckenlänge finde ich persönlich
gar nicht so schlecht. Man(Ich) läuft(laufe) nicht so am Limit und die
Strecke ist noch nicht so, dass es von der Länge her fordernd ist. Wenn
man hingegen sub 50 laufen will, entspricht das bei Dir wohl meinem
Anstrengungsgrad bei einem 10k-Lauf.

> Der Silvesterlauf von Werl nach Soest hat im Westen Deutschlands einen
> Ruf als hervorragend organisierte Veranstaltung, bei der der
> Breitensport im Vordergrund steht. Letzteres äussert sich aber nicht
> gerade in langsamen Siegerzeiten. Der Streckenrekord von unter 44min
> (für 15km) ist zwar schon lange nicht mehr erreicht worden, Zeiten von
> 46 oder 47min für den Sieger sind hier aber die Regel.

*oerks*

>
> Der Lauf findet auf der Bundesstraße B1 zwischen Werl und Soest statt,
> man startet im Herzen von Werl, ist dann aber schon nach weniger als
> 1km auf der B1 angelangt und läuft dort die nächsten 12km in Richtung
> Soest.

Das hört sich schnell, aber auch langweilig an. Aber Du hast ja auch
Ablenkung.

Dort angekommen, wird noch eine kleine Extraschleife gedreht,
> bevor man das Ziel auf dem Marktplatz der Altstadt erreicht. In beiden
> Städten und entlang der gesamten Strecke stehen zahlreiche Zuschauer
> und feuern die Läufer, Walker und Wanderer an. Hiervon lassen sich in
> den vergangenen Jahren ca. 8000 Sportler anlocken, was die Strecke
> sicher gut aus- aber zumindest nicht überlastet. So hat es zumindest
> aus meiner Perspektive ausgesehen.

Bei Läufern Deiner Klasse hat man es doch immer besser. Nur am Start
geht es da manchmal härter zur Sache als in unserem Bereich, wie Du im
März aus Leverkusen berichten konntest.

> Die Anreise zu einer Veranstaltung mit Punkt-zu-Punkt-Strecke wirft ja
> die eine oder andere Frage zusätzlich auf...

War da nichts organisiert? Bei den zwei PzP-Strecken die ich kenne gibt
es zumindest Shuttle-Busse.

> Dreissig Minuten vor dem Start dann ein bischen lockeres Einlaufen, ein
> bischen Lauf-ABC und ein paar Steigerungen und mit einem erstaunlich
> guten Gefühl in den Beinen in den Startblock gestellt.

Das hört sich doch gut an.

> Bei einem so großen Feld ist es auf den ersten Metern natürlich eng,
> aber die Straße ist breit genug für alle. Meine "Gruppe" bildet sich
> schon nach 200m, ich bin hintendrin. Eigentlich optimal, aber vorne
> geht noch eine andere Gruppe, die zu groß ist, als das alle davon unter
> 50min bleiben können. Da ist also mein Platz. Ich versuche
> aufzuschließen, breche das aber nicht übers Knie, sondern gehe nur aus
> meiner Gruppe heraus, um das Tempo zu erhöhen. Nach vorne komme ich
> aber damit nicht, dort wird doch noch schneller gelaufen.

Immer wieder spannend zu lesen, welche Gedanken einem Schnellen dann
kommen. Bei mir entwickelt sich auch so langsam etwas in diese Richtung,
weil man die Leute so langsam kennt und weiss, was die draufhaben.

> Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
> Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
> gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
> erreicht worden sein.

=:-O

> Die Splits nehme ich auf den ersten fünf Kilometern
> überhaupt nicht. Noch ist das Führungsfahrzeug mit der Uhr in
> Sichtweite und es ist bei jedem Kilometer klar, dass das nicht stimmen
> kann. Ohne Zwischenzeiten und ohne Pulsuhr ist es mal wieder ein Rennen
> ganz ohne "Kontrolle". Die brauche ich aber auch nicht, denn das ich am
> Limit laufe, das braucht mir im Moment kein Pulsuhr zu sagen. Ich bin
> aber überwiegend auf der richtigen Seite meiner Leistungsgrenze.

Also wirklich eher wie mein 10er. Beim 15er und HM finde ich es
schwierig rein nach Gefühl nicht zu langsam zu laufen, das schnelle
Tempo aber nicht zu übertreiben, auch wenn es sich noch gut anfühlt.

[Packende Rennphase gesnippt]

> Am Ende sind es für mich fantastische 48:40min und der Gesamtplatz Vier
> in einem starken Feld. Letztendlich waren es 13s zu Platz Drei, klingt
> nicht nach viel, wäre aber wohl heute nicht drin gewesen.

Waahnsinn! Glückwunsch zum Rennen und zur Platzierung!

> Hause fahre. Mit dem guten Gefühl, dass ich mit meinem Training einiges
> richtig gemacht habe.

*grins* Ein richtiger Magnus!

Gruß
Andre

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Magnus Kreth (2007-01-01 19:35:51)

Hi Andre,

wünsche gut ins neue Jahr gerutscht zu sein. Viel Spaß und Erfolg in 2007!

Andre Ma@ss schrieb:
> Magnus Kreth schrieb:
>
>> Name des Laufes: 25. Silversterlauf Werl-Soest
>> Streckenlaengen: 15k
>
> Ah, noch ein 15k-Silvesterlauf! Die Streckenlänge finde ich persönlich
> gar nicht so schlecht. Man(Ich) läuft(laufe) nicht so am Limit und die
> Strecke ist noch nicht so, dass es von der Länge her fordernd ist. Wenn
> man hingegen sub 50 laufen will, entspricht das bei Dir wohl meinem
> Anstrengungsgrad bei einem 10k-Lauf.

Wer weiß.

Jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre ein 15er vom Durchschnittstempo
her nur deswegen langsamer als ein 10er, weil man später damit beginnt,
das Tempo über die anaerobe Schwelle zu steigern (bei mir beim 10er so
ab Km 5-6, beim 15er ab Km 10). Ansonsten sind die Intensitäten sehr
ähnlich. Natürlich ist es nicht so belastend wie ein Marathon,
jedenfalls habe ich keinen Muskelkater in den Oberschenkeln.

>> Der Lauf findet auf der Bundesstraße B1 zwischen Werl und Soest statt,
>> man startet im Herzen von Werl, ist dann aber schon nach weniger als
>> 1km auf der B1 angelangt und läuft dort die nächsten 12km in Richtung
>> Soest.
>
> Das hört sich schnell, aber auch langweilig an. Aber Du hast ja auch
> Ablenkung.

Es sind zu oft Zuschauer an der Strecke, als das Langeweile aufkommt. Es
geht durch zwei Dörfer (Westönnen und Ampen(?)), wo jeweils ganz gute
Stimmung ist. Das eine erreicht man bei Km 6, da ist jawohl in einem
Rennen noch keine Langeweile aufgekommen, das andere bei Km 10, danach
geht es nur noch 2,5km über die Bundesstraße, bevor man in Soest ist.

>> Die Anreise zu einer Veranstaltung mit Punkt-zu-Punkt-Strecke wirft ja
>> die eine oder andere Frage zusätzlich auf...
>
> War da nichts organisiert? Bei den zwei PzP-Strecken die ich kenne gibt
> es zumindest Shuttle-Busse.

Doch. In kleiner Entfernung vom Start gab es einen großen Parkplatz und
einen Shuttleservice von dort zum Start und später dann auch Busse vom
Ziel zurück dorthin.

>> Dreissig Minuten vor dem Start dann ein bischen lockeres Einlaufen, ein
>> bischen Lauf-ABC und ein paar Steigerungen und mit einem erstaunlich
>> guten Gefühl in den Beinen in den Startblock gestellt.
>
> Das hört sich doch gut an.

Ich weiß nicht. Bisher war das vor meinen guten Rennen immer anders. Da
waren die Beine matschig und die Laune vor dem Start eher im Keller.

>
>> Bei einem so großen Feld ist es auf den ersten Metern natürlich eng,
>> aber die Straße ist breit genug für alle. Meine "Gruppe" bildet sich
>> schon nach 200m, ich bin hintendrin. Eigentlich optimal, aber vorne
>> geht noch eine andere Gruppe, die zu groß ist, als das alle davon unter
>> 50min bleiben können. Da ist also mein Platz. Ich versuche
>> aufzuschließen, breche das aber nicht übers Knie, sondern gehe nur aus
>> meiner Gruppe heraus, um das Tempo zu erhöhen. Nach vorne komme ich
>> aber damit nicht, dort wird doch noch schneller gelaufen.
>
> Immer wieder spannend zu lesen, welche Gedanken einem Schnellen dann
> kommen. Bei mir entwickelt sich auch so langsam etwas in diese Richtung,
> weil man die Leute so langsam kennt und weiss, was die draufhaben.

Interessant wird es aber erst, wenn Du die Leute nicht kennst und über
solche Dinge nachdenken musst. Aber dafür studiere ich dann die
Ergebnislisten der vorherigen Austragungen. Und wenn da im Schnitt nicht
mehr als 5-10 Leute unter 50min bleiben, dann spekuliere ich halt, dass
das auch in diesem Jahr so sein wird.

>> Die ersten Zwischenzeiten sind absolute Fabelzeiten. Bei der
>> Aufstellung der Kilometerschilder lagen die Veranstalter ein paar Mal
>> gründlich daneben. Km 1 soll in 2:50min, Km 2 nach 5:47 und so weiter
>> erreicht worden sein.
>
> =:-O

Ja, geil, oder? Ich bin ja sooooo schnell ;-)

>> ganz ohne "Kontrolle". Die brauche ich aber auch nicht, denn das ich am
>> Limit laufe, das braucht mir im Moment kein Pulsuhr zu sagen. Ich bin
>> aber überwiegend auf der richtigen Seite meiner Leistungsgrenze.
>
> Also wirklich eher wie mein 10er. Beim 15er und HM finde ich es
> schwierig rein nach Gefühl nicht zu langsam zu laufen, das schnelle
> Tempo aber nicht zu übertreiben, auch wenn es sich noch gut anfühlt.

"Schnell" muss sich nicht "gut" anfühlen, sondern "noch so eben
erträglich". Und dann im letzten Drittel "unkomfortabel".

Darum halte ich es auch nicht - außer im Marathon - für schlimm am
Anfang eines Rennens zu überpacen. Es sollte sich schon deutlich anders
anfühlen, wenn man 500m im absoluten Grenzbereich gelaufen ist. Die
Erfahrung sollte aus dem Tempotraining da sein, dass man spürt, wenn der
Laktatspiegel gerade gefährlich steigt. Alles darunter ist noch i.O.

> Gruß
> Andre

Gruß,
Magnus

Silvesterlauf Werl-Soest 31.12.2006 (Magnus)
Autor: Magnus Kreth (2007-01-01 19:44:20)

Bilder vom Rennen sind online:
http://www.firstfotofactory.com/

Startnummer 4545

Während ich mich früher oft darüber geärgert habe, dass ich auf solchen
Veranstaltungsfotos immer auf dem Boden stehe, sieht das ja jetzt gerade
so aus, als würde ich zu der "Schwebefraktion" gehören. Ich bin auf fünf
von sieben Bildern nicht besonders standfest. Mmh, Segelohren helfen
wohl doch bei Rückenwind ;-)

Gruß,
Magnus