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[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles


[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Max Ehlers (2006-10-16 23:55:44)

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[x] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschließlich für die Usenetgruppen
de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter drsl.de
und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch auszugs-
weisen) Veröffentlichung außerhalb des Usenets stimme ich nicht zu.
Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.

Name des Laufes: 21. München Marathon
Datum: 8.10.2006 (Sun)
Ort: München
Postleitzahl: D8
Homepage (Veranstalter): http://www.muenchenmarathon.de/
Ihr Name: Max Ehlers
Ihre eMail-Adresse: max at ehlers24 de
Streckenlaengen: MA, 10k
Beschaffenheit: Asphalt
Profil: flach
Wetter: perfekt
Teilnehmer: 10000

Bericht:
Endlich. Da trainiert man 3 Monate auf so einen Tag hin, und dann ist es
tatsächlich soweit: Es ist Lauftag, und da steht man, gesund und munter,
mit Laufklamotten und Chip am Fuss. Noch nie hatte ich so fleißig für
einen Marathon trainiert, von KW 29 bis KW 39 immerhin 95 km pro Woche.
Das war zwar knapp unter dem geplanten 100er-Schnitt, aber doch
ausreichend nah dran, um mich einigermaßen zuversichtlich in diesen
Lauf gehen zu lassen. Zumal ich keinerlei ernsthafte Verletzung oder
Erkrankung zu erleiden hatte in meiner Vorbereitung. Ziel also:
Sub-2:40.

Tja, und an diesem sonnigen Oktobertag herrschten nun also perfekte
Bedingungen für einen Marathon: Kühl, aber sonnig und fast windstill.

Aber was wäre ein Wettkampfbericht ohne Vorwettkampfgejammer? Geht
nicht, also: Die letzten 3 Wochen meiner Vorbereitung waren doch heftig
beeinträchtigt durch ein etwas unbestimmtes Hüft-Wehwehchen. Zwar
pausierte ich sogar einmal 3 oder 4 Tage am Stück, aber davon wurde es
nicht besser. Durch Laufen wurde es gleichzeitig aber auch nicht
schlimmer. Bei meinem letzten Testlauf, einem Halbmarathon 2 Wochen vor
dem Wettkampf, störte mich die Hüfte während des Laufes überhaupt nicht.
Und nun, am 8. Oktober, war nichts mehr zu spüren von dem Wehwehchen.

Aber zum Glück hatte ich noch mehr zu jammern: Die letzten Wochen waren
durch eine Verkettung unglücklicher Umstände von einem sehr hohen,
psychisch und physisch durchaus belastenden Arbeitspensum geprägt
(Wochenende bis spät nachts durcharbeiten usw.), was mir richtiggehend
auf den Magen schlug: In der Woche vor dem Marathon musste ich einen
gemütlichen Trainingslauf abbrechen, weil ich extremes Seitenstechen
hatte. Am Mittwoch vor dem Lauf lief es sich immer noch nicht rund, ich
war deutlich angespannt. Erst der letzte Testlauf, 5 km samstag früh um
6 Uhr kurz vor der Abfahrt nach München, ging einigermaßen gut.

Zurück zum Start: Warmlaufen im Olympiagelände, schöne Atmosphäre, ich
fühlte mich gut. Einreihen in der sagen wir mal 5. Reihe, und los
gings, um 9:55, mit dem Feld der Deutschen Meisterschaft. Ich hatte
vorher noch Micki von meinem Ziel erzählt, unter 2:40 zu laufen, und
sie meinte, dass Carmen Siewert um den Dreh laufen würde. Da ich im
Vorjahr in Regensburg den Fehler gemacht hatte, zu schnell anzugehen,
gedachte ich also, mich an die schnellste Frau anzuhängen und
diszipliniert zu starten.

Mein Vereinskollege Gregor stand ein wenig weiter vorne als ich, und da
er eigentlich auch knapp unter 2:40 laufen wollte, kämpfte ich mich nach
dem Startschuss erst mal zu ihm durch. Der erste Kilometer ging
entsprechend gleich mal mit 3:33 durch. Da mir das dann doch zu schnell
war, ließ ich ihn bald wieder ziehen und begab mich auf der Suche nach
Frauen im Feld. Es dauerte eine Weile, bis besagte Carmen auftauchte,
aber ich bewies Geduld und wartete, um mich sodann erstmal in ihrem
Dunstkreis aufzuhalten. Sie war völlig ohne Pacemaker unterwegs, aber
ich war umgekehrt offensichtlich nicht der einzige, der die Strategie
hatte, ihre Pace mitzugehen. Unter anderem war da Helge aus Ingolstadt,
mit dem ich lange zusammen laufen sollte.

So vergingen Km 2-13 mit Zeiten zwischen 3:43 und 3:56. Carmen hatte
sich hier offenbar schon einen enormen Vorsprung herausgelaufen. Doch
beim überraschend "giftigen" Anstieg in der Rosenheimer Straße nach
Überquerung der Isar wurde sie doch deutlich langsamer, während Helge
und ich das Tempo zu halten versuchten. Bis zur Halbmarathonmarke waren
wir aber etwas langsamer unterwegs, mit Kilometerzeiten zwischen 3:46
und 4:03.

Was bei mir diesmal erstaunlich gut klappte, war das Trinken: Alle 2,5
km gab es Verpflegungsstellen, ca. jedes 2. oder 3. mal gönnte ich mir
einen Becher Wasser oder Iso, einmal sogar einen Energieriegel, der
allerdings schwer hinunterzuwürgen war. Eigentlich wollte ich ja Gels
mitnehmen, aber erst beim Umziehen fiel mir auf, dass sie nicht in die
Tasche meiner Hose passten. Auch egal.

Die Halbmarathonmarke erreichten wir nach 1:20:23, also etwas unter
Plan, aber ich wollte ja auch lieber defensiv angehen. Also meinte ich
zu Helge, dass wir nun ja nur die 2. Hälfte etwas schneller laufen
mussten. Und los gings: Ich fühlte mich gut und gab Gas - Km 23 bis 34
gingen zwischen 3:38 und 3:52 weg, Helge und ich überholten in einem
fort, wobei ich fast die ganze Zeit für das Tempo sorgte.

Dann kam der Mann mit dem Hammer - nicht zu mir, aber Helge muss er
irgendwo da erwischt haben. Nach einem der Überholmanöver war er nicht
mehr bei mir. Ich selbst konnte zwar entkommen, aber ganz frisch war
ich auch nicht mehr, ich wurde etwas langsamer und fing an zu kämpfen.
Km 35 stoppte ich mit 3:54, und es wurde klar, dass es mit den Sub-40
knapp werden würde. Zum Glück hatte ich keine Tempotabelle und bin
einfach so weitergelaufen, wie ich konnte, und das war ja immer noch
sehr stark, obwohl mein rechter Unterschenkel schon ziemlich weh tat
und ich Angst hatte, dass er krampfen könnte: 03:52, 03:49, 03:52,
03:52, 03:57, 03:43. Noch 1,2 km bis zum heißersehnten Einlauf im
Stadion, und es würde verdammt knapp werden. Ein neben mir laufender
recht junger Läufer wurde wie wild von seinem Trainer angestachelt und
konnte tatsächlich plötzlich noch einmal zulegen. Bei mir ging nicht
mehr viel...

Aber dann der Einlauf ins Stadion, zu Musik und durch bunt angestrahlte
Trockennebelschwaden. Sigrid und Johann feuerten mich von den
Zuschauerrängen an, ich rannte die letzte Runde auf der Tartanbahn,
jubelte mich übers Ziel und war froh, es hinter mir zu haben. Genialer
Lauf, großartige Bedingungen, gute Renneinteilung. Ein kleiner
Wehmutstropfen blieb natürlich, dass ich mit 2:40:06 knapp die
Zielmarke verpasst hatte. Aber das war immerhin so knapp, dass es mir
auch wieder wurscht sein konnte.

Gregor war nur kurz vor mir ins Ziel gekommen und ziemlich fertig, ihm
hatten in der Vorbereitung die langen Läufe gefehlt. Helge habe ich im
Ziel nicht mehr entdeckt - er muss noch sehr gelitten haben und kam
erst mit 2:47 ins Ziel. Immerhin noch knapp vor Carmen Siewert;-)

Mir ging es nach dem Lauf einigermaßen gut. Nur meine Unterschenkel
waren extrem verhärtet, und das blieb auch ein paar Tage so...

Falls es jemand interessiert, meine Splits:
03:33
03:45
03:43
03:56
03:45
03:43
03:48
03:48
03:56
03:47
03:50
03:49
03:43
03:55
03:48
04:03
03:46
03:52
03:57
03:58
03:58
03:21
03:40
03:38
03:52
03:52 21,1 km
03:38 0,9 km
03:39
03:47
03:47
03:48
03:44
03:51
03:48
03:54
03:52
03:49
03:52
03:52
03:57
03:43
04:22 1,2 km


# Vielen Dank fuer die Verwendung dieses Templates
# Ihr DRSL.de-Team

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Udo Witt (2006-10-17 09:38:33)

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Udo Witt (2006-10-17 09:38:33)

Max Ehlers wrote:

.. endlich seinen Bericht!

Hi Max,

schön endlich von Dir zu lesen. Da hab ich schon sehnsüchtig drauf
gewartet.

> Name des Laufes: 21. München Marathon

Da war ich auch ... aber auch am km 26 erst zu einer Zeit als Du schon
Lichtjahre vorbei gewesen sein musstest. Als ich an die Strecke kam,
lief gerade die 3:00 Lokomotive durch.

> [...] Zumal ich keinerlei ernsthafte Verletzung oder Erkrankung zu
> erleiden hatte in meiner Vorbereitung.

Tolle Voraussetzung ... :-)

> Ziel also: Sub-2:40.

Das wusste ich noch und hab die ganze Zeit über fleißig die Daumen
gedrückt.

> Tja, und an diesem sonnigen Oktobertag herrschten nun also perfekte
> Bedingungen für einen Marathon: Kühl, aber sonnig und fast windstill.

Ja ... ideales Laufwetter. Nur beim Warten war mir etwas kalt. Gut, dass
ich zumindest eine lange Hose an hatte und bis ich nach Beginn des
Mitlaufens warm war auch noch ein langärmliges Laufschirt an hatte. Man
muss halt immer einen Kompromiss finden, dass es zum Laufen taugt, aber
nicht vorher zu sehr auskühlt.

> Aber was wäre ein Wettkampfbericht ohne Vorwettkampfgejammer? Geht
> nicht [...]

Genau!

> Aber zum Glück hatte ich noch mehr zu jammern: [...]

Ui, noch mehr. Nu kann wirklich nichts mehr schief gehen.

> Mein Vereinskollege Gregor stand ein wenig weiter vorne als ich, und da
> er eigentlich auch knapp unter 2:40 laufen wollte, kämpfte ich mich nach
> dem Startschuss erst mal zu ihm durch. Der erste Kilometer ging
> entsprechend gleich mal mit 3:33 durch. Da mir das dann doch zu schnell
> war, ließ ich ihn bald wieder ziehen und begab mich auf der Suche nach
> Frauen im Feld. Es dauerte eine Weile, bis besagte Carmen auftauchte,
> aber ich bewies Geduld und wartete, um mich sodann erstmal in ihrem
> Dunstkreis aufzuhalten. Sie war völlig ohne Pacemaker unterwegs, aber
> ich war umgekehrt offensichtlich nicht der einzige, der die Strategie
> hatte, ihre Pace mitzugehen. Unter anderem war da Helge aus Ingolstadt,
> mit dem ich lange zusammen laufen sollte.

Immer gut, wenn noch jemand da ist und man nicht ganz alleine in der
Gegend rumlaufen muss.

> Was bei mir diesmal erstaunlich gut klappte, war das Trinken:

Neue Technik? ... Wasser über den Kopf schütten und dann das was im
Gesicht vorbei kommt aufsaugen?

> Alle 2,5 km gab es Verpflegungsstellen, ca. jedes 2. oder 3. mal gönnte
> ich mir einen Becher Wasser oder Iso,

Klingt doch eher nach üblicher Tecknik ... ;-)

> Eigentlich wollte ich ja Gels mitnehmen, aber erst beim Umziehen fiel
> mir auf, dass sie nicht in die Tasche meiner Hose passten. Auch egal.

Blöd das.

> Die Halbmarathonmarke erreichten wir nach 1:20:23

perfekt!

> Dann kam der Mann mit dem Hammer

wus?

> nicht zu mir, aber Helge muss er irgendwo da erwischt haben.

Puh ... Glück gehabt. Aber schade für Deinen Mitläufer.

> Ich selbst konnte zwar entkommen, aber ganz frisch war
> ich auch nicht mehr, ich wurde etwas langsamer und fing an zu kämpfen.

Komm Max! Auf gehts! Nicht nachlassen! Du schaffst das!

> Km 35 stoppte ich mit 3:54, und es wurde klar, dass es mit den Sub-40
> knapp werden würde.

*nervös werd*

> Aber dann der Einlauf ins Stadion, zu Musik und durch bunt angestrahlte
> Trockennebelschwaden.

Ja, den Tunnel fand ich dieses Jahr irgrendwie spektakulärer als in den
letzten beiden Jahren.

Sigrid und Johann feuerten mich von den
> Zuschauerrängen an, ich rannte die letzte Runde auf der Tartanbahn,
> jubelte mich übers Ziel und war froh, es hinter mir zu haben. Genialer
> Lauf, großartige Bedingungen, gute Renneinteilung. Ein kleiner
> Wehmutstropfen blieb natürlich, dass ich mit 2:40:06 knapp die
> Zielmarke verpasst hatte.

Als ich später an einem Zelt die Ergebnisse gesehen habe, konnte ich es
nicht fassen, dass Du sooooo knapp an dem Ziel vorbei gerauscht bist ...
:-(

> Aber das war immerhin so knapp, dass es mir auch wieder wurscht sein
> konnte.

Freut mich, dass Du das so gut verdaut hast und gratuliere
selbstverständlich auf diesem Weg zu Deiner Leistung.


Viele Grüße aus dem Süden

U-"schade, dass wir uns nicht zufällig irgendwo gesehen haben"-do

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Matthias Rosenkranz (2006-10-17 10:59:14)

Max Ehlers schrieb:

> Ziel also: Sub-2:40.

Gratuliere, auch wenn du das Zeitziel ganz knapp verfehlt hast. Tolle
Renneinteilung!

Gruß Matthias

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: klaus matheis (2006-10-17 11:12:29)

Hi Max,

grautuliere zu dem tollen Lauf, bei dem ich auch dabei war. Allerdings
weit hinter Dir ;-)
Da kann ich nur von Dir lernen was die Renneinteilung angeht.
Die Bedingungen waren wirklich super.
Ich dagegen bin auf den letzten 10 km völlig lustlos eingebrochen
und obwohl noch laufend, habe ich mich ziemlich gehen lassen und gehadert!

Hut ab!

Klaus

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Alex Dummer (2006-10-17 21:29:50)

Max Ehlers schrieb:

Hallo Max,

> Wehmutstropfen blieb natürlich, dass ich mit 2:40:06 knapp die
> Zielmarke verpasst hatte. Aber das war immerhin so knapp, dass es mir
> auch wieder wurscht sein konnte.

Am Sonntag, auf einer leicht abfallenden Strecke, kurz vor dem Ende eines
Laufes, hab ich mit einer Läuferin mal einen Endspurt hingelegt und wir
sind dabei etwas unter 4 min/km gekommen und ausser Atem (auf 500m).
Dialog:
"Es gibt welche die laufen so schnell einen Marathon"
"Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen"
"Naja, das sind halt Profis"

Glückwunsch und danke für den interessanten Bericht.

Gruß Alex

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Winfried Strallhofer (2006-10-17 21:35:03)

Max Ehlers hat geschrieben:

> Noch nie hatte ich so fleißig für
>einen Marathon trainiert, von KW 29 bis KW 39 immerhin 95 km pro Woche.
>Das war zwar knapp unter dem geplanten 100er-Schnitt, aber doch
>ausreichend nah dran, um mich einigermaßen zuversichtlich in diesen
>Lauf gehen zu lassen. Zumal ich keinerlei ernsthafte Verletzung oder
>Erkrankung zu erleiden hatte in meiner Vorbereitung. Ziel also:
>Sub-2:40.

Klingt sehr gut, und dass du grundsätzlich schnell genug bist, wissen
wir ja. Leider habe ich die Ergebnisliste schon letzte Woche gesehen
...

>Aber zum Glück hatte ich noch mehr zu jammern: Die letzten Wochen waren
>durch eine Verkettung unglücklicher Umstände von einem sehr hohen,
>psychisch und physisch durchaus belastenden Arbeitspensum geprägt
>(Wochenende bis spät nachts durcharbeiten usw.), was mir richtiggehend
>auf den Magen schlug: In der Woche vor dem Marathon musste ich einen
>gemütlichen Trainingslauf abbrechen, weil ich extremes Seitenstechen
>hatte.

Das ist natürlich nicht gut, und kann leicht mehr als ein paar
Sekunden ausmachen.

> Da ich im
>Vorjahr in Regensburg den Fehler gemacht hatte, zu schnell anzugehen,
>gedachte ich also, mich an die schnellste Frau anzuhängen und
>diszipliniert zu starten.

Soso.

> Sie war völlig ohne Pacemaker unterwegs, aber
>ich war umgekehrt offensichtlich nicht der einzige, der die Strategie
>hatte, ihre Pace mitzugehen.

Wundert mich nicht. :-) Dort, wo in diesen Bereichen Frauen laufen,
bilden sich immer größere Gruppen.

>Die Halbmarathonmarke erreichten wir nach 1:20:23, also etwas unter
>Plan, aber ich wollte ja auch lieber defensiv angehen. Also meinte ich
>zu Helge, dass wir nun ja nur die 2. Hälfte etwas schneller laufen
>mussten. Und los gings: Ich fühlte mich gut und gab Gas - Km 23 bis 34
>gingen zwischen 3:38 und 3:52 weg, Helge und ich überholten in einem
>fort, wobei ich fast die ganze Zeit für das Tempo sorgte.

Ich bin ja eigentlich völlig gegen das Herauslaufen von irgendwelchen
Zeitpölstern, aber 1:19:45 oder so würde ich für die Hälfte schon
anstreben.

> Noch 1,2 km bis zum heißersehnten Einlauf im
>Stadion, und es würde verdammt knapp werden. Ein neben mir laufender
>recht junger Läufer wurde wie wild von seinem Trainer angestachelt und
>konnte tatsächlich plötzlich noch einmal zulegen. Bei mir ging nicht
>mehr viel...

Das macht nicht viel, sonst wärst du davor auch zu langsam gewesen,
außer natürlich ...

>Aber dann der Einlauf ins Stadion, zu Musik und durch bunt angestrahlte
>Trockennebelschwaden. Sigrid und Johann feuerten mich von den
>Zuschauerrängen an, ich rannte die letzte Runde auf der Tartanbahn,
>jubelte mich übers Ziel und war froh, es hinter mir zu haben. Genialer
>Lauf, großartige Bedingungen, gute Renneinteilung. Ein kleiner
>Wehmutstropfen blieb natürlich, dass ich mit 2:40:06 knapp die

&%$§$"!

>Zielmarke verpasst hatte. Aber das war immerhin so knapp, dass es mir
>auch wieder wurscht sein konnte.

Normalerweise ist es doch je knäpper desto weniger wurscht, oder?

>Gregor war nur kurz vor mir ins Ziel gekommen und ziemlich fertig, ihm
>hatten in der Vorbereitung die langen Läufe gefehlt. Helge habe ich im
>Ziel nicht mehr entdeckt - er muss noch sehr gelitten haben und kam
>erst mit 2:47 ins Ziel. Immerhin noch knapp vor Carmen Siewert;-)

Und Mikki? Mift, knapp dahinter, aber nur mehr Fünfte.

>Falls es jemand interessiert, meine Splits:

Wo kommen die vielen Kilometer deutlich über 3:50 schon in der ersten
Hälfte her, sind die streckenbedingt? Wenn nicht, hast du die 2:39
nämlich dort schon verpasst. Aber ärgere dich nicht, eine
Riesenverbesserung ist es für dich ja trotzdem. Und bevor ich darauf
vergesse: Herzlichen Glückwunsch zum tollen Marathon, Max!

Grüße
Winfried (der übrigens erst beim dritten sub2:40-Versuch
druntergeblieben ist: 2:41:03, DNF, 2:39:37.)
--
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[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Max Ehlers (2006-10-17 21:55:22)

Winfried Strallhofer schrieb:
> Max Ehlers hat geschrieben:
>
> ...
>> (Wochenende bis spät nachts durcharbeiten usw.), was mir richtiggehend
>> auf den Magen schlug: In der Woche vor dem Marathon musste ich einen
>> gemütlichen Trainingslauf abbrechen, weil ich extremes Seitenstechen
>> hatte.
>
> Das ist natürlich nicht gut, und kann leicht mehr als ein paar
> Sekunden ausmachen.
>
Ja, würde ich auch denken. Zum Glück ging es mir aber am Lauftag selbst
richtig gut.

>> Die Halbmarathonmarke erreichten wir nach 1:20:23, also etwas unter
>> Plan, aber ich wollte ja auch lieber defensiv angehen. Also meinte ich
>> zu Helge, dass wir nun ja nur die 2. Hälfte etwas schneller laufen
>> mussten. Und los gings: Ich fühlte mich gut und gab Gas - Km 23 bis 34
>> gingen zwischen 3:38 und 3:52 weg, Helge und ich überholten in einem
>> fort, wobei ich fast die ganze Zeit für das Tempo sorgte.
>
> Ich bin ja eigentlich völlig gegen das Herauslaufen von irgendwelchen
> Zeitpölstern, aber 1:19:45 oder so würde ich für die Hälfte schon
> anstreben.
>
Ja klar, aber ich hatte mir schon vorgenommen, meine PB deutlich zu
verbessern und ggfs auch mit einer 2:42 zufrieden zu sein, statt wieder
gewaltig einzubrechen. Insofern entsprach das genau meinem Plan. Bei
einem nächsten Versuch auf die 2:40 würde ich natürlich wieder
offensiver rangehen.
>
>> Zielmarke verpasst hatte. Aber das war immerhin so knapp, dass es mir
>> auch wieder wurscht sein konnte.
>
> Normalerweise ist es doch je knäpper desto weniger wurscht, oder?
>
Nein, das war zwar ärgerlich, aber nicht schlimm, weil ich ja in jedem
Fall sehr zufrieden sein konnte mit dem Lauf und der neuen Bestzeit.
>> Gregor war nur kurz vor mir ins Ziel gekommen und ziemlich fertig, ihm
>> hatten in der Vorbereitung die langen Läufe gefehlt. Helge habe ich im
>> Ziel nicht mehr entdeckt - er muss noch sehr gelitten haben und kam
>> erst mit 2:47 ins Ziel. Immerhin noch knapp vor Carmen Siewert;-)
>
> Und Mikki? Mift, knapp dahinter, aber nur mehr Fünfte.
>
Vierte, dachte ich? Sie war stinksauer im Ziel - sie war zum 3. mal 4.
bei einer DM...

>> Falls es jemand interessiert, meine Splits:
>
> Wo kommen die vielen Kilometer deutlich über 3:50 schon in der ersten
> Hälfte her, sind die streckenbedingt? Wenn nicht, hast du die 2:39
> nämlich dort schon verpasst.

Größtenteils eher nicht streckenbedingt. Der erste "langsame" war
vermutlich wegen Warten auf Carmen, bei den anderen beiden wollte ich
ihr wohl noch nicht davonlaufen. Die 4:03 war dann glaube ich
streckenbedingt, da ging es ganz gut bergauf - und da haben wir auch
Carmen endgültig abgehängt.

> Aber ärgere dich nicht, eine
> Riesenverbesserung ist es für dich ja trotzdem. Und bevor ich darauf
> vergesse: Herzlichen Glückwunsch zum tollen Marathon, Max!
>
Vielen Dank! Der Ärger hält sich in seeehr engen Grenzen.

tschö
Max

[Bericht] =?ISO-8859-15?München-Marathon - Durchkommen =?ISO-8859-15?ist nicht alles
Autor: Max Ehlers (2006-10-17 22:01:54)

Udo Witt schrieb:
> Max Ehlers wrote:
>
> .. endlich seinen Bericht!
>
ja, war noch ne Woche auf Urlaub in München.
>
>> Name des Laufes: 21. München Marathon
>
> Da war ich auch ... aber auch am km 26 erst zu einer Zeit als Du schon
> Lichtjahre vorbei gewesen sein musstest. Als ich an die Strecke kam,
> lief gerade die 3:00 Lokomotive durch.
>
Naja, dann waren es zwar keine Lichtjahre, aber doch schon mehr als 10
Minuten...

>
>> Ziel also: Sub-2:40.
>
> Das wusste ich noch und hab die ganze Zeit über fleißig die Daumen
> gedrückt.
>
Danke! Hat ja weitgehend geholfen.

>
>> Was bei mir diesmal erstaunlich gut klappte, war das Trinken:
>
> Neue Technik? ... Wasser über den Kopf schütten und dann das was im
> Gesicht vorbei kommt aufsaugen?
>
Nö, aber die Pappbecher ließen sich ganz gut so zusammendrücken, dass
mehr im Mund als sonstwo gelandet ist. Das hat bei mir sonst nie so
geklappt.

>> Alle 2,5 km gab es Verpflegungsstellen, ca. jedes 2. oder 3. mal gönnte
>> ich mir einen Becher Wasser oder Iso,
>
> Klingt doch eher nach üblicher Tecknik ... ;-)
>
Ja, war durchaus konventionell.
>
>> Km 35 stoppte ich mit 3:54, und es wurde klar, dass es mit den Sub-40
>> knapp werden würde.
>
> *nervös werd*
>
ich war übrigens überzeugt, dass ich es schaffen würde.

>> ...Lauf, großartige Bedingungen, gute Renneinteilung. Ein kleiner
>> Wehmutstropfen blieb natürlich, dass ich mit 2:40:06 knapp die
>> Zielmarke verpasst hatte.
>
> Als ich später an einem Zelt die Ergebnisse gesehen habe, konnte ich es
> nicht fassen, dass Du sooooo knapp an dem Ziel vorbei gerauscht bist ...
> :-(
>
>> Aber das war immerhin so knapp, dass es mir auch wieder wurscht sein
>> konnte.
>
> Freut mich, dass Du das so gut verdaut hast und gratuliere
> selbstverständlich auf diesem Weg zu Deiner Leistung.
>
Vielen Dank. Was soll ich mich ärgern? Die Zeit ist trotzdem gut.

> U-"schade, dass wir uns nicht zufällig irgendwo gesehen haben"-do

tschö
Ms-"stimmt"-x