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[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt


[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: Juergen (2006-09-28 15:05:01)

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[ ] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.
[x] Disclaimer: dieser Bericht ist ausschlieÃźlich für die Usenetgruppen
de.rec.sport.laufen.* bestimmt und darf darüber hinaus unter
drsl.de und damit verwandten Seiten gespeichert werden. Einer (auch
auszugs- weisen) Veröffentlichung auÃźerhalb des Usenets stimme ich
nicht zu. Ausgenommen hiervon ist das Usenetarchiv groups.google.de.
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.

Name des Laufes: 33. real,- Berlin-Marathon
Datum: 24.9.2006 (Sun)
Ort: Berlin
Postleitzahl: D1
Homepage (Veranstalter):
http://www.scc-events.com/events/berlin marathon/2006/
Ihr Name: Juergen
Ihre eMail-Adresse:schreibsklave at web.de
Streckenlaengen: MA
Beschaffenheit: Asphalt
Profil: flach
Wetter: windig, warm, trocken
Teilnehmer: gut 30000 Finisher
Bericht:

Hier mal die Erlebnisse eines Marathon-Novizen.

[VWKGJ]

Der kühle August kam mir gerade Recht zum trainieren. Doch dann dieser
Wetterbericht: Mindestens 25 °C sollten es am Marathon-Sonntag werden,
das ist nicht "mein" Laufwetter. Zu allem Ãśberfluss lief ich mir bei
einem langen Lauf Ende August eine Blase am rechten FuÃźballen, die bis
zum Marathon nicht komplett abheilen sollte.


[Tage vor dem Rennen]

Freitag, zehn vor 6 Uhr. Ich warte mit einem Teil unserer Gruppe auf
den ersten Zug. Es hat Nebel, ist kühl und nicht sehr hell. Keine vier
Stunden Schlaf waren es in dieser Nacht. Ich halte es mit den
Blues-Brothers: "Its dark and im wearing sunglasses. Hit it!"

[Marathonmesse]

Gegen 17.30 Uhr treffe ich am Freitag mit meiner Schwester an den
Messehallen ein. Die Startnummernausgabe ist gut organisiert, es geht
ratz-fatz. Mein Chip funktioniert, der Einfachheit halber habe ich
einfach die Laufschuhe angezogen.

Nur die Messe überzeugt mich nicht so richtig, wo sind die sagenhaften
Schnäppchen? Meist gibt es auf die Schuhe 10 % Messerabatt, am
offiziellen Stand hat Reebok nicht mal alle Schuhmodelle da,
insbesondere keine Trailschuhe. Wo es doch günstige Schuhe gibt, (z. B.
New Balance für 70 Euro) fehlt meine GrÃ¶Ãźe. Manche wollen Schuhe
verkaufen und haben nicht mal ein Laufband am Stand.

Ein Laufband finde ich dann bei Runners World. Für eine Charity-Aktion.
Je gelaufenen Kilometer bekommt ein Krankenhaus in Berlin zehn Euro.
Ehrensache, ich will einen Kilometer laufen. Die eingestellten 10 km/h
kommen mir ganz schön flott vor, das wird beim Marathon schwierig werden
mit 4 Stunden. Als ich noch so laufe, fragt mich der Typ vom Stand, ob
ich die Zeitschrift ab- und zu lesen würde. Keine 5 Minuten vorher hatte
ich mit dem Stichwort "braver Abonoment" nach einem Geschenk gefragt.
Zudem scheint es ihn zu stören, dass ich den Kilometer durchziehe,
anscheinend hat mein Beispiel 4 Mädels angelockt, die zwar am
Inliner-Marathon teilnehmen, aber auch ein paar Meter machen wollen.
Schade, das hätte ich mir noch ansehen sollen.

Was war noch? Die Pasta schmeckte nicht wirklich handgemacht, die
Einkäufe halten sich mit Socken, einer Cap, Handgelenkstasche und
Brustwarzenpflaster in Grenzen.


[Frühstückslauf]

Eine riesen Gaudi. Insgesamt vier dieser HAD-Tücher staube ich ab, mit
zweien dekoriere ich meine Laufhose. Unterwegs starten mir ein paar
Laola-Wellen. Irgend etwas zieht am rechten Unterschenkel - schöner GruÃź
vom Laufband...

Im Stadion kann man auf der blauen Laufbahn nur gehen. Ein paar Fotos
und ab zum Frühstück. Ziemlicher Stau, die Essensausgabe ist schlecht
organisiert, bis wir hinkommen, gibt es nur noch Tee und Kaffee in
kleinen Tassen als Getränk. Nicht ideal.


[Der Marathon]

Sonntag morgen gibts zum Frühstück eine Beutel "Ultra Starter", einen
Riegel und ein Brot. Vielleicht war auch noch was anderes dabei. Ob das
reicht? Viel Schlaf habe ich in der Nacht vorher nicht gefunden.

Kurz nach 8 Uhr treffe ich am neuen Hauptbahnhof ein und mache mich auf
den Weg. Mein Kleider-LKW steht recht nahe am Eingang, der Weg zum Start
ist recht weit und langsam.

"H" steht auf meiner Startnummer, doch ich gehe ein Stück weiter. Vor
"G" sind die Schlangen vor den Dixie-Klos schon kürzer. "H" ist
woanders, meint die Ordnerin schüchtern, als ich mich hinten bei G
einreihe, lässt mich aber rein. Ich stelle fest, dass ich meinen Schwamm
noch vor dem Start verloren habe.

Startschuss - die ersten Minuten ist nur walking angesagt, dann können
wir endlich zum Starttor rennen. Mit der Sonne im Rücken geht es auf die
Siegessäule zu - ein tolles Bild!

Mit 5.45 war der erste Kilometer für meine Wunschzeit "4 Stunden" nicht
schlecht, ein bisschen schneller würde reichen, der zweite wird dann
5.24, also wieder langsamer werden, 5.57, so langsam doch nicht...
Dieses "auf- und ab" sollte mich das ganze Rennen über begleiten.

km5 28.30, noch bin ich halbwegs auf "Kurs", km10 und 57.48 sind
eigentlich schon zu langsam. Die Verpflegungsstände kosten Zeit, Becher
schnappen im Rennen ist faktisch nicht möglich. Zudem ist der Boden dort
nass und mit Bechern übersäht. Erst wird es nass, dann glitschig, dann
rutschen die Schuhe um danach merklich am Asphalt zu kleben. Trotzdem
lasse ich keinen aus, nehme wo es geht Tee statt Wasser und den
geschmacklich nicht überzeugenden Mineraldrink (vielleicht hilfts ja).

Nach einer Stunde wollte ich das erste Gel einwerfen, doch ich sehe den
Getränkestand zu spät und hole das am Hermannplatz nach. Nicht optimal,
denn schon einen Kilometer später, an der Hasenheide, wird meine
Schwester mit etwas Vitargo auf mich warten. Ein Stück rennt mein Neffe
neben mir. "Vielleicht 4.05" sage ich zu ihm.

Ab dem Südstern geht ZuschauermÃ¤Ãźig mächtig was ab, dafür geht es mir
schlechter. Doch noch kämpfe ich.

Nach der ersten Stunde könnte man gut laufen, hatten mir erfahrene
Mitläufer vorher gesagt. So richtig stimmt das nicht, der Bulk ist noch
recht dicht. Ich lasse keinen Wasserstand aus und trinke immer im Gehen.

km25 2.28.34 Sieht noch gut aus. Doch dann, so bei km26, wird der Wunsch
nach einer Gehpause übermächtig. Ich verabschiede mich von meiner
anvisierten Zeit, die nächsten Kilometer werden hart. Ab- und zu sehe
ich Läufer aus Franken oder einem Shirt von da, mit denen ich etwas
Plausche. Endlich, km 30, 3.03, ich bin doch deutlich vom Gas gegangen.
Doch so musste es bis zum Ziel zu schaffen sein.

km32, "Jetzt ist es nur noch ein 10er", sage ich zur Läuferin neben mir,
doch die versteht nur Englisch. "Ten Kilometers to go, weve done a
pretty worm up for that ten kilometers" sage ich und bekomme keine
erheiternde Antwort. Also hole ich mir meine Motivation von den
Zuschauern und ihren Schildern. "Ihr riecht wie Sieger", "Helden sterben
nicht im Bett", "Jeder ist ein Sieger, mancher nur ein biÃźchen später"
und einiges mehr erfreut mich schon länger. Auch die Bands heben meine
Stimmung, es seien nicht unbedingt die Besten, meinte meine Schwester
vorher, doch mir gefallen sie.

Fehberliner Platz, hier irgendwo sollte mein Schwager stehen. Da ist er.
"Nie mehr, ich musste mich regelrecht nach vorne kämpfen" sagte er
später. Jetzt wandern erstmal 0,4 Liter Ultra Buffer in meinen Magen,
Lecker ist anders. Irgendwo auf den nächsten Kilometern geht es bergab,
nach dem Motto "lang läuft" nutze ich das Gefälle, die Oberschenkel
protestieren. Ein stechender Schmerz vom linken VorderfuÃź - das Gefühl
kenne ich, ein neuer blauer Nagel!"

Was mich mindestens genauso stört: Es geht immer noch eng zu auf der
Strecke. Ein ständiges Ãśberholen und überholt werden. Besonders nett
sind Läufer, die mich erst überholen, und dann schwatzend vor meinen
Füssen herumlaufen. Und nach jedem Verpflegungsstand und jeder kleinen
Gehpause geht das von neuem Los.

km35, 3.37.17. Wenigstens bin ich nicht noch langsamer geworden. Bald
sollte ich meine Schwester mit der nächsten "Ladung" Kohlenhydrate
treffen. Da ist sie, ihr gefällt der Platz bei km38. Leider wird sie
keine Zeit haben, zum Ziel zu kommen, statt dessen holt sie schon mal
mein Gepäck.

Die Kohlenhydrate nutzen nicht viel, mein Tempo sinkt weiter. Bei der
letzten Verpflegungsstation bei km40 mache ich eine weitere Gehpause und
biege auf die StraÃźe "Unter den Linden" ein. Der Blick aufs
Brandenburger Tor lässt mich wieder loslaufen, bis km41. "Kurze Pause,
und dann ab dem Teufelslappen zügig ins Ziel" denke ich mir und nehme
den Ruf einer Frau "DU schaffst es" zufrieden war.

Also reiÃźe ich mich zusammen, reisse unterm Brandenburger Tor die Arme
hoch und sehe km42. Was, noch so weit bis ins Ziel? Naja, nutzt ja nix.
Ich trabe 20 m und gebe wieder Gas, "Jürgen" ruft es von rechts, das war
Theresa, ein Kind aus meiner Gruppe. Ich winke ihr und fliege fast hin.
Ein Läufer hat mich gerade in diesem Moment links überholt und meint auf
mein Geschimpfe, ich wäre ihm reingelaufen.

So, jetzt aber - strahlend durchs Ziel, nach 4.27 und eine paar Sekunden
habe ich meinen ersten Marathon gefinished! "Jeder ist ein Sieger".

"Jetzt bloÃź weiter gehen" denke ich, lasse mir von einer jungen Frau die
Medaille umhängen und suche mir etwas zu trinken.

So langsam kommt der Puls wieder runter. Im Tiergarten suche ich mir
dann eine Massageliege aus, vor der nur vier andere Läufer warten. Wieso
sind nach 42 km Asphalt meine Schuhe so dreckig, frage ich micht, als
ich so am Boden sitze. Ein roter Fleck auf dem linken Schuh verrät, dass
es wohl nicht beim blauen Zeh geblieben ist. Egal, viel Blut kann das
nichts sein.

Meine Muskeln wären recht locker, meint der Masseur später. Noch später
gebe ich es auf, nach einem Duschzelt zu suchen, in dem nicht auch
Frauen zu finden sind. Leider würde die schon bezahlte Medaillengravur
zu lange dauern. Gegen 15.30 Uhr treffe ich mich mit meiner Schwester
und ihrer Familie, um 16.47 Uhr fährt mein ICE. Wenig Zeit. Noch ein
wenig Blessuren mit FuÃźbalsam und Blasenpflaster versorgen, dann machen
wir uns auf den Weg zum Bahnhof. McDonalds mag nicht die ideale Kost
nach einem Marathon sein, aber mir schmeckts :-).


Zwischenzeiten
[ 0 - 5] 28:30 (5:42)
[ 5 - 10] 29:18 (5:52)
[10 - 15] 28:42 (5:44)
[15 - 20] 30:12 (6:02)
[20 - 25] 31:52 (6:22)
[25 - 30] 34:38 (6:56)
[30 - 35] 34:05 (6:49)
[35 - 40] 36:28 (7:28)
[40 - 42,195] 13:24 (6:06)

Ach ja, 42 - 42,195 war es angeblich ein 5.20er-Schnitt. Allerdings hat
mein Forerunner 305 viel Mist gemessen, unter anderem 44,28 km
Laufstrecke

[Nachbetrachtung]

War es zuviel Training? Zuwenig? Genug lange Läufe? Habe ich die
Kohlenhydrate (immerhin 3 Gels + Ultra Buffer/Vitargo) unterwegs
gebraucht? Keine Ahnung.

Eine Erkenntnis: Bei Stadtmarathons dieser GrÃ¶Ãźenordnung sind 5 Minuten
Zeitverlust an den Verpflegungsstationen eine realistische
GrÃ¶Ãźenordnung.

Nur in 3 der 10 Vorbereitungswochen hatte ich unter 70
Trainingskilometer, das waren die mit Wettkämpfen über 10/8 km im Juli.
An langen Läufen hatte 3x 22 km und 1x 28 km, 3x31km und 1x 35 km. Das
sollte reichen. Nicht so gut war wohl der Umfang in der vorletzten Woche
vor dem Marathon mit 93 km.

Trotzdem, der Berlin-Marathon hat Lust auf mehr gemacht. Umso mehr, als
der Muskelkater in den Beinen jetzt nachlässt. Hätte ich den überhaupt
haben sollen/dürfen? Wer weiÃź.

cu.
Juergen

--
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[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: "Thomas Dehn" (2006-09-30 12:24:13)

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: "Thomas Dehn" (2006-09-30 12:24:13)

"Juergen" schrieb:
> km25 2.28.34 Sieht noch gut aus. Doch dann, so bei km26, wird der Wunsch
> nach einer Gehpause übermächtig. Ich verabschiede mich von meiner
> anvisierten Zeit, die nächsten Kilometer werden hart.
[...]
> Nur in 3 der 10 Vorbereitungswochen hatte ich unter 70
> Trainingskilometer, das waren die mit Wettkämpfen über 10/8 km im Juli.
> An langen Läufen hatte 3x 22 km und 1x 28 km, 3x31km und 1x 35 km. Das
> sollte reichen.

Ja, das sollte wirklich reichen, zumal fuer die von dir anvisierte Zeit.
Wobei auffaellt, dass du bei Kilometer 26 schon ziemlich muede
warst. Vielleicht haben ein paar lange (relativ) schnelle Läufe gefehlt. Oder
dein Ziel, unter vier Stunden zu laufen, war zu hoch gesteckt.

Wie schnell bist du denn die 31er und der 35er gelaufen, und wie platt
warst du danach?


Thomas

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: Juergen (2006-09-30 14:06:03)

Am Sat, 30 Sep 2006 12:24:13 +0200 schrieb "Thomas Dehn"

>> An langen LÃ

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: Robert Spangenberg (2006-09-30 16:11:48)

Hallo Juergen,

Juergen schrieb:
[..]
>
> Bisher habe ich mir überlegt, das nächste Mal einen dieser
> Trainingspläne einzuhalten in den zwei Wochen vorher mehr auf die
> Ernährung zu achten.
Ein ordentliches Tapering statt 93km in der vorletzten Woche hätte meine
Meinung nach auch noch etwas zu einer besseren Leistung beigetragen. Bei
mir war das bespielsweise eine Umfangsreduktion von 96km auf 44km in der
vorletzten Woche. Die Intensität ging auf etwa 85% runter.

Auch die Idee aus der letzten RL, das erste Drittel
> bewuÃźt langsam zu laufen (höchstens 5.40), das zweite schneller (5.35)
> und ab km 30 Gas zu geben (5.30) und das schon vorher im Tempotraining
> so zu machen finde ich interessant.
Das ist im Rahmen der allgemeinen Meinung zu einer Rennaufteilung von 50:50
bzw. 51:49 zwischen den Halbmarathons. Persönlich bin ich allerdings eher der
Meinung, das man in der ersten Hälfte versuchen sollte etwas schneller zu
rennen. Speziell an sehr warmen Tagen ist die relative Belastung am Anfang
in der Kühle dann nämlich geringer als später in der Wärme (Noakes hat dazu
glaube ich ein ganzes Kapitel in seinem Buch). Man kann zwar
durch ausreichende Kühlung der Arme und des Kopfes versuchen, den Körper da
ein wenig zu überlisten, aber spätestens bei 25° in der Sonne wird das
nichts mehr.

GrÃ¼Ãźe

Robert

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: "Thomas Dehn" (2006-10-01 00:06:01)

"Juergen" schrieb:
> >Wie schnell bist du denn die 31er und der 35er gelaufen, und wie platt
> >warst du danach?
>
> Ich habe mich für die langen Läufe auf ebenen Asphalt an 6.15 min/km
> orientiert und das auch eingehalten, wenn ich alleine gelaufen bin. Mit
> anderen Läufern zusammen wurde es meist etwas schneller, etwa 15s je
> Kilometer. Der eine 31er war im Wald mit ca. 300 Hm, da waren es 6.40.
> Und beim letzten 31er gab es eine ausgedehnte Toilettenpause (ca. 20
> Minuten).
>
> Nach dem ersten 28er (Gruppe, < 6 min/km) und dem 35er war ich richtig
> platt, ansonsten "angenehm geschafft."

Also: 30 Sekunden langsamer als dein angestrebtes Marathontempo
war auf Strecken von ca. 30 km schon ziemlich anstrengend fuer dich.

Kann also schon sein, dass dein Anfangstempo einfach fuer dein derzeitiges
Leistungsvermoegen zu hoch war. Zumal du ausserdem vor dem Marathon
noch ziemlich viel trainiert hast.


Thomas

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: Juergen (2006-10-02 13:49:58)

Hallo Thomas

Am Sun, 1 Oct 2006 00:06:01 +0200 schrieb "Thomas Dehn"

>Also: 30 Sekunden langsamer als dein angestrebtes Marathontempo
>war auf Strecken von ca. 30 km schon ziemlich anstrengend fuer dich.

Welches Tempo hätte ich denn für die langen Läufe wählen sollen? Grüning
schrieb in einem Artikel, ca. 90 Sekunden langsamer als HM-Tempo. Das
wären bei mir 6.55 /km, dabei werde ich wahnsinnig, weil die langen
Läufe so gar kein Ende nehmen und ich nach 30 km praktisch schon an der
"orthopädischen 3,5-Stunden-Grenze" wäre.

Wie soll man sich nach den Läufen über 30 km fühlen?


cu.
Juergen

--
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[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: "Thomas Dehn" (2006-10-02 18:21:29)

"Juergen" schrieb:
> Am Sun, 1 Oct 2006 00:06:01 +0200 schrieb "Thomas Dehn"
>
> >Also: 30 Sekunden langsamer als dein angestrebtes Marathontempo
> >war auf Strecken von ca. 30 km schon ziemlich anstrengend fuer dich.
>
> Welches Tempo hätte ich denn für die langen Läufe wählen sollen? Grüning
> schrieb in einem Artikel, ca. 90 Sekunden langsamer als HM-Tempo. Das
> wären bei mir 6.55 /km, dabei werde ich wahnsinnig, weil die langen
> Läufe so gar kein Ende nehmen und ich nach 30 km praktisch schon an der
> "orthopädischen 3,5-Stunden-Grenze" wäre.
>
> Wie soll man sich nach den Läufen über 30 km fühlen?

Zwei unterschiedliche Aspekte
1.) Dein Marathon Renntempo
und
2.) Dein Trainingstempo auf langen Laeufen

Was dein Marathon-Renntempo anbelangt: Bei deinem HM-Renntempo
von 5:25 pro km ist 5:45 im Marathon als Ziel völlig ok. Wenn du allerdings
bei 30 km in 6:00 bis 6:15 richtig platt bist, dann schaffst du keinen
Marathon im 5:45er Schnitt (es sei denn, du gehoerst zu der Sorte, die im
Wettkampf viel mehr drauf hat als im Training).
Schon gar nicht bei Hitze. Da ist es besser, etwas
langsamer anzugehen, und dann, wenn du hintenraus tatsaechlich
noch was drauf haben solltest, zu beschleunigen.


Was das Trainingstempo auf langen Laeufen anbelangt:
bei einem angestrebten Marathon-Renntempo von 5:45 scheint
mir 6:15 ein ineffizientes Trainingstempo zu sein. Eine moegliche
Variation, die nicht dreieinhalb Stunden dauert, waere, ein Drittel
bis die Haelfte der Strecke langsam zu laufen so in 6:45 bis 7:00,
und dann gleichmaessig auf Marathontempo zu beschleunigen,
um in diesem das letzte Drittel zu laufen.


Thomas

[Bericht] 33. real- Berlin-Marathon - Juergens erster ueberhaupt
Autor: Juergen (2006-10-02 23:43:42)

Am Mon, 2 Oct 2006 18:21:29 +0200 schrieb "Thomas Dehn"


>Was dein Marathon-Renntempo anbelangt: Bei deinem HM-Renntempo
>von 5:25 pro km ist 5:45 im Marathon als Ziel völlig ok.

Ich gestehe: Ich habe schon mehr in Richtung 5.40 geschielt und bin
meine TDLs eher noch im Bereich 5.35 gerannt. Die angekündigte "Hitze"
lieÃź dann allerdings ernste Zweifel aufkommen, weil ich schon wusste,
dass sie mir zusetzen würde.. Es ist ja auch so: Wenn ich alle 5 km beim
Trinken 30s verliere, muss ich für einen 5.45er-Schnitt zwischendurch
wohl 5.40 rennen.


>Was das Trainingstempo auf langen Laeufen anbelangt:

Eine moegliche
>Variation, die nicht dreieinhalb Stunden dauert, waere, ein Drittel
>bis die Haelfte der Strecke langsam zu laufen so in 6:45 bis 7:00,
>und dann gleichmaessig auf Marathontempo zu beschleunigen,
>um in diesem das letzte Drittel zu laufen.

Martin Grüning hat in der RW 03/2006 diese Variante für lange Läufe
vorgeschlagen: Minute 20 bis 50 und die letzte halbe Stunde schneller,
für Läufer sub3.30 M-Tempo, für langsamere 10 bis 20 Sekunden schneller
als M-Tempo. Ich stieg im heiÃźen Juli ins M-Training ein, da konnte ich
mir das nicht vorstellen. Würde ja bedeuten, jeweils fast 12 km
schneller als HM-Renntemo zu laufen. Das sollte man aber nur bei jedem
zweiten langen Lauf so machen.

Insgesamt habe ich inzwischen den Eindruck, der Grüning schlägt jedes
viertel Jahr eine andere Trainingsmethode vor. Mal sehen, ob sie sich
nächstes Jahr wiederholt.


cu.
Juergen

--
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